Klara Schedlich
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Berlin ist die coolste Stadt der Welt. Das wissen wir alle, aber kein Thema zeigt das so deutlich wie der Sport. Während andere Städte schon in Ekstase verfallen, wenn sie einen Spitzenverein haben, haben wir sechs Profivereine. Sechs! Und das ist nur die Spitze der Sporthauptstadt. Wir feiern allein in dieser Woche in Berlin die Finalspiele in 14 Sportarten und heißen gleichzeitig sogar noch die Special Olympics willkommen, die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger oder Mehrfachbehinderung. Wenn das kein Grund zum Feiern ist, was ist es dann? [Beifall bei den GRÜNEN, der SPD und der LINKEN] Aber machen wir uns nichts vor. Zwei Jahre Pandemie, unzählige Lockdowns und Schutzmaßnahmen, das war eine echte Herausforderung. Für uns als Koalition war immer klar: Wir stehen an der Seite unserer lebendigen Sportvereinskultur und werden diese retten. Das Land Berlin wird die Vereine weiter unterstützen. Dafür haben wir in diesem Haushalt gesorgt. Damit Sport aber für alle möglich ist, braucht es zukunftsfähige und inklusive Sportstätten. Allein der Sanierungsstau bei den Schwimmbädern ist enorm. Immer noch können zu viele Kinder in Berlin nicht richtig schwimmen, zum Teil mit verheerenden Folgen. Dem wollen wir als Koalition ein Ende setzen. Mit sage und schreibe fast 100 Millionen Euro noch in diesem und knapp 90 Millionen Euro im nächsten Jahr unterstützen wir daher die Bäder-Betriebe und führen die Ferienschwimmkurse weiter fort. Hier legen wir als Abgeordnetenhaus heute mehr als nur die Grundlage. Es liegt jetzt an Frau Spranger, dem Senat und den Bäder-Betrieben, das umzusetzen, aber wir sind sehr zuversichtlich. [Beifall bei den GRÜNEN, der SPD und der LINKEN] Sport für alle heißt auch mehr Sportangebote für geflüchtete Menschen. 1 Million Euro extra pro Jahr, damit Vereine mehr Angebote schaffen und kostenlose Mitgliedschaften anbieten können – das ist ein Riesenerfolg! [Beifall bei den GRÜNEN – Vereinzelter Beifall bei der SPD und der LINKEN] Das gilt auch für unsere Investitionen in den Kinder- und Jugendsport. So investieren wir mehr Geld für Übungsleiterinnen und -leiter und Jugendtrainerinnen und -trainer, denn sportliche Begeisterung muss von klein auf gefördert werden. Viel zu oft geht es auch nur um Sport von Männern, wenn über Sport gesprochen wird. Das muss sich ändern. Deshalb unterstützt unser Doppelhaushalt auch aktiv Frauen- und Mädchensportprojekte. [Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN – Vereinzelter Beifall bei der SPD] Es ist aber noch ein weiter Weg, bis wir im Sport auch nur annähernd gleich viel Geld für Männer wie für Frauen ausgeben. Als sportpolitische Sprecherin meiner Fraktion wird mir dies auch ein besonderes Anliegen für den nächsten Doppelhaushalt sein; darauf können Sie sich schon mal einstellen. So divers, wie Berlin ist, so divers muss auch der Sport sein. Berlin – das ist Sport für alle, und unser Doppelhaushalt legt dafür den Grundstein. – Vielen Dank! [Beifall bei den GRÜNEN, der SPD und der LINKEN]
