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Katharina Günther-Wünsch

CDU 09.06.2022 Sitzungen 19/13

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der vorliegende Antrag der Koalition ist schlichtweg aus der Not geboren, eine extrem steigende Schülerschaft in einer stark heterogenen Stadt und Gesellschaft in Verbindung mit einem drastischen Mangel an qualifizierten Pädagogen. Angebot und Nachfrage sind im Berliner Bildungssystem schon lange in Schieflage geraten. Doch ist eine Brennpunktzulage das, was Berlin und unsere Schulen brauchen – wie es der Kollege Hopp sagte –, um gut, verlässlich und chancengerecht zu unterrichten? – Wir sagen ganz klar Nein. [Beifall bei der CDU und der FDP] Noch im Wahlkampf – Sie haben es selber gesagt, Herr Kollege – versprach Frau Giffey, dass die Brennpunktzulage in Abmilderungsstunden umgewandelt wird. Sie haben es vollkommen klar gesagt, es ist der ungünstigste Moment momentan, das umzusetzen. Aber statt mit Geld zu winken, dessen Wirkung bis heute auch nicht evaluiert ist, und genau das ist auch in den Haushaltsberatungen im Bildungsausschuss vom Referatsleiter betont worden, denn er sagte, O-Ton, er geht davon aus, dass die Zulage wirksam ist, sollten wir daran arbeiten, bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. [Beifall bei der CDU und der FDP] Was braucht Berlin? – Es braucht endlich Mut zur Steuerung des Lehrerpersonals. Quereinsteiger, aber auch grundständig qualifizierte Pädagogen müssen endlich gleichmäßig in allen Bezirken und an allen Schulformen verteilt sein. Der Senat muss sicherstellen, dass die Pädagogen für die Herausforderung an den Brennpunktschulen gut vorbereitet sind, Stichwort: Lehrerausbildung, gute Betreuung und Unterstützung von Quereinsteigern, aber auch Aus-, Fort- und Weiterbildung. Sie sprachen von multiprofessionellen Teams. Das steht gut auf dem Papier. Wir waren beide lange in Neukölln, auch unsere Senatorin. Von multiprofessionellen Teams ist noch lange nicht die Rede, und sie dürfen nicht statt eines Lehrers kommen, sondern sie müssen on top kommen. [Beifall bei der CDU und der FDP] Seien wir ehrlich, Sie haben es ganz klar angesprochen, endlich den Aufgabenkatalog von Lehrern, von Pädagogen kritisch zu durchleuchten, wie viele nicht pädagogische Aufgaben übernommen werden, wie viel unnötige Bürokratie vorhanden ist, wie viel gute Arbeitsbedingungen braucht es eigentlich, und das Ganze muss plus Rückhalt in Bezirken und Schulaufsicht sichergestellt werden. – Sie haben die Stärkung der Schulen und gleichwertige Bildung angesprochen. Herr Hopp! Vielleicht können Sie einmal darlegen, wie gleichwertige Bildung durch 300 Euro mehr für einzelne Lehrer zustande kommen soll, wie Chancengerechtigkeit durch 300 Euro mehr für einzelne Lehrer entsteht, wie guter Unterricht in dieser Form entstehen soll. Statt 12 Millionen Euro mehr ohne Überprüfung und wissenschaftliche Evaluation in unsere Schulen auszugeben, braucht es Vorbereitung, Qualifizierung, Professionalisierung und endlich Entlastung an unseren Schulen. – Danke! [Beifall bei der CDU – Vereinzelter Beifall bei der FDP]

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