Dr. Bahar Haghanipour
Wir rätseln noch, ob es sich um eine Nachfrage handelt, aber Frau Senatorin Jarasch antwortet gern darauf und wägt in ihrer Antwort ab. Bürgermeisterin Bettina Jarasch (Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz): Ich antworte gern und danke dem generösen Verständnis des Hauses. – Ich antworte, wenn ich gefragt werde, natürlich auch Ihnen jederzeit. [Paul Fresdorf (FDP): Da freue ich mich!] Das Thema ist tatsächlich ein hochaktuelles und drängendes. Deshalb ist es kein Zufall, dass es an diesem Wochenende eine große Rolle spielen wird. Ich werde selbst an einem Podium zu dem Thema Kleingewässerschutz, Schutz der Kleingewässer teilnehmen, da auch Artenschutz und Biodiversität unter anderem damit zu tun haben, dass es uns in den nächsten Jahren gelingt, mit unseren Wasserbeständen klarzukommen – auch mit den Kleingewässern, die oft Biotope sind, an deren Rand sehr viele Tierarten leben können –, dass wir es schaffen müssen, diese trotz der sinkenden Grundwasserstände und der Tatsache, dass wir in einer der trockensten und heißesten Regionen in ganz Deutschland leben, was wir an den sinkenden Grundwasserständen bemerken. Sie wissen, dass die Antwort darauf nicht nur sein kann, Kleingewässer zu schützen – das tun wir beispielsweise im Rahmen der Ökokontos, also Projekte wie „Blaue Perlen“ für Berlin, bei dem wir kleine Teiche und Pfuhle renaturieren und dafür Regenwasser zuleiten –, und die Tatsache, dass wir Regenwassermanagement betreiben, nutzen, um solche Kleingewässer zu betreiben. Es braucht insgesamt viel mehr. Das wird in den nächsten Jahren ein riesengroßes Thema sein. Ich hoffe, wir haben noch viel Gelegenheit, darüber in den Ausschüssen zu sprechen; denn die sinkenden Grundwasserbestände sind ein großes Thema – nicht nur bei uns, sondern auch in Brandenburg. Wenn wir dagegen etwas tun wollen, werden wir uns auch mit Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen zusammentun müssen. Die Flüsse Spree und Havel sind gemeinsame Themen. Es gibt bereits Verabredungen darüber, wie wir in Zeiten von Hochverbrauch, das heißt in Spitzenzeiten, gemeinsam dafür sorgen können, dass wir sparsam mit Wasser umgehen. Wir werden alle gemeinsam wieder schätzen müssen, dass Wasser eine kostbare Ressource ist und dass Trinkwasser nicht für alle Zwecke geeignet ist, für die es derzeit verwendet wird. Wir werden dafür sorgen müssen, da sich der Wasserkreislauf beschleunigt – das heißt, um das Grundwasser immer wieder anzureichern –, Wasser zu nutzen, das bereits durch die Klärwerke gegangen ist. Wir werden also zusätzliche Reinigungs- und Klärstufen einbauen müssen, damit die Qualität des Trinkwassers erhalten bleibt. Wir werden etwas für Moore und Wälder tun müssen. Wir werden ganz vieles tun müssen [Paul Fresdorf (FDP): Wieder von vorn anfangen!] und uns insgesamt klarmachen, dass das nicht nur eine Frage von Investitionen ist, sondern auch von Achtsamkeit und einem bewussten Verbrauch für die Zwecke, für die es, wie gesagt, wirklich wichtig ist. Trinkwasser ist zuallererst zum Trinken da. Das werden wir uns wieder klarmachen müssen. Für andere Zwecke gibt es auch Regenwasser. Wir müssen einen anderen Umgang finden. Das Allerwichtigste ist mir: Wir müssen dafür sorgen, dass das Wasser in dieser Region in der Stadt bleibt. Dafür müssen wir die Stadt umbauen, damit Regen wieder versickern kann und nicht einfach aus der Stadt durch die Kanalisation in die Flüsse gespült und wieder aus der Stadt herausgetragen wird, dass wir das Wasser, das überhaupt vom Himmel kommt, in Berlin halten können. – Vielen Dank. [Beifall bei den GRÜNEN – Vereinzelter Beifall bei der LINKEN – Paul Fresdorf (FDP): Habt ihr fein gemacht!]
