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Dr. Lena Kreck

09.06.2022 Sitzungen 19/13

Vielen Dank, Herr Präsident! – Die Innensenatorin und ich haben vieles, zu dem wir zusammenarbeiten. Da muss man erst immer einmal genau gucken, wer für die konkrete Frage zuständig ist. Die tragischen Ereignisse des gestrigen Tages haben uns natürlich alle tief getroffen. – Ich möchte Ihnen, Herr Präsident, für die sehr einfühlsamen Worte zu Beginn wie auch Senatorin Spranger für die gute Darstellung danken. – Noch sind wir in der Situation, dass die genauen Hintergründe der Tat nicht klar sind. Was allerdings klar ist, ist, dass die Betroffenen dieses schrecklichen Geschehens konkrete Hilfe und Unterstützung benötigen und dass sie diese Unterstützung auch erhalten. In den ersten Stunden nach der Tat stand und stehen den Betroffenen die Notfallseelsorge und die Krisenintervention zur Seite; auch das hat Senatorin Spranger vorhin ausgeführt. Nach dieser Erstversorgung nimmt die in meinem Haus angesiedelte Zentrale Anlaufstelle für Betroffene von Terroranschlägen und Großschadensereignissen – kurz: Zentrale Anlaufstelle – ihre Arbeit auf. Diese Stelle wurde als Konsequenz und Lehre aus dem Anschlag am Breitscheidplatz am 19. Dezember 2016 eingerichtet. Sie bietet mittel- und langfristige Unterstützung von Betroffenen bei Terroranschlägen und Großschadensereignissen in Berlin und deren Angehörigen. Die Zentrale Anlaufstelle führt die Betroffenen zu dem jeweils individuell erforderlichen Hilfeangebot. Die Betroffenen müssen sich nicht mehr alleine auf die Suche nach praktischer, rechtlicher, psychosozialer und finanzieller Hilfe begeben. Die Anlaufstelle übernimmt für sie die Koordination und verbindet die Betroffenen mit den für die einzelnen Bedürfnisse zuständigen Behörden, Institutionen und passenden Opferhilfeeinrichtungen. Dass dies notwendig ist, hat Berlin nach dem Anschlag am Breitscheidplatz erkannt. Hier stand das Land Berlin aufgrund fehlender Strukturen deutlich in der Kritik, und ich muss auch sagen: vollkommen zu Recht. Man kann sagen, dass die Arbeit der Zentralen Anlaufstelle mit „Empathie durch Organisation“ überschrieben werden kann. In den vergangenen Jahren hat in der staatlichen Opferhilfe eine deutliche Professionalisierung stattgefunden. Der Anschlag auf der A 100 im Jahr 2020 hat gezeigt, dass Abläufe staatlicherseits entwickelt wurden, die mittel- und langfristig die Betroffenen begleiten können. Seit gestern Vormittag hat die Zentrale Anlaufstelle ihr Netzwerk aus anderen Behörden und Hilfeeinrichtungen aktiviert und steht mit ihnen in einem engen Kontakt. Ich möchte aber betonen, dass die Zentrale Anlaufstelle ihre eigentliche Arbeit erst nach der Erstversorgung aufnimmt. Es ist einfach so, dass Heilen Zeit braucht und es wichtig ist, dass staatlicherseits langfristig und ohne zeitliche Beschränkung Unterstützung zugesichert werden kann, dass es Strukturen gibt, auf die die Betroffenen vertrauen können, wo es eine Verlässlichkeit gibt. Genau dies leistet die Zentrale Anlaufstelle nicht nur über Tage und Wochen, sondern über Jahre. Insofern möchte ich allen Beteiligten aus tiefstem Herzen danken, den Kolleginnen und Kollegen der Zentralen Anlaufstelle bei mir im Haus, dem Opferbeauftragten des Landes Berlin und jetzt ganz kurzfristig, so, wie heute schon wiederholt getan, aber auch von mir unterstrichen, den anderen beteiligten Behörden wie der Polizei, der Feuerwehr, der Notfallseelsorge und den anderen Hilfeeinrichtungen. Mein Beileid gilt den Angehörigen, Freundinnen und Freunden der Verstorbenen, und ich hoffe und bete, dass alle Verletzten vollständig genesen und wir kein weiteres Todesopfer zu beklagen haben. Im Namen des Senats bieten wir den Verletzten, aber auch allen anderen Betroffenen in diesem schrecklichen Moment jegliche notwendige Unterstützung an. – Vielen Dank! [Beifall bei der LINKEN und den GRÜNEN – Beifall von Raed Saleh (SPD)]

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