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Katharina Günther-Wünsch

CDU 07.04.2022 Sitzungen 19/10

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kollegen! Vielen Dank für den Zeithinweis! [Paul Fresdorf (FDP): Wo kommt der nur her?] – Wo kommt der nur her? – Lieber Herr Fresdorf! Sie haben es gerade gehört, die Pädagogen, die sich langsam zuhauf hier im Raum befinden, unterstützen Ihren Antrag. Auch ich als Geschichts- und Politikkollegin, aber auch als naturwissenschaftliche Kollegin freue mich natürlich immer, wenn wir über die Kompetenzen unserer Schüler im Unterricht sprechen. In einer Sache muss ich Ihnen leider widersprechen, nämlich dass die Politik und die Geschichte nicht ausreichend wertgeschätzt werden. Ich darf kurz daran erinnern, es waren unsere Schüler, die von zweieinhalb Jahren den Aufruf gestartet haben, dass sie unbedingt den Politikunterricht haben wollen. Viele Arbeitssitzungen und Gremien später war es dann so weit. Wir hatten den Fachbereich GeWi, der um ein Fach, nämlich Politische Bildung, erweitert worden ist. Ja, wir haben momentan acht Stunden für vier Fächer zur Verfügung, aber ich möchte daran erinnern: Jede Schule kann drei Profilstunden pro Schuljahr auch in den Bereich GeWi stecken. Wo ich Ihnen recht geben muss: Unsere Schüler neigen dazu, viele Inhalte, viele Informationen, die sie bekommen, unkritisch, unreflektiert zu übernehmen, und das führt zu den Situationen, die Sie beschrieben haben. Aber ist tatsächlich ein aufgeblähter Geschichts-/Politikunterricht das Maß der Dinge, um dem zu begegnen? – Da sagen wir ganz klar Nein. Was das Maß der Dinge ist, und auch das sprechen Sie in Ihrem Antrag ganz klar an, das ist die Sprachkompetenz. Unsere Kinder benötigen Sprachkompetenz, und das fängt bei den Kleinen an, denn kann ich nicht lesen und schreiben, kann ich auch nicht beurteilen, einschätzen und reflektieren. Das ist das Problem. Dort müssen wir ansetzen: frühkindliche Bildung, Sprachförderung in der Grundschule, um später tatsächlich beurteilen, reflektieren und sich eine Meinung bilden zu können. Dann schaffen wir es auch, langfristig mündige Bürger in die Gesellschaft zu entlassen. [Beifall bei der CDU und der FDP] Lassen Sie mich aber noch auf eines hinweisen – ich habe nur vier Minuten, ich muss sie diesmal einhalten –: Wir sprechen davon, Sie haben es gesagt, wir haben die Tageszeitungen. Die nutzen unsere Jugendlichen heutzutage aber nicht mehr. Das heißt, wir müssen auch darüber sprechen, woher die Kids heutzutage die Informationen holen. Das sind digitale Medien. Das heißt: Was brauchen unsere Bildungseinrichtungen? – Wir brauchen ganz klar Medienkompetenz im Unterricht, und zwar in allen Fächern. Aber das brauchen nicht nur unsere Schüler, das brauchen auch unsere Pädagogen. Unsere Jugendlichen von heute holen ihre Informationen von Instagram, TikTok und was weiß ich nicht alles. Ich nehme mich da nicht aus, auch ich habe da Nachholbedarf gehabt und musste mich weiterbilden. So geht es vielen Pädagogen. Da ist der Senat in der Pflicht, Fortbildungs- und Weiterbildungsangebote im Bereich Medienkompetenz für die Pädagogen unseres Landes zur Verfügung zu stellen. [Beifall bei der CDU und der FDP] Erlauben Sie mir eine abschließende Bemerkung! Herr Kollege Hopp hat es angedeutet: Wir sind in Berlin nicht allzu oft Spitzenreiter im Bereich Bildung. Wenn wir aber in einem Bereich ganz vorne dabei sind, dann ist es die Stundentafel. Sie haben vor zwei oder vier Wochen auch den Bereich MINT stärken wollen. Da haben Sie mich als Chemie- und Mathekollegin auch im Boot. Aber wir sind Spitzenreiter, wenn es darum geht: Wie viel Unterricht bekommen unsere Kids? – Da müssen wir anpacken. Wir können nicht jedes Fach aufblähen, sondern wir müssen daran arbeiten, wie wir unsere Kinder zu mündigen, erwachsenen Menschen heranziehen. Da bin ich im Ausschuss gerne zur Debatte bereit. – Vielen Dank! [Beifall bei der CDU und der FDP]

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