Christian Gräff
Vielen Dank, Frau Präsidentin! – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lieber Herr Kollege Wolf! Zunächst einmal tut es mir aufrichtig leid, wenn Sie sich nicht ausreichend wahrgenommen fühlen. Ich will wirklich daran arbeiten, das auf jeden Fall zu verbessern – das tut mir aufrichtig leid – [Beifall von Heiko Melzer (CDU)] und dass wir uns da auch noch mal intensiver persönlich austauschen. Dann wird die Wertschätzung auf jeden Fall noch mal größer. Zum Antrag: Der erste Teil Ihres Antrags ist mit Sicherheit interessant, und da kann ich mir auch vorstellen, dass da eine Lücke besteht. Ja, ich glaube, dass auch das Thema Hard-Tech bei vielen Dingen von Bedeutung ist. Wir haben beim großen Thema Energie beispielsweise, auch bei dem Thema Automotives – etwas, das in der Region Berlin-Brandenburg unbedingt wächst – oder beim Thema Clean-Tech absolut interessante Unternehmen, die hier auch weiter wachsen können. Das wäre im Übrigen auch der einzige Teil, wo wir als CDU-Fraktion vorbehaltlos zustimmen können. Aber schon, wenn ich mir den zweiten Punkt Ihres Antrags anschaue, lieber Herr Kollege Wolf, dann bin ich mir gar nicht so sicher, ob Sie den wirklich selbst geschrieben haben. Sie haben sich ja lange mit dem Thema befasst. Denn wenn ich hier lese: Der Senat wird aufgefordert, seine Innovations- und Technologieförderung zu öffnen, um Geschäftsmodellinnovationen zu fördern –, frage ich mich: Hm! Welche denn? – Geschäftsmodellinnovationen gibt es sehr viele und in vielen Branchen, und ich glaube, dass Start-ups nicht in der Regel, aber doch sehr häufig auf neuen Geschäftsmodellen aufbauen, und ich gehe mal davon aus, dass der Senat auch ganz grundsätzlich erst mal neuen Geschäftsmodellen positiv gegenübersteht und das dann die IBB und alle, die dazu beraten – Berlin-Partner und viele andere –, das auch positiv sehen. Beim dritten Punkt aber – das muss ich ganz ehrlich sagen – verstehe ich Sie nicht mehr, und deswegen werden wir uns bei dem Antrag auch enthalten. Sie sagen, dass in der Later-Stage-Finanzierung Probleme entstehen, aber das ist etwas, was ich nicht feststellen kann. In allen Gesprächen, die wir so führen, ist es ja eher die erste Phase, also die Seed- oder erste Wachstumsphase, gerade der zweite Schritt der ersten Phase, also nach der Seed-Phase, wo wir feststellen, dass da Unternehmen, die kluge Ideen haben, Start-up-Unternehmen hier aus der Region, eine Finanzierung fehlt. Den ersten Finanzierungsstepp bekommen sie noch hin, der zweite Stepp wird schwer, und wenn sie dann eine Idee haben, die wirklich zündet und mit der sie diese zweite Phase finanzieren können, dann kommt Later-Stage, wie Sie sagen, und dafür – das ist jedenfalls meine Wahrnehmung – ist im Moment sehr viel Venture-Kapital in der Region verfügbar, sehr, sehr viel sogar, und für die Ideen, die da zünden, ist das, glaube ich, auch erreichbar. Insofern: Möglicherweise liegt es ja immer an beiden Seiten, Sender und Empfänger, in der Frage bei dem Antrag. Einig sind wir uns auf jeden Fall darüber, dass wir Startup-Unternehmen auch im Hardwarebereich – ja, finde ich ganz wichtig, und wird, glaube ich, unterschätzt, nicht nur zum Beispiel bei neuen Plattformmodellen – in der Region fördern wollen, dass wir sie brauchen, und dass wir gerade durch die Verbindung von Wissenschaft und Forschung und den Unternehmen, die es in der Breite dann möglicherweise nutzen, also Abnehmer sind, in Berlin-Brandenburg die richtige Region für solche Unternehmen sind. Lassen Sie uns insofern also weiter gemeinsam daran arbeiten, selbstverständlich auch mit dem Senat und mit der Koalition, mit den Start-up-politischen Sprechern. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit. – Vielen Dank! [Beifall bei der CDU]
