parlament-berlin.de ↗

Dennis Buchner

07.04.2022 Sitzungen 19/10

Bitte sehr, Herr Senator Dr. Lederer! Bürgermeister Dr. Klaus Lederer (Senatsverwaltung für Kultur und Europa): Ja, wir haben jetzt aktuell eine Auswertung vom Institut für kulturelle Teilhabeforschung von Ende März. Die ist noch nicht ganz veröffentlichungsreif. Sie wissen, da laufen ja immer noch Überprüfungsverfahren. Aber was man schon sagen kann, ist, dass Berlinerinnen und Berliner dieses Angebot deutlich stärker als an anderen Tagen nutzen. Das haben wir auch gewollt. Wir wollten ja Menschen in die Einrichtungen holen, die sonst vielleicht nicht in die Einrichtungen gehen. Wir merken auch, dass der Anteil junger Menschen deutlich höher ist. Auch das war eines der Ziele, die wir mit dem Museumssonntag verbunden haben. Da muss man tatsächlich sagen, das kann auch mit dem Anteil der vulnerablen Gruppen Ü 60 zu tun haben. Das sagte ich gerade schon. Wir haben einen tendenziell leicht größeren Anteil von Frauen, und es sagen tatsächlich auch 80 Prozent derjenigen, die zum Museumssonntag gegangen sind: Ja, die Eintrittsfreiheit ist für sie der Grund, mal zu schauen. – Wir merken, es weckt Interesse jenseits des klassischen Museumspublikums. Wir haben die Zahl der Museumsbesuche am Museumssonntag damit nahezu verdoppelt. Was sich auch sicher sagen lässt, ist, dass die Strategie der Museen, die Öffnung der Häuser auch mit entsprechenden Vermittlungs- und Unterhaltungsprogrammen zu verbinden, also passgenaue Angebote an diesen Sonntagen zu machen, sich als extrem erfolgreich erweist. Allerdings muss man jetzt auch sagen: Wir müssen noch weiter an der Erschließung ganz neuer Gruppen arbeiten. Wir haben jetzt beispielsweise Führungen in türkischer Sprache bei „Berlin Global“ im Humboldt-Forum. Es werden jetzt auch Führungen auf Ukrainisch für die Geflüchteten durchgeführt, damit sie in Berlin die Möglichkeit zur kulturellen Teilhabe haben. Und da wird es weitergehen. Wir wollen genau in dem Feld in den folgenden Monaten immer noch reflektieren. Und die Daten des Instituts stehen dann auch den Kulturreinrichtungen zur Reflexion zur Verfügung, damit sie schauen können: An welchen Stellen muss man gegebenenfalls auch mit den Angeboten nachjustieren? – Aber man kann schon sagen: Es ist eine positivere Bilanz, als ich sie, wie ich gestehe, in den ersten Monaten erwartet hätte, und das freut mich sehr.

Alle Reden von Dennis Buchner Protokoll ↗