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Dr. Bahar Haghanipour

24.02.2022 Sitzungen 19/7

Herr Senator Lederer! Bitte schön! Bürgermeister Dr. Klaus Lederer (Senatsverwaltung für Kultur und Europa): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wie Sie alle wissen, ist der Umbau des Quartiers Molkenmarkt aktuell eines der aufwändigsten und größten Straßenbauprojekte in unserer Stadt. Da gibt es erhebliche Beeinträchtigungen des Verkehrs und enge Zeittaktungen für Bauphasen. Auch deswegen ist es nicht möglich, das gesamte Areal langfristig stillzulegen. Wir haben als Koalition vor drei oder vier Jahren entschieden, dem Landesdenkmalamt erhebliche Mittel zur Verfügung zu stellen, um mit mehreren Grabungsteams quasi die Wiege der Stadt zu erforschen, und wir haben sehr früh begonnen, um das auch großflächig und gut machen zu können. Es ist im Normalfall absolut nicht üblich, dass solche Grabungen mit so einem zeitlichen Vorlauf durchgeführt werden können. Nun ist der Denkmalschutz ein öffentlicher Belang von vielen, aber weiß Gott nicht der einzige. Es gibt dort einen B-Plan, und im Rahmen dieses B-Plans ist dort festgestellt, dass an der Stelle, wo der Bohlenweg entdeckt worden ist, eine Straße langgeführt wird. Das ist der Plan, und wenn mich nicht alles täuscht, ist dieser Plan sogar vom Abgeordnetenhaus verabschiedet worden. Der wird jetzt in die Realität umgesetzt. Was wir bis dahin machen – das ist tatsächlich ein großartiger Fund, ein Sensationsfund –, ist: Er wird auf 6 Metern Länge und Breite komplett geborgen und konserviert werden. Das geschieht unter der Fachaufsicht des Museums für Vor- und Frühgeschichte mit Blick auf eine spätere museale Präsentation beziehungsweise – das können wir durchaus noch entscheiden – ein archäologisches Fenster in räumlicher Nähe zum Fundort. Alle weiteren geborgenen Teile werden ebenfalls aufbewahrt, aber ja: Ein Teil der mittelalterlichen Straße wird unberührt unter den Versorgungsleitungen und unter der künftigen Straßenführung im Boden verbleiben. Das ist das, was in Übereinstimmung mit dem geltenden Recht passieren muss. Insofern kann ich nur sagen: Ich verstehe, dass man die Begeisterung, die ich hatte, als wir diesen Bohlenweg gesehen haben, teilt. Ich kann allerdings die Anwürfe, die daraus resultieren, so nicht verstehen, denn Sie alle wissen: Es gibt geltende gesetzliche Regelungen zum Umgang mit solchen Bauprojekten, und die gelten auch hier. Wie gesagt: Wir haben mit großen Ressourcen, mit großem Einsatz dafür gesorgt, dass wir eine nahezu flächendeckende Erhebung des Bodens unterhalb dieses zukünftigen Stadtquartiers und der Straßen dort vornehmen können.

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