Ulrike Gote
Nein, danke schön! – Wir haben all diese Angebote und Platz in unseren Impfzentren. Ich kann nur jeden und jede auffordern: Nutzen Sie die Angebote, egal ob zur Erst- oder Zweitimpfung, zum Boostern oder für Ihre Kinder! Es ist leicht möglich, Impftermine zu bekommen. Das sollten jetzt wirklich alle auch nutzen. [Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN – Beifall von Bettina König (SPD)] Der Schutz der Kinder ist uns ein ganz besonders wichtiges Anliegen. Das haben wir gemeinsam, auch die Schulsenatorin, die Regierende Bürgermeisterin und ich, in den letzten Tagen immer wieder sehr deutlich gemacht. Hier gilt es die Gratwanderung zwischen Infektionsschutz und psychosozialer Gesundheit zu meistern. Aus den vergangenen Wellen wissen wir um die Problemlagen bei Kindern und Jugendlichen. Für sie war die Schließung der Schulen eine echte Belastung mit dauernd anhaltenden Folgen. Genau das wollen wir nicht wieder so erleben. [Beifall von Silke Gebel (GRÜNE)] Wie geht es jetzt weiter? – Wir haben so hohe Zahlen wie nie zuvor in dieser Coronapandemie. Dazu kommt eine hohe Dunkelziffer von Fällen, die entweder noch nicht gemeldet werden oder erst gar nicht in die Statistik eingehen konnten. Aber die gute Nachricht ist, dass wir anders als vor einem Jahr dastehen. Wir haben die Impfungen, und die Krankheitslast ist geringer. Insofern können wir heute auch angemessen und angepasst handeln. Ich bin nun seit drei Wochen in meinem Amt und habe eine Verwaltung mit sehr guten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen vorgefunden, mit einem Team, das eine hohe intrinsische Motivation aufweist und seit bald zwei Jahren praktisch durch- und im absoluten Ausnahmezustand arbeitet. Das geht an der Verwaltung nicht spurlos vorbei. Deshalb müssen wir uns auch in diesem Punkt gemeinsam ehrlich machen und in die Augen schauen. Ich kann Ihnen sagen, dass das so nicht weitergeht. Ich werde deshalb sehr genau anschauen, wie wir intern und auch innerhalb des Senats zu einem vorausschauenden Pandemiemanagement kommen können. Hierzu werden wir mit den Beschäftigten aus den Pandemiearbeitsstäben und den Beschäftigtenvertretungen ins Gespräch kommen. Ebenso gilt es, die bekannten Problemkreise unter die Lupe zu nehmen. Sie verfolgen ja alle selbst die Presse. Wir werden Entscheidungen der Vergangenheit überprüfen und daraus auch Lehren ziehen. Das alles tun wir mit der nötigen Geschwindigkeit, aber auch mit der nötigen Ruhe und Konzentration, damit wir verlässliche und richtige Entscheidungen für die Zukunft treffen. Dazu gehört natürlich auch das Testen. Wir haben hohe Testkapazitäten und Labore und bauen ihre Kapazitäten noch weiter aus. Das hätte für Delta gereicht, für Omikron reicht das nicht. Ich sage ganz klar: Wir können selbstverständlich die PCR-Kapazitäten in Berlin noch etwas steigern, das tun wir auch – längere Öffnungszeiten, mehr Personal –, und wir prüfen auch die Beauftragung der gewerblichen Teststrukturen. Aber eins ist auch klar: Es wird am Ende nicht reichen. Dieses Problem haben wir in ganz Deutschland. Da ist Berlin nicht allein. Wichtig ist aber, dass wir jetzt gemeinsam Kurs halten. Sie sagen: Wir schlingern durch die Pandemie. – Sie können auch sagen: Ganz Deutschland oder die ganze Welt schlingert durch die Pandemie, aber wir halten Kurs. Wir wissen, wo wir hinwollen. [Frank-Christian Hansel (AfD): Egal, ob es stimmt oder nicht!] Wir wissen nicht, was nach Omikron noch kommt, aber wir gehen davon aus, dass wir irgendwann in eine endemische Phase kommen. Auch darauf werden wir uns vorbereiten und den öffentlichen Gesundheitsdienst auch in dieser Hinsicht aufbauen. Wir beobachten weiter. Wir begleiten die Entwicklung. Wir bereiten uns vor, und wir begleiten die Berlinerinnen und Berliner durch diese Krise. – Vielen Dank! [Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN – Vereinzelter Beifall bei der SPD]
