Anna Rasehorn
Sehr geehrte Kollegin, wir stehen für lebenslanges Lernen. Das ist ja nicht mein Ausschuss. Deswegen nehme ich diese Zahlen gerne zur Kenntnis. Meine Kollegin hat mir allerdings reingeschrieben, dass jeder dritte 15-Jährige das Mindestniveau verfehlt hat. Das heißt, dass wir in Bayern wohl einen Gap haben zwischen der Grundschule, wo Kinder sehr engmaschig begleitet und für das Lesen begeistert werden, und dann Mittelschule, Realschule und Gymnasium, wo diese fünf Mindestlektüren wohl nicht mehr gegeben sind. Da müssen wir sie doch begeistern. Ich kann mich jetzt nur an meine Schulzeit, die jetzt 20 Jahre her ist, erinnern, wo man auch in der Grundschule immer zur Bibliothek gegangen ist. Aber ab dem Gymnasium war das wieder Aufgabe des Elternhauses, ob man Bücher in die Hand genommen hat oder nicht. Deswegen bin ich eine begeisterte Verfechterin, unsere Bibliotheken zu stärken und zu sagen, Kinder erziehen ihre Eltern wie beim Gurt: Hier, Mama, lies doch mit mir dieses Buch. – Deswegen ist es gut investierte Zeit. Nach dem Hamburger Modell, so wie ich es verstanden habe, sollen Gelder auch für die Bibliotheken genommen werden. Das ist doch eine gute Sache, wo wir uns alle einig sind.
