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Mia Goller

GRÜNE 22.07.2026 Sitzungen 19/86

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Probleme der schweinehaltenden Betriebe sind gravierend, und sie sind auch seit Jahren bekannt. Deshalb brauchen wir keine weitere Anhörung, wie sie die AfD fordert. Wir brauchen auch keinen "Zukunftsdialog Schweinehaltung", sondern wir müssen endlich konsequent handeln. Es ist für mich eh schon irgendwie ein gespielter Witz, dass Sie ständig Expertenanhörungen fordern, aber wenn Ihnen Experten etwas erklären, Sie das dann immer ignorieren. (Beifall bei den GRÜNEN sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER) Das verstehe ich nicht. Was soll bei einer Anhörung mit der AfD herauskommen? Sie haben nie einen Lerneffekt; egal wer da vorne sitzt. Deswegen finde ich das sehr schwierig. Ich finde es überhaupt schwierig, wie Sie da auftreten. Wir GRÜNEN sagen seit Langem: Wer unsere Landwirtschaft stärken will, müsste auch die regionale Wertschöpfung stärken. Wir brauchen verlässliche Partnerschaften zwischen Erzeugern, Verarbeitern und mit dem Handel. Wir brauchen regionale Schlachtstrukturen und mehr heimische Lebensmittel in Kantinen und in öffentlichen Einrichtungen. Des Weiteren brauchen wir ganz dringend verlässliche Förderungen, die wirklich über viele Jahre zuverlässig laufen können. Unsere Forderungen wurden hier eigentlich meistens abgelehnt. Ich habe heute aber gesehen, dass sogar der Bauernverband ganz aktuell vieles davon fordert. Das zeigt: Wer nachhaltig denkt, der denkt weiter voraus, und grüne Agrarpolitik schafft Perspektiven für die Zukunft. Wir arbeiten hier nicht nur für morgen, sondern wir arbeiten für die nächsten Generationen. Die AfD blickt aber eigentlich nur zurück. Sie will irgendwie alles so, wie vor 60 Jahren, und sie tut so, als ließen sich die Herausforderungen lösen, indem man Standards andauernd infrage stellt. Die Zukunft unserer Landwirtschaft liegt aber nicht im Wettbewerb um den niedrigsten Preis, sondern sie liegt in Qualität, Regionalität, in Wertschöpfung. Deshalb richte ich heute auch einen Appell an uns alle: Kaufen wir bitte alle regional ein. Wer heimische Produkte wählt, stärkt unsere Landwirtschaft, er sichert Arbeitsplätze in der Region, und er sorgt dafür, dass Wertschöpfung auch in Bayern bleibt. Außerdem hat er ein gutes Essen auf dem Tisch und auf dem Teller. Das ist ja wohl aller Arbeit wert. (Beifall bei den GRÜNEN) Ich richte meinen Appell heute aber auch an die Konzerne im Lebensmitteleinzelhandel. Hören Sie endlich auf, die Erzeugerpreise zu drücken, und stehen Sie zu den Vereinbarungen, die Sie mit unseren Landwirten und Landwirtinnen schließen. Das ist jetzt wirklich wichtig. – Wir lehnen diesen Antrag mal wieder mit großem Vergnügen ab. (Beifall bei den GRÜNEN) Fünfter Vizepräsident Markus Rinderspacher: Vielen Dank, Frau Kollegin Goller. – Nächster Redner ist der Kollege Johann Groß für die Fraktion der FREIEN WÄHLER.

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