Mia Goller
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich finde es einfach nicht anständig, wenn ständig Landwirte gegen die heimische Wirtschaft ausgespielt werden; das war im Landwirtschaftsausschuss schon unerträglich. Ich hoffe, dass das mit diesem Antrag heute endlich aufhört. Die Sorgen unserer Bäuerinnen und Bauern sind beim Mercosur-Abkommen natürlich berechtigt. Die Landwirtschaft braucht faire Wettbewerbsbedingungen, hohe Standards und verlässliche Kontrollen; das ist ganz klar. Der Antrag der AfD ist aber nicht berechtigt. Er löst keine dieser Probleme. Er tut so, als könnte der Bayerische Landtag ein europäisches Handelsabkommen einfach stoppen. Das ist schlicht nicht unsere Zuständigkeit. Wir brauchen gleiche Spielregeln für alle, wirksame Kontrollen, klare Herkunftskennzeichnungen und Schutzklauseln, wenn sie notwendig sind. (Zurufe von der AfD) Wir wollen unsere Landwirtschaft in Bayern stärken; dafür setzen wir GRÜNE uns ein. Dazu gehört auch: Bayern lebt vom Handel. Gerade in unsicheren Zeiten, die wir gerade haben, sind verlässliche Partner wichtig. Ich komme aus Niederbayern. Wenn bei uns BMW niest, hat die ganze Region Schnupfen. Den Spruch kennen viele. Viele unserer Landwirte arbeiten in erfolgreichen Unternehmen in der Region und sind eben Nebenerwerbslandwirte. Diese Bäuerinnen und Bauern sind sehr für freien Handel. Sehr bemerkenswert ist übrigens, dass ausgerechnet die AfD heute in ihren Ausführungen auch den Regenwald entdeckt hat. Wer Klima- und Naturschutz sonst regelmäßig schlechtredet, ist da nicht besonders glaubwürdig. (Widerspruch des Abgeordneten Ralf Stadler (AfD)) Wir stärken unsere heimische Landwirtschaft nicht mit Symbolpolitik, sondern mit regionaler Wertschöpfung, fairen Erzeugerpreisen und guten Absatzmöglichkeiten für Lebensmittel aus Bayern. Wir GRÜNE lehnen diesen Antrag natürlich ab. (Beifall bei den GRÜNEN)
