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Nikolaus Kraus

FREIE WÄHLER 09.06.2026 Sitzungen 19/81

Wertes Präsidium, liebe Kolleginnen und Kollegen! Am 4. Februar haben wir dieses Thema in der Sitzung des Landwirtschaftsausschusses behandelt. Damals haben wir diesen Antrag mehrheitlich abgelehnt. Das ist gut so, und das werde ich heute als Votum wieder vorschlagen. Ich habe damals schon gesagt, dass ich nicht verstehe, warum die AfD diese Ernährungsrichtlinien nur für Bayern möchte. Endet die Ernährung an der Grenze? Wie sieht es in Baden-Württemberg und in Hessen aus? Aus weltpolitischer Sicht bin ich nicht gewohnt, oder zumindest bin ich überrascht, dass ihr euch einmal nach Westen orientiert. Normalerweise hätte ich dazu tendiert, den Kollegen politisch eher in Richtung Osten einzuschätzen. In Bezug auf die Ernährung ist ihm anscheinend der Westen lieber. (Widerspruch bei der AfD) Wir könnten natürlich das Protokoll der Ausschusssitzung nachlesen. Damit könnten wir alles beschleunigen und wären noch schneller. Ich habe es damals schon angemerkt: Die jetzige Ernährungspyramide ist für uns eigentlich eine gute Orientierung. Wenn man die US-Ernährungspyramide ansieht, stellt man fest, sie stellt unsere Ernährungspyramide auf den Kopf. Das ist nicht in unserem Sinne. Nach den jetzigen Erkenntnissen – ich habe wirklich viel darüber gelesen und umhergesucht – finden sich nirgends eure Anschuldigungen, dass Fleisch so ungesund sein soll. Im Gegenteil, ich halte mich bei der Ernährung wie auch in der Medizin an Paracelsus. Er hat gesagt: Die Dosis macht das Gift. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN) So ist es bei der Ernährung natürlich auch. In Bezug auf die Ernährung der Menschen mit Fleisch, mit Wurst, mit Proteinen, mit Käse, mit Alkohol, mit Süßigkeiten und zuckerhaltigen Getränken gilt: Man kann alles übertreiben. Das gilt für alles im Leben, sowohl bei der Ernährung als auch bei der Medizin. Paracelsus habe ich erwähnt. Der Antrag ist nicht zielführend. Wir werden ihn ablehnen. Ich möchte aber noch ein paar Überlegungen zu den Ernährungsrichtlinien für Kantinen in öffentlichen und staatlichen Einrichtungen und der deutlichen Reduktion zuckerhaltiger Getränke anstellen. Die Kollegen, die bei diesem Punkt zur Ernährung vorher bereits zugehört haben, kennen unseren Standpunkt: Wir glauben nicht, dass eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke den großen Umschwung bringen wird, wie es angeblich in Großbritannien der Fall ist. Im Gegenteil, die Hersteller würden sich genau an die Regeln halten, und die Inhaltsstoffe würden entsprechend portioniert, sodass sich der Zuckergehalt wirklich unter der geforderten Grenze von null bis zu einem Prozent bewegt. Infolgedessen würden die Kinder einfach das Doppelte trinken. Was ich auch schon mal gelesen habe: Wenn man die Zuckersteuer einführen würde, würde man natürlich diejenigen Haushalte verhältnismäßig stark belasten, die mit ihrem Geld sparsamer umgehen müssen, weil diese Haushalte leider deutlich mehr zuckerhaltige Getränke konsumieren. Zur Priorisierung frischer und gering verarbeiteter Speisen: Die Leute, die draußen bei der Außerhausverpflegung unterwegs sind, die mit den Kantinen Kontakt haben und wissen, was regional gekauft wird – wir haben eine Gemeindeküche bei uns in meiner bescheidenen Gemeinde, die bei 18.000 Einwohnern über 2.000 Essen am Tag kocht –, stellen fest: Es wird bereits entsprechend eingekauft. Das ist eigentlich alles erfüllt. Deswegen macht es den Antrag überflüssig. Für die transparente Kennzeichnung des Zuckerersatzes habe ich Sympathie. Das könnte man vielleicht ein bisschen größer schreiben. Man merkt, wenn man beim Einkaufen die Menschen verfolgt, die keine Brille bei sich haben und das Kleingedruckte lesen möchten, wird es für sie schwierig. Wenn aber jemand zu den Informationen kommen möchte, wird er diese auch finden. Mit den QR-Codes ist technisch mittlerweile auch einiges möglich. Noch eine Anmerkung zum Thema "Vermeidung einer einseitigen Stigmatisierung einzelner traditioneller Lebensmittelgruppen": Was sind traditionelle Lebensmittel? – Ich würde sagen Leber- und Blutwurst, ein saures Lüngerl oder Leber. Natürlich ist es eine Geschmacksfrage, ob tierische Innereien traditionelle Lebensmittel sind. Früher hat man diese Lebensmittel genossen, und das war sehr gesund. Dazu noch einmal die Anmerkung: Die Dosis macht das Gift. Jetzt gibt es eine Meldung zu einer Zwischenbemerkung, deswegen wiederhole ich unser Votum: Genau wie in der Ausschusssitzung vom 04.02.2026 lehnen wir auch heute den Antrag ab. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN)

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