Matthias Vogler
Sehr geehrter Herr Vizepräsident, liebe Kollegen, verehrte Besucher! Die vorliegenden Anträge beschäftigen sich mit einem Thema, das für die Gesundheit der Menschen in Bayern besonders wichtig ist: Prävention und Therapie durch Ernährung. Genauer gesagt geht es um drei Anträge, die in Berlin durch die Staatsregierung – warum auch immer, die CSU ist ja Mitglied der Regierung, zumindest ist sie es in Berlin – noch einmal eingebracht werden sollen. Ich frage mich schon, was das bringt, vor allen Dingen deshalb, weil dieser Antrag hier im Ausschuss am 03.02. von allen Parteien einstimmig beschlossen worden ist. Aber vielleicht liegt es ja an der Einfallslosigkeit der aktuellen Regierungskoalition. Viele Volkskrankheiten, mit denen wir heute konfrontiert sind, hängen unmittelbar mit unserem Lebensstil und unseren Ernährungsgewohnheiten zusammen: Adipositas, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen nicht nur persönliches Leid, sondern belasten auch unser Gesundheitssystem erheblich. Deshalb ist es richtig, Prävention stärker in den Mittelpunkt zu stellen; denn die beste Medizin ist oftmals die Krankheit, die gar nicht erst entsteht. Ebenso richtig ist es, die Ernährungstherapie zu stärken. Fachkräfte in diesem Bereich leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung. Wenn in Bayern jährlich nur wenige Menschen – wir haben es gerade gehört, aktuell sind es nur 293 – diesen Beruf erwählen und ausgebildet werden, zeigt das deutlich, dass Handlungsbedarf besteht. Wir brauchen mehr Nachwuchs, attraktivere Berufsperspektiven und eine stärkere gesellschaftliche Wertschätzung für dieses wichtige Thema. Dabei gilt aber auch: Mehr Qualität entsteht nicht automatisch durch mehr Bürokratie. Eine sinnvolle Weiterentwicklung der Ausbildung kann dazu beitragen, das Berufsfeld aufzuwerten. Entscheidend ist jedoch, dass am Ende die Versorgung der Patienten verbessert wird und keine neuen Hürden entstehen, die junge Menschen von diesem Beruf fernhalten. Deswegen ist auch die Frage, ob eine Akademisierung und Promotion hier unbedingt notwendig sind oder ob wir das Ganze nicht unkomplizierter machen und die Hürden für diese Ausbildung lieber etwas niedriger halten; denn durch gute Ausbildung kann man das Ganze natürlich auch wieder ausgleichen. Die beste Ernährungstherapie ersetzt keine gesunde Ernährung im Alltag. Wir müssen wieder stärker auf Ernährungskompetenzen setzen, auf Eigenverantwortung und auch auf hochwertige Lebensmittel aus Bayern. Prävention beginnt nicht erst in der Arztpraxis, sondern zu Hause in den Familien. Gerade unsere Kinder und Jugendlichen müssen früh lernen, was gesunde Ernährung bedeutet. Daher gehört Ernährung auch in den Schulunterricht. Wer bereits in jungen Jahren ein Bewusstsein für Ernährung und vor allen Dingen für gesunde Ernährung entwickelt, hat bessere Chancen auf ein gesundes Leben und kann viele spätere Erkrankungen vermeiden. Wer kann sich heutzutage aber noch eine gesunde Ernährung leisten? Eine Verteuerung wie zum Beispiel durch die geplante Zuckersteuer ist auch keine echte Lösung, sondern Augenwischerei und macht das Leben gerade für einkommensschwache Familien noch teurer. Zudem soll die Steuer zum Stopfen der Löcher in der gesetzlichen Krankenversicherung genutzt werden, welche durch eine konsequente Migrationspolitik der AfD, wie wir diese seit Jahren fordern, erst gar nicht entstanden wären. Beim Thema Ernährung dürfen wir auch unsere bayerische Landwirtschaft nicht vergessen. Unsere Landwirte erzeugen hochwertige Lebensmittel und leisten täglich einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung vor Ort. Wer auf Produkte aus Bayern setzt, stärkt nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch unsere heimischen Betriebe, regionale Wertschöpfung und kurze Transportwege, also all das, was die GRÜNEN und die Linken eigentlich gerne möchten. Hier erweist allerdings das von Frau von der Leyen eigenmächtig beschlossene Mercosur-Abkommen unseren einheimischen Bauern einen Bärendienst. Diese können sich nun bei CSU und Co. dafür bedanken. Der Masterplan Prävention enthält zahlreiche Ansätze, die in die richtige Richtung gehen. Entscheidend wird jedoch sein, dass aus Konzeptionen und Strategien konkrete Verbesserungsvorschläge entstehen. Weniger Übergewicht – okay; vielleicht bin ich dafür der falsche Ansprechpartner –, weniger Diabetes, mehr Gesundheitsvorsorge und eine verbesserte Versorgung für die Menschen vor Ort sind uns wichtig. Weil wir das alles sehen und auch erkennen, werden wir, wie im Ausschuss bereits geschehen, dem Antrag komplett zustimmen, auch wenn da ein, zwei Sachen dabei sind, die vielleicht noch überarbeitungsfähig sind. Im Grundsatz geht es aber darum, dass uns das für unsere Bürger in Bayern wichtig ist. Deswegen stimmen wir zu. – Vielen Dank und Ihnen noch einen schönen Abend. (Beifall bei der AfD)
