Gabriele Triebel
Sehr geehrtes Präsidium, verehrte Kolleginnen und Kollegen! Jetzt bin ich am Überlegen, wem ich danken soll. Ich danke ganz vielen, und ich danke am besten meiner Mama. – Verehrtes Präsidium, verehrte Kolleginnen und Kollegen, um ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben führen zu können, braucht man natürlich Geld und einen guten, umsichtigen Umgang damit. Um das richtig zu lernen, braucht es auch die Schule. Vor vier Jahren haben wir, die GRÜNEN, eine Schülerbefragung zum Thema berufliche Bildung und Alltagskompetenzen durchgeführt. Ich möchte einige Ergebnisse daraus vorstellen: In der Befragung haben acht von zehn Schülerinnen und Schülern in Bayern angegeben, sie wünschten sich im Unterricht mehr Berücksichtigung der finanziellen Bildung; denn der Umgang mit Geld sei für die Jugendlichen ein wesentlicher Bestandteil ihres Alltags. Das haben wir gerade auch vom Kollegen Brunnhuber gehört. In Bezug auf Finanzprodukte, beispielsweise Versicherungen, gaben 54 % der Schülerinnen und Schüler an Gymnasien sowie an Berufs- und Fachoberschulen an, dass eine derartige Bildung nie stattfinde; 30 % gaben an, dass eine solche Bildung selten stattfinde. Bei den Mittel- und Realschüler:innen verhält es sich ähnlich: Dort gaben 42 % an, eine solche Bildung finde selten statt; 32 % gaben an, dass sie nie stattfinde und nicht vorhanden sei. Bei der öffentlichen Vorstellung dieser Ergebnisse haben wir GRÜNE ganz klar gefordert, dass in die finanzielle Bildung an Bayerns Schulen besser investiert und sie besser abgebildet werden muss, dass also betreffende Fortbildungen der Lehrkräfte absolut notwendig sind, dass Kooperationen mit unabhängigen externen Expertinnen und Experten aufgebaut und die Lehrpläne in den einzelnen Klassenstufen entsprechend angepasst werden sollen. Unsere Forderungen sind nun von den Regierungsfraktionen eins zu eins übernommen worden. Mit diesem Antrag stimmen Sie unseren Forderungen also zu. Es freut mich ungemein, dass wir in diesem Hohen Haus diesen grünen Erfolg haben. (Beifall bei den GRÜNEN) Bei der Umsetzung der Forderungen hätte ich mir aber noch etwas mehr Präzisierung im Antragstext gewünscht. Der Kollege von Waldenfels hat es in seiner Rede zwar etwas näher ausgeführt, aber wir glauben, dass die Stiftung Bildungspakt Bayern mit der Durchführung eines Modellprojektes beauftragt werden sollte, weil damit auch gleich eine wissenschaftliche Begleitung und dann natürlich auch eine Evaluation des Modellversuchs möglich gemacht werden können. Ich betone an dieser Stelle aber auch, dass es mit einzelnen Projektwochen nicht getan ist. Stattdessen braucht es wirklich eine dauerhafte Verankerung im Unterricht und unabhängige, neutrale Partner wie Verbraucherzentralen oder Schuldnerberatungen statt Banken und Sparkassen. – Dem Antrag stimmen wir zu, auf dessen Umsetzung sind wir gespannt. (Beifall bei den GRÜNEN)
