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Martin Brunnhuber

FREIE WÄHLER 09.06.2026 Sitzungen 19/81

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Finanzielle Bildung ist eine Schlüsselkompetenz, und zwar für ein selbstbestimmtes und gelingendes Leben. Wer mit Geld verantwortungsvoll umgehen kann, wer Konsumentscheidungen reflektiert trifft, wer spart, vorsorgt und Risiken einschätzen kann, ist besser auf Herausforderungen des Alltags vorbereitet. So viel zur Theorie. Die Praxis, meine Damen und Herren, schaut aber ganz anders aus: In der Praxis wischen die Kinder und jungen Erwachsenen auf dem Handy herum, suchen nach vorgefertigten Lösungen, sind aber kaum in der Lage, Entscheidungen im Konsumverhalten abzuschätzen. Das ist die Realität, und deshalb ist der Antrag gut so, wie er ist. Wir müssen die jungen Erwachsenen heranführen an ein Leben, das genügend Fallstricke bietet, um in eine Falle zu tappen, sich hoch zu verschulden oder auch für das Alter keine Vorsorge zu treffen. Bei der Anschaffung eines neuen Handys stellt sich ganz einfach die Frage: Soll man es mit Sofortzahlung oder soll man es mit Ratenzahlung kaufen? Die Konsequenzen sind nur schwer abzuschätzen. Deshalb ist es auch gut, dass wir die Lerninhalte, die jetzt schon in unseren Lehrplänen etabliert sind, noch mit Praxisbeispielen und Erfahrungen aus der Praxis ergänzen. Wir müssen in der finanziellen Bildung die Schlüsselkompetenzen zum selbstbestimmten Lernen und Leben verankern. Das sind zum Beispiel die Abschätzung von Konsumausgaben, die Haushaltsplanung, Sparen, Kredite und der Vermögensaufbau. Meine Damen und Herren, da starten wir nicht bei null, sondern wir sind schon sehr weit fortgeschritten. Finanzielle Bildung ist in allen Lehrplänen verankert. Wir haben bereits feste Bestandteile der ökonomischen Bildung in allen Schularten, und wir haben ein bundesweit anerkanntes Konzept mit Alltagskompetenzen, auf das wir aufbauen können. Inhalte in den Lehrplänen sind der Umgang mit Geld, Verbraucherentscheidungen, wirtschaftliches Handeln auf Märkten, Sparformen, Vermögensbildung, Grundlagen zu Anleihen und Aktien, festverzinslichen Anlagen und die Verbindung von individueller Finanzkompetenz und volkswirtschaftlichen Zusammenhängen. Der Praxisbezug wird durch Kooperationen mit außerschulischen Partnern verstärkt. Dazu gehören jetzt schon beispielsweise die Sparkassen. Als Beispiele muss man auch das "Planspiel Börse" oder die aktuelle Expertise aus der Praxis im Unterricht von regionalen Finanzanbietern oder regionalen Verbraucherschutzorganisationen herausheben. Bewährte Unterstützungssysteme finden wir vor. Sie sind auch etabliert, zum Beispiel im Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Bayern oder in den Angeboten der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Diese hohe Wertschätzung der Zusammenarbeit von Schule mit externen Partnern macht ein gelingendes System gut. Noch besser wird das System dadurch, dass es mit Praxisbeispielen angereichert wird. Hierzu zählt in erster Linie die enge Kooperation unserer Lehrkräfte mit externen Bildungspartnern. Zum Schluss möchte ich noch eines herausgreifen: Wir würden es nicht schaffen, wenn wir nicht alle hier in diesem Zusammenhang eng zusammenarbeitenden Akteure auch wirklich so verzahnen würden, dass etwas Gutes herauskommt. Ich danke allen Akteuren in der Schule, allen Lehrkräften, die die jungen Leute heranführen. Ich danke auch meinem Kollegen Felix von Zobel, der gesagt hat, ich solle ihm einfach einmal danken. – Also, danke schön! Ich danke aber auch allen externen Partnern, die hier gute Arbeit leisten. Finanzielle Bildung ist unverzichtbar. In Bayern ist sie bereits gut verankert. Bewährte Strukturen können genutzt werden. Das Ziel ist, die Angebote weiter auszubauen und junge Menschen zu verantwortungsvoller finanzieller Bildung und einem guten finanziellen Umgang zu bringen. – Vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU)

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