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Paul Knoblach

GRÜNE 28.04.2026 Sitzungen 19/78

Sehr geehrtes Präsidium, werte Kolleginnen und Kollegen! Ja, es wäre ein Fehler zu behaupten, es sei zu loben, wenn eine Schlachtstelle schließt. Grundsätzlich ist das nicht zu loben – grundsätzlich. Aber dann geht es auch schon los. Dann müssen wir die Details betrachten. Einige wurden von der Kollegin Dr. Petra Loibl aufgeführt. Beispielsweise verlieren wir – so kann man das in wissenschaftlichen Berichten lesen – in Bayern kalenderjährlich 2 bis 3 % unserer Tiere durch Schließung von Ställen, Tierhaltungsanlagen, wie auch immer. Das ist der Fall. Auch das muss man nicht loben. Das tue ich auch nicht. Aber es ist im Begriff, es läuft. Schön oder nicht schön, das sind derzeit die Fakten, ob sie uns gefallen oder nicht. Sie sind es. Solche Zahlen wirken sich zwangsläufig auf Auslastungsfragen von Schlachtstätten aus, alle Tierarten betreffend. Auch das kann man nicht negieren. Das ist schon angeklungen. Jetzt mache ich mal ein konkretes Beispiel. Ich denke jetzt mal an – Sie haben es alle mitbekommen – Wassertrüdingen, Legehennen, Schlachthof Wassertrüdingen, einer von den drei großen und sehr leistungsfähigen Geflügel- oder Legehennen-Schlachtstätten in Deutschland. Ein Drittel der deutschen Schlachtkapazität ist durch die Schließung weggefallen. Das ist ein großes Problem. Aber woher kommt das? – Nicht daher, weil irgendwelche bösen GRÜNEN das verfügt hätten, sondern weil eine Behörde des Freistaats aus gutem Grund verfügt hat: Der Schlachthof muss geschlossen bleiben, bis ganz erhebliche Mängel behoben sind. Dann schauen wir uns das wieder an. Dann kann das unter Umständen weitergehen. – Mein persönlicher Wunsch wäre es gewesen, der Schlachthof wäre in diese Phase gekommen. Es hat sich leider anders erwiesen. Es ist auch ein Fakt, dass ein großer Teil der sonst dort geschlachteten Hennen jetzt tatsächlich in Richtung Polen in dortige Schlachtstätten verbracht wird, ein kleinerer Teil nicht so weit, nach Österreich. Das sind keine guten Dinge. Das ist nicht schön. Aber das Detail macht es eben. Also: Wenn Schlachtstätten schließen, muss man hinschauen. Was ist los? Ist es unter Umständen – das passiert leider, wie ich meine, zu häufig – eine Schlachtstätte mit großem Sanierungsstau, wo – ich sage mal vereinfacht – dreißig Jahre lang kein Nagel mehr eingeschlagen wurde? Da wird man den Schlachthof selbst bei guten Tierzahlen nicht am Netz halten können, weil dann die Sanierungskosten kaum noch zu stemmen sind. Wenn dann ein Schlachthof, der nicht durch hohe Qualität auf sich aufmerksam gemacht hat, geschlossen wird, ist es vielleicht nicht immer der größte Fehler, wenn dadurch gute Schlachtstätten weitergeführt werden können. Ich denke jetzt beispielsweise an den Raum Miesbach oder Waldkraiburg, wo es einen meines Erachtens hervorragend aufgestellten Schlachthof gibt, meines Wissens neuerdings im Besitz eines US-Unternehmens. Dann habe ich dort grundsätzlich beste Voraussetzungen. Prima. Wir hoffen, es geht weiter im Sinne der Herrschaften, die dort ihre Tiere halten. Ich komme zu dem, was ich mir wünsche. Ich wäre gern bereit, mich mit an den Tisch zu setzen, und sicherlich einige andere auch. Natürlich haben wir, wenn wir in Bayern weiter Tiere halten wollen, und das wollen wir alle, die Verpflichtung, zu gucken, wie wir das weiter hinbekommen. Dann müssen wir aber die Wissenschaft befragen: Wie werden sich die Zahlen weiterentwickeln? Wie viele Tiere werden wir in zehn, zwanzig, dreißig Jahren aus heutiger Sicht noch haben? Was brauchen wir da tatsächlich an Schlachtstätten? Wie bekommen wir dieses vielleicht dünnere Netz dann wirklich hin, um diese Sache auch längerfristig zu gewährleisten? Es geht um große Beträge, um viele Millionen, wenn neu aufgebaut werden soll, falls das überhaupt durchsetzbar ist. Das wäre für mich der beste Weg: Nach vorne zu gehen, nicht das zu beklagen, was hinter uns ist, weil das nun mal nicht zu verändern ist. Das wissen wir. Vielen Dank. Wir lehnen beide Anträge ab. (Beifall bei den GRÜNEN sowie Abgeordneten der SPD)

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