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Gerd Mannes

AfD 28.04.2026 Sitzungen 19/78

Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Damen und Herren! Die wirtschaftliche Situation in Deutschland – ich durfte es gerade ausführen – ist eine Katastrophe. Das betrifft leider auch die Landwirtschaft in Bayern. Bilderbuchbauernhöfe und Almwiesen gibt es nur noch in Politikerbroschüren der Staatsregierung; die Realität sieht halt leider anders aus. Frau Kaniber, ich habe Ihren Agrarbericht gelesen. Der zeigt kein gutes Bild. Wir erleben ein drastisches Höfesterben. Sie haben es präsentiert; ich weiß das von Ihnen. Gründe sind die bürokratischen Auflagen und die unbefriedigende wirtschaftliche Situation. Noch gibt es in Bayern 100.000 landwirtschaftliche Betriebe, die allermeisten davon familiengeführt. Wir stellen uns aber die Frage: Wie lange noch? Besonders katastrophal ist die Situation in der Nutztierhaltung. Von 2021 bis 2023 haben allein 12 % der Mastschweinehalter in Bayern aufgegeben; bei den Zuchtsauenhaltern waren es 13 %. Schlimm ist auch, dass 7 % der Milchviehhalter ihren Betrieb für immer eingestellt haben. Besonders schlimm ist die Situation bei den Schweinehaltern; die haben echt ein schweres Los. Ende 2025 gab es in Bayern noch mehr als 3.000 Schweinehalter. Vor zehn Jahren waren es noch fast doppelt so viele. Das ist ein politisch verursachter Kahlschlag; anders kann man es nicht sagen. (Beifall bei der AfD) Das hat natürlich Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette: vom Zulieferer über den Stall bis letztlich zur Ladentheke. Wenn Schweinehalter verschwinden, fehlen Schlachttiere. Das erzeugt Druck auf die Schlachthöfe, die dann nicht ausgelastet sind. Dazu kommt immer noch mehr EU-Bürokratie, insbesondere die Hygieneverordnungen. Das macht das Wirtschaften für die Schlachthöfe natürlich auch immer schwieriger. Klar ist: Ohne regionale Schlachthöfe gibt es keine kurzen tierschonenden Transporte; für die AfD ist das auch ein wichtiges Anliegen. Regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze verschwinden nach und nach. Das wollen wir natürlich nicht. Frau Kaniber, seit 2015 ist die Fleischerzeugung in Bayern um 20 % gefallen und beim Schweinefleisch sogar um 25 %. Konkret sieht es in Bayern so aus: Bamberg geschlossen, Aschaffenburg betroffen, Augsburg bei der Schweineschlachtung auch geschlossen. Vion, ein großer holländischer Hersteller, verkauft Standorte hier in Deutschland. Der Schlachtbetrieb in Landshut ist auch infrage gestellt; das haben wir schon diskutiert. Begründung war fehlende Wirtschaftlichkeit; Sie können sich daran erinnern, Frau Högl. Also warum das Ganze? – Überbordende Bürokratie, steigende Auflagen, zu hohe Gebühren und somit explodierende Kosten. Die Konsequenz ist: Die Schlachtungen verlagern sich innerhalb von Bayern weg von der Region hin zu größeren Strukturen, natürlich auch außerhalb Bayerns und am Ende, wie es immer so ist, auch ins Ausland: Spanien, Osteuropa und die Benelux-Regionen stehen hier im Raum. Die Unternehmen werden da eben von niedrigen Anforderungen und günstigen Kostenstrukturen angelockt. Es ist ja logisch. Wenn man als Unternehmer dieses Angebot bekommt, dann nimmt man es auch an. Wer zahlt den Preis der ganzen Sache? – Na ja, das sind zuallererst die armen Schweine. Längere Transportwege werden da zur Regel, und das bedeutet Stress, mehr Tierleid und unter Umständen höhere Sterberaten. Wir von der AfD wollen das natürlich nicht. Letzten Endes besteht auch die Gefahr, dass die Wertschöpfungskette bis hin zur Schweinehaltung ins Ausland verlagert wird. Wir verlieren und haben auch schon unsere Schweinezüchter und Schweinemäster in Bayern verloren. Wir wollen von der Staatsregierung, dass sie Transparenz schafft und einfach folgende Fragen beantwortet: Wie hat die Transportdauer durch die Schlachthofschließungen zugenommen? Wie hat das Schlachthofsterben die Struktur der gesamten Lieferkette in Bayern verändert? Auch eine interessante Frage: Welche Auswirkungen gibt es auf das Tierwohl und die landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern? Welche Preiseffekte hat es letzten Endes auf die Schweineerzeuger? Zu guter Letzt ist aus unserer Sicht zu klären, ob die Schweinehaltung langfristig aus Bayern und aus Deutschland herausverlagert wird. Es ist unsere größte Befürchtung, dass wir hier die Wertschöpfung komplett verlieren. Wenn ich das noch ansprechen darf: Sie haben im Ausschuss gesagt, Sie würden sich um die Schlachthöfe kümmern. Das haben Sie gesagt, aber Sie haben keine konkreten Maßnahmen genannt. Das können Sie nachher tun; ich nehme an, Sie reden dazu. Wir von der AfD sagen ganz klar: Schluss mit der Politik gegen die eigenen Landwirte. Schluss mit den ideologischen grünen Experimenten. Unsere Metzger und unsere Landwirte gehören zu Bayern und verdienen unsere Unterstützung. Stimmen Sie also unserem Berichtsantrag und unserem Antrag auf eine Expertenanhörung zu. (Beifall bei der AfD)

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