Michael Koller
Sehr geehrte Frau Präsidentin, werte Kolleginnen und Kollegen, liebe Frau Ministerin, aber natürlich auch liebe Gäste, heute aus meiner Heimat! Es freut mich, dass ich hier heute noch einmal zu diesem zentralen politischen Thema der Bildungspolitik im Hohen Haus sprechen darf. Ich bedanke mich schon einmal bei allen für die bisher gute Zusammenarbeit. Natürlich gehe ich mit einem lachenden Auge – ich bekomme eine verantwortungsvolle Aufgabe –, aber auch ein bisschen mit einem weinenden Auge. Es freut mich, dass das Thema, die Mittelschulen zu stärken, auf die Tagesordnung gekommen ist. Mittelschulen sind Macherschulen. Aus diesen Schulen kommen genau die Bürgerinnen und Bürger, die später die tragenden Säulen unserer Gesellschaft sind, die im Handwerk aktiv sind und die sich in den Ehrenämtern und in den einzelnen Vereinen engagieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Oppositionsarbeit oft frustrierend ist. Ich schätze die beiden Kolleginnen Gabi Triebel und Nicole Bäumler sehr, aber ich bin manchmal schon verwundert, mit welcher Aggressivität ihr, wenn ihr hier vorne steht, die Bildungspolitik der Staatsregierung angreift. Es ist doch wunderbar, dass wir die Mittelschulen in den Blick nehmen. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU) Es ist meines Erachtens schade, dass wir uns Schulen und Bereiche, die wir doch ganz aktiv anpacken, selber wieder schlechtreden. Wie soll diese Schule nach außen strahlen können, wenn wir ihr dieses Negativimage, dass die Dächer herunterfallen und die Toiletten nicht sauber sind und sonst was, anheften? – In unseren Schulen ist Ordnung. Das kann ich hier behaupten. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU) Ich möchte auch noch einen Blick auf die andere Seite richten. Ich habe selber hier in München an einer Hauptschule – Mittelschule Hasenbergl – unterrichtet. Wir haben einen Migrationsanteil von 80 % gehabt, und es war eine wunderbare Schule. Ich habe diese Schulart schätzen gelernt. Mir waren meine Schülerinnen und Schüler gleich viel wert, egal woher sie kamen, welcher Nationalität sie waren und sonst was. Das ist völlig egal. Wir haben für alle Kinder die besten Voraussetzungen zu schaffen. (Beifall bei der CSU, den FREIEN WÄHLERN und den GRÜNEN – Zurufe von den FREIEN WÄHLERN: Bravo!) Wir stehen in unserem Land vor herausfordernden Aufgaben. An der Stelle ist es wichtig, dass wir unsere klugen Köpfe genau so fördern, wie sie es verlangen. Wir müssen mit multiprofessionellen Teams, mit bestausgebildeten Lehrkräften unser Bestmögliches geben, (Zuruf der Abgeordneten Dr. Simone Strohmayr (SPD)) um der jungen Generation hier wirklich Startchancen zu geben. Da ist jeder eingeladen mitzuarbeiten, auch die SPD, liebe Simone Strohmayr. Ich finde, das funktioniert in unserem interfraktionellen Arbeitskreis Inklusion und in der interfraktionellen Arbeitsgruppe Erwachsenenbildung wunderbar. Auch im Bildungsausschuss ist die Arbeit hervorragend. Deshalb täte es mir leid, wenn hier am Ende so ein schlechtes Bild von unseren Schulen gezeichnet wird. Es muss uns darum gehen, unsere Bildungseinrichtungen bestmöglich zu verzahnen. Wir müssen dieses oft anhaftende Negativimage aufpolieren. Deshalb bin ich sehr dankbar, dass es eine Imagekampagne für die Mittelschulen geben wird, die ganz deutlich nach außen zeigt: Hier ist wirklich eine Perle unseres Bildungssystems. Hier kommen Kinder und Jugendliche raus, die beste Chancen in Bayern, aber auch international haben. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU) Die Mittelschule ist genau die Schule, die jedem seinen Weg ermöglicht, in der jeder seine Stärken und Chancen entwickeln kann, in der jeder nach seinen Talenten gefördert wird. Wir haben gesehen, dass dieses Programm auf drei Säulen steht – meine Kollegin Ute Eiling-Hütig hat es ja vorhin schon erwähnt –: Zeit, Zukunft und Ziele. Es braucht Zeit zum Lernen, Zeit zur Entwicklung, Zeit für die Basiskompetenzen. Wir wollen, dass das Lernen in Zukunft lebensnah gestaltet wird. Wir wollen in der Berufsorientierung noch stärker werden, um noch gezielter auszubilden. Wir müssen das Thema multiprofessionelle Teams nach vorne bringen, wir müssen aber auch das Thema Inklusion vorantreiben. Ich denke, Pestalozzi hat es ganz deutlich geschrieben: Wir müssen Kopf, Herz und Charakter bilden. – Das ist die Aufgabe, und ich danke allen Lehrerinnen und Lehrern, aber auch den Eltern, die große Erziehungsarbeit leisten. Ich habe die Schulen immer wieder gerne besucht. Es ist doch unser großes Ziel, dass wir wirklich Demokraten heranziehen, dass sie unsere demokratische Grundordnung verstehen. Da sind wir alle gefordert, über alle Fraktionen hinweg, die Schulen zu besuchen und den Kindern und Jugendlichen den Wert von Freiheit und Demokratie auch wirklich nahezubringen. Ich lade alle herzlich dazu ein. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU) Ich möchte am Schluss noch einmal unserer Ministerin für diesen kontinuierlichen Prozess herzlich danken. Ich glaube, das Motto muss sein: Starke Kinder, starke Schulen, eine starke Gesellschaft. – Deshalb danke ich jetzt zum Schluss – ich habe hier vorne noch 14 Sekunden – und sage ein Vergelts Gott für die Zusammenarbeit. Ich wünsche uns, dass wir weiterhin gut zusammenarbeiten. Es heißt, Zusammenkommen – so war es vor zweieinhalb Jahren – ist ein Beginn, Zusammenbleiben ist ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ist ein Erfolg. Ich hoffe, wir arbeiten auch künftig gut zusammen. In diesem Sinne: Bleiben wir wackere Demokraten! (Anhaltender Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU sowie Abgeordneten der GRÜNEN – Zurufe von den FREIEN WÄHLERN: Bravo!)
