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Markus Walbrunn

AfD 28.04.2026 Sitzungen 19/78

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Wir brauchen leistungsfähige Mittelschulen, die ihre immerhin über 200.000 Schüler in Bayern fit für den weiteren Bildungs- und Berufsweg machen. Eine leichte Aufgabe ist das wahrlich nicht. Lehrer wie Schüler finden sich hier in einem herausfordernden Lehr- und Lernumfeld wieder, oder, wie es der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband wieder auf den Punkt gebracht hat, wenn auch etwas verklausuliert: Es sind die Mittelschulen, die einen großen Teil der Förderung und der Integration in Deutschland leisten. – Eine sehr nette, zurückhaltende Formulierung dafür, dass inzwischen ziemlich genau die Hälfte der Mittelschüler, 49,1 %, einen Migrationshintergrund hat, in den Städten und Ballungsräumen natürlich deutlich mehr, und oft teils erhebliche Deutschdefizite mit in den Unterricht einbringt. Ich kann nur jedem empfehlen, sich mal von Schülern in den Großstädten schildern zu lassen, was das teilweise in der Praxis bedeutet, wenn man nur noch einer von zwei oder drei Deutschen im Klassenzimmer ist, die Lehrerin teilweise den Unterricht mit einzelnen Schülern auf Türkisch und Arabisch bestreitet und man selbst für die eigene Herkunft gemobbt wird. Das ist übrigens kein hypothetisches Beispiel. Das sind Schilderungen aus einer Münchner Mittelschule. Es ist aber nicht nur die viel beschworene Heterogenität der Schülerschaft, die Probleme macht, sondern es sind auch viele weitere gesellschaftliche Entwicklungen wie übermäßiger Medienkonsum oder wenig Unterstützung aus dem Elternhaus, oft gar nicht aus Mangel an gutem Willen, sondern weil einfach die wirtschaftliche Lage es mittlerweile notwendig macht, dass beide Elternteile berufstätig sind. All das schlägt sich in den schulischen Leistungen nieder. Auch wenn verschiedene Studien einen allgemein negativen Trend über alle Schularten hinweg feststellen, scheint sich das doch gerade am unteren Ende des Leistungsspektrums umso deutlicher zu manifestieren. Diese Entwicklungen machen es den Lehrern natürlich nicht leicht. Wer sich dazu entscheidet, an einer städtischen Mittelschule zu unterrichten, der demonstriert, dass er für den Beruf brennt und eben nicht selten leider auch ausbrennt. Die Überlastung und mit ihr die Krankenstände sind hoch. Der BLLV schätzt, dass uns allein durch Krankheit jährlich etwa 500 Lehrplätze verloren gehen. Diese Zustände können und dürfen uns nicht zufriedenstellen. Wir suchen händeringend Lehrlinge für das Handwerk. Mittelschulen sind geradezu prädestiniert, Kinder und Jugendliche auf diesen wichtigen Berufsweg vorzubereiten. (Beifall bei der AfD) Das scheint man im Kultusministerium auch so zu sehen und hat dort Ende letzten Jahres mit besagter Initiative "Mittelschule – stark für jeden Weg" den breiten Dialog im Rahmen sogenannter Mittelschulwerkstätten gesucht. Ein erstes Resultat daraus wird später im Zusammenhang mit einem der heutigen Gesetzentwürfe behandelt. Das ist gerade auch angesprochen worden. Es ist praktisch, dass man das gleich jetzt aufgreifen kann. Das wäre nämlich später zeitlich knapp geworden. Konkret soll ein übergreifender Unterricht in allen Fächern der Klassen 5 und 6 ermöglicht werden, um sonderpädagogischem und sonstigem Förderbedarf Rechnung zu tragen. Der entsprechende Schulversuch gilt als erfolgreich, wobei wichtig ist, dass die Einrichtung solcher gemischter Klassen nur dann zulässig ist, wenn die Schulen auch reguläre Jahrgangsklassen anbieten können. Das ist ein pragmatischer Ansatz, den wir durchaus mittragen können, auch wenn es die Aufgabe wirklich nachhaltiger Politik wäre, die eigentlichen Ursachen dieser immer weiter aufpoppenden Sonderbedarfe anzugehen, bevor sie irgendwann zum Regelbedarf werden. Ja, mit Lehrern und Schulen in den Dialog zu treten, ihnen mehr Spielraum für innovative Lernkonzepte einzuräumen, mehr Geld, mehr Technik und mehr pädagogische Unterstützung bereitzustellen, das ist alles nachvollziehbar, alles in Ordnung. Die Ressourcen könnte man gewiss auch schlechter allokieren. In gewissem Rahmen wirkt das auch alles lindernd. Die grundlegenden Probleme aber, dass sich dieses Land durch jahrelange Armutsmigration schlicht übernommen hat, sich Leistung oft kaum noch lohnt, löst man so nicht, mal ganz davon abgesehen, dass sich schon die Frage stellt, wie lange wir uns dieses Konzept von "mehr, mehr, mehr" eigentlich noch leisten können. So sehr wir uns dann auch wünschen, dass unsere Mittelschulen unsere Schüler stark und für jeden Weg gerüstet entlassen, so sehr muss man befürchten, dass dafür erst einige grundlegende politische Holzwege der vergangenen Jahre und Jahrzehnte verlassen werden müssen. Aber dafür gibt es ja uns, die AfD. – In diesem Sinne vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der AfD)

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