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Dr. Ute Eiling-Hütig

CSU 28.04.2026 Sitzungen 19/78

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen! Damit der Blutdruck wieder etwas sinkt, wollen wir doch zum eigentlichen Thema kommen. (Zuruf des Abgeordneten Harry Scheuenstuhl (SPD)) – Nein, der nutzt da wirklich nichts. Das stimmt. (Unruhe – Glocke der Präsidentin) Es versteht sich von selbst, dass auch ein gutes Bildungssystem immer wieder an die sich im Laufe der Jahre verändernden Anforderungen angepasst werden muss. Genau das tun wir jetzt. Wir nehmen mit unserer Initiative "Mittelschule – stark für jeden Weg" die notwendigen Anpassungen vor, damit die Mittelschule auch in Zukunft eine attraktive Schulform bleibt. Die Initiative fußt, wie wir schon gehört haben, auf drei Säulen. Das sind die Zeit – Zeit zum Lernen, zur Entwicklung und zur Förderung von Basiskompetenzen –, die Zukunft – Lernen lebensnah gestalten, Übergänge sichern, Berufsorientierung stärken – und die Ziele zur Orientierung, zur Qualitätssicherung und Unterstützung für Schulen und Lehrkräfte. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Erstens. Die Säule Zeit: Als Regelangebot wird es das jahrgangsübergreifende Lernen an der Mittelschule – JAMI – geben. Gebunden an ein besonderes Schulprofil in den Jahrgangsstufen 5 und 6 und mit einem abgestimmten pädagogischen Konzept können diese beiden Schuljahre bei Bedarf auch in drei Jahren durchlaufen werden. Durch eine Flexibilisierung der Stundentafel werden – Sie haben es von Herrn Brunnhuber schon gehört – Spielräume eröffnet. Stundenanteile sollen künftig im Umfang von bis zu zwei Stunden pro Woche zugunsten der Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch temporär zur Stärkung von Basiskompetenzen verschoben werden können. Im Schulversuch "Integrierter M-Zug" werden künftig sehr leistungsstarke Schülerinnen und Schüler im Klassenverband des Regelzugs gefördert. Ab Jahrgangsstufe 10 werden, wie bisher, Vorbereitungsklassen gebildet. Eine Abschaffung des M-Zweiges ist insofern auch perspektivisch nicht vorgesehen. Vielmehr soll ein weiterer Weg zum mittleren Schulabschluss eröffnet werden. Zweitens. Die Säule Zukunft: Ganz wichtig ist uns die Verankerung innovativer Lehr- und Lernformen wie die verpflichtende Durchführung einer benoteten Projektarbeit in den Jahrgangsstufen 5 bis 7 und die Ausweitung projektorientierter Abschlussprüfungsformate. Die bisher schriftlichen Abschlussprüfungen in den Fächern Natur und Technik und Geschichte, Politik, Geografie werden zu projektorientierten Prüfungsformaten weiterentwickelt, in denen künftig auch verstärkt fachspezifische Arbeitsweisen, zum Beispiel über Experimente, zum Tragen kommen. Beim Schulversuch "Persönlichkeitsbildung und Talentförderung" und bei den Berufsentwicklungsgesprächen ist ein zusätzliches Intensivpraktikum einmal pro Woche über einen längeren Zeitraum geplant. Das finde ich besonders gut; das nenne ich wirklich ein gutes Praktikum. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Parallel dazu findet ein Persönlichkeitstraining statt, um berufsrelevante Skills und Fähigkeiten einzuüben. Außerdem sollen künftig Berufsentwicklungsgespräche zwischen Lehrkräften, Eltern und Schülern weitere Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen. Drittens. Die Säule Ziele: Es werden auf den Bedarf von Mittelschullehrkräften zugeschnittene Fortbildungsangebote und digitale Tools eingeführt, um den aktuellen Herausforderungen noch wirksamer begegnen zu können, zum Beispiel die Ausweitung der fachintegrierten Leseförderung Bayern – FiLBY – auf die Jahrgangsstufen 5 und 6 oder die Qualitätsoffensive für den Mathematikunterricht durch das Fortbildungskonzept QuaMath. Auch qualitativ hochwertige Fortbildungsangebote zum Umgang mit herausforderndem Verhalten sind so wichtig wie nie. Neu und innovativ ist auch die konzeptionelle Ausgestaltung einer Schulleitung im Team, um Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen zu können. Darüber hinaus wird die Evidenzbasierung an der Mittelschule verankert. Der Schulversuch zur evidenzbasierten Schule soll Wege aufzeigen, wie man die Wirksamkeit des Unterrichts datenbasiert zielgerichtet reflektiert und eben auch weiterentwickeln kann. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich bin davon überzeugt, dass diese Maßnahmen, die ab dem Schuljahr 2026/2027 schrittweise umgesetzt werden sollen, unsere Mittelschulen stärken und für die Herausforderungen der Zukunft wappnen werden. Wir wollen, dass die über 200.000 Schülerinnen und Schüler der Mittelschule, einer der besten Schularten – das sehe ich so –, auch in Zukunft bestmöglich unterstützt werden, um ihnen vielfältige Chancen in Ausbildung und Beruf zu eröffnen. Wir brauchen 2.000 Handwerker und einen Professor maximal, nicht 2.000 Professoren und einen Handwerker. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN)

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