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Tobias Reiß

CSU 28.04.2026 Sitzungen 19/78

Vielen Dank der Fraktion der FREIEN WÄHLER für dieses tatsächlich zentrale Thema unserer Bildungspolitik. Ich danke, dass ihr in dieser Aktuellen Stunde das Thema Mittelschule in den Mittelpunkt rückt, wohin die Mittelschule auch gehört. Auch für mich ist die Mittelschule, wie es der Kollege Dr. Brunnhuber ausgeführt hat, ein zentrales Element unserer Bildungsgerechtigkeit. Es geht nicht ausschließlich, wie oft suggeriert wird, um die Übertrittsquote ans Gymnasium. Es geht vielmehr darum, mit der Mittelschule vielen Schülerinnen und Schülern – und ein knappes Drittel der Schüler sieht dies so – eine eigene, echte Perspektive zu schaffen. Hier bin ich bei euch, dass diese Schulart jede Unterstützung verdient hat. Auch ich besuche überwiegend Mittelschulen. Dort erlebe ich stets viel Herzblut, viel Engagement. Für mich steht über diesem Engagement, über diesem Herzblut eine klare Erkenntnis: Der Erfolg der Mittelschule sind die Lehrkräfte. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Es sind Lehrerinnen und Lehrer, die weit mehr tun, als sie müssten. Schulen – das sagt unsere Verfassung – sollen auch Herz und Charakter bilden, und genau das erlebe ich an unseren Mittelschulen. Lehrerinnen und Lehrer sind dort mehr als nur Lehrkräfte: Sie sind Ansprechpartner, sie sind Bezugspersonen, teilweise sind sie auch Elternersatz geworden. Sie arbeiten mit Überzeugung und Herzblut trotz enormer Herausforderungen. Dafür danke ich allen unseren Mittelschullehrern und Mittelschullehrerinnen von Herzen. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Sie werden unterstützt von einem System von Unterstützungskräften, weiteren Kräften aus der Jugendsozialarbeit, Schulpsychologen, Schulsozialpädagogen. Sie werden jetzt auch über das Startchancen-Programm sicherlich weiter gestärkt, das größte Bildungsprogramm in der Bundesrepublik Deutschland mit über 20 Milliarden Euro in zehn Jahren. Auch 150 Mittelschulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler in Bayern werden in Zukunft mit dem Startchancen-Programm gezielt gefördert, 150 von 580 insgesamt, um einfach ihre Lern- und Lehrumgebungen weiter zu verbessern, in die Unterrichtsentwicklung zu investieren und ihre multiprofessionellen Teams weiter zu stärken. Damit ist die bayerische Mittelschule für mich der zentrale Bestandteil unserer Bildungsarchitektur. Konsequent praxisbezogen begleitet sie junge Menschen auf ihrem Bildungsweg, fördert sie individuell und öffnet Türen zu verschiedenen Abschlüssen. "Kein Abschluss ohne Anschluss" ist das nächste Thema. Ich danke der gesamten Mittelschulfamilie dafür, dass sie für jeden Weg stark macht, wie das Motto der heutigen Aktuellen Stunde und auch das Motto der Initiative unserer Staatsministerin lautet. Dieses Motto muss tatsächlich auch unser Anspruch sein. Ich war kürzlich an einer Mittelschule; da ist mir dieses "stark für jeden Weg" wieder deutlich bewusst geworden. Ich war in einer 9. und in einer 10. Klasse. Wir haben locker diskutiert. Danach kamen noch zwei Schülerinnen auf mich zu: eine junge Ukrainerin, die seit zwei Jahren in Deutschland ist und neben ihrem Mittelschulabschluss parallel online den ukrainischen Schulabschluss absolviert, sowie eine zweite Schülerin, die sich intensiv an der Diskussion beteiligt hat. Mir hat dann der Schulleiter im Büro erzählt, diese Schülerin kommt vom Gymnasium, war in der Jugendpsychiatrie, weil sie schwer traumatisiert ist, und schreibt jetzt an der Mittelschule nur Einsen und Zweien, weil man ihr die Zeit geben kann, die sie am Gymnasium niemals bekommen würde. Sie wird mit Sicherheit ihren Weg gehen. Sie wird an die FOS gehen und womöglich studieren, weil sie an der Mittelschule diese individuelle, genau auf sie zugeschnittene Unterstützung erfährt. Da knüpfe ich, lieber Kollege Dr. Brunnhuber, an das Klassenleiterprinzip an. Man hat in dieser Diskussion auch bei den beteiligten Klassenleitern gespürt, dass einfach der Geist der Mittelschule über dieses Prinzip lebt, dass wir konsequent praxisbezogen sein müssen mit dem Ziel, schwächere Schüler genauso wie stärkere individuell gleichermaßen zu fördern. Das müssen wir in Zukunft weiter stärken. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Ich danke Ihnen, Frau Staatsministerin, ganz ausdrücklich für diese Initiative und vor allen Dingen dafür, dass Sie ganz konsequent Praktiker in diese Initiative einbeziehen, dass Sie Pioniere einer modernen Mittelschulpädagogik in diese Arbeitsgruppe berufen haben und dass Sie die Mittelschulwerkstätten mit einer intensiven Einbindung der gesamten Schulfamilie in ganz Bayern mit dem Auftrag durchführen, Ideen zu sammeln und konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Uns ist diese Praxis gemeinsam wichtig. Das spürt man auch in der Zusammenarbeit im Bildungsausschuss. Es gibt an unseren Schulen so viel pädagogisches Herzblut, so viel Pionierarbeit. Ich bin überzeugt, dass wir damit die Mittelschule auch in Zukunft noch besser aufstellen werden. Die Mittelschule macht stark für jeden Weg. Ich möchte es noch einmal betonen, dass genau die drei Säulen, die diese Initiative ausmachen – Zeit, Zukunft und Ziele –, auch mit den richtigen Ansätzen hinterlegt sind. Ich sage nichts zu den Einzelheiten; das wird die Kollegin Ute Eiling-Hütig für die CSU-Fraktion übernehmen. Aber das Motto und der Ansatz sind die richtigen: Zeit zum Lernen, zur Entwicklung, zur Förderung von Basiskompetenzen, Zeit zu geben, flexibel zu sein, jeden Weg zu ermöglichen, das ist die Mittelschule. Lernen lebensnah zu gestalten, Übergänge zu sichern und Berufsorientierung zu stärken, auch das ist in Zukunft sicherlich der Kern des Erfolgs der Mittelschule. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Für diese Ziele braucht es unsere volle Unterstützung für Schulen, für Schüler, für Lehrkräfte, für die gesamte Schulfamilie. Ich, liebe Frau Staatsministerin, unterstütze die weitere Profilschärfung der Mittelschule im Rahmen der Initiative "Mittelschule – stark für jeden Weg" und bin überzeugt, dass wir damit den wachsenden Herausforderungen an der Mittelschule wirksam begegnen werden. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN)

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