Dr. Ute Eiling-Hütig
Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen! Manchmal wünschte ich mir, dass die Diskussion im Plenum so sachlich wäre wie im Ausschuss. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Wir alle sind uns einig: Bildung ist das Herzstück in unserem Land. Bei uns im Freistaat gilt: Jedes Talent zählt. Darum unterstützen wir unsere Schulfamilie auf allen Ebenen. Bayern ist Bildungsland mit klaren Zielen und beeindruckenden Zahlen, wie uns die Kollegen Stieglitz und Brunnhuber eben ausführlich berichtet haben. Liebe Nicole, ein Drittel des Haushalts fließt in die Bildung unserer jungen Menschen; denn 59 Milliarden Euro von 168 Milliarden Euro kommen doch stark an ein Drittel heran, oder sehe ich das falsch? – Das Geld kommt auch genau dort an, wo es gebraucht wird und hingehört. Heute sind in Bayern so viele Lehrkräfte beschäftigt wie noch nie. Wir werden weiter zulegen. Trotz des Stellenmoratoriums 2026, das uns auch nicht passt, ist es ein ganz wichtiges Signal, dass unsere Schulen zum Schuljahr 2027/2028 1.900 zusätzliche Stellen erhalten. Liebe Gabi, eine Nullrunde ist das nicht; denn das hieße, es würden überhaupt keine Lehrkräfte eingestellt. Es werden aber sehr wohl die Stellen besetzt, die frei werden. Nur die zusätzlichen Stellen unterfallen dieses Jahr einem Moratorium. Das hat man in deiner Rede vielleicht falsch verstehen können. Bei den steigenden Schülerzahlen sind die 1.500 zusätzlichen Lehrerplanstellen und die 400 zusätzlichen Stellen für Unterstützungskräfte zwingend notwendig für gute Bildung. Da sind wir uns einig. Ein zentraler Schlüssel für diese gute Bildung sind unsere engagierten Lehrkräfte. (Unruhe bei den FREIEN WÄHLERN) – Herr Locke, geht das vielleicht etwas leiser? – Sie setzen sich unermüdlich für unsere Schülerinnen und Schüler ein, Tag für Tag, in allen Schularten. Genau deshalb schneiden bayerische Schülerinnen und Schüler in bundesweiten Vergleichen nach wie vor überdurchschnittlich gut ab. Die Panikmache kann ich also nicht ganz nachvollziehen. Für die geleistete Arbeit spreche ich unseren Lehrkräften von Herzen ein Dankeschön aus. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Diesen Dank und unsere Anerkennung zeigen wir auch durch weitere Stellenhebungen. Mir persönlich ist ganz wichtig, dass an unseren Schulen Theorie und Praxis eng miteinander verzahnt werden. Nur so bereiten wir unsere Schülerinnen und Schüler auf ein gelingendes Leben nach der Schule vor. Wir müssen den Eltern aber auch immer wieder gut erklären, dass berufliche und akademische Bildung gleichwertig ist. Ein Flächenland wie Bayern braucht Meister und Master. Unsere duale Berufsausbildung ist unbestritten ein international anerkanntes Erfolgsmodell. Darauf können wir sehr stolz sein. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Auch bei der individuellen Förderung unserer Kinder sind wir sehr gut aufgestellt. Wir haben mit unseren rund 1.100 Schulpsychologinnen und Schulpsychologen bundesweit das beste Lehrer-Schüler-Verhältnis. Die rund 1.800 Beratungslehrkräfte sind unverzichtbare Ratgeber für Eltern und Schüler bei der Gestaltung der individuellen Bildungswege. Ich bin inzwischen ein echter Fan von multiprofessionellen Teams. Liebe Simone, du weißt, das war nicht immer so. Es hat ein bisschen gedauert. Gemischte Teams sind einfach erfolgreicher. Es ist nur im Interesse unserer Schülerinnen und Schüler, wenn Lehrkräfte, Schulsozialpädagogen, Schulpsychologen und Beratungslehrkräfte eng zusammenarbeiten. Dieses Teamwork, dieses gute Miteinander verschiedener Professionen müssen wir natürlich noch weiter fördern, durch noch mehr Vernetzung, noch mehr Zusammenarbeit und noch mehr Austausch. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn Haushaltsmittel knapp sind, geht manchmal trotzdem einiges durch gute Ideen und Kreativität. Lassen Sie mich das am Beispiel der Wertebildung kurz darstellen. In diesem Schuljahr werden doppelt so viele Wertebotschafterinnen und Wertebotschafter ausgebildet, nämlich 200 im Jahr statt 100, und das bei einem gleichbleibenden Haushaltsansatz. Wie geht das? – Indem die Ausbildung gestrafft und angepasst wurde. Weniger teure Übernachtungen – früher war es eine Ausbildungswoche im Schullandheim –, aber nach wie vor gleiche Inhalte, jetzt analog an zwei Präsenztagen und in zwei virtuellen Sitzungen. Der Erfolg ist riesig. Die Anmeldezahlen haben sich wie gesagt verdoppelt. Ein virtuelles Elterncafé ergänzt neuerdings das Angebot; denn – das wissen wir auch – Wertebildung beginnt schon im Elternhaus. Also: Trotz der ohne Frage nicht einfachen Haushaltslage genießt Bildung im Freistaat weiterhin höchste Priorität. So bin ich mir sicher, dass Bayern dank des guten Miteinanders von Politik und Schulfamilie weiterhin das Bildungsland Nummer eins bleibt. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN)
