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Martin Behringer

FREIE WÄHLER 19.03.2026 Sitzungen 19/72

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Man erkennt den Wert einer sicheren Zukunft oft erst, wenn man sieht, wie lange ihre Zerstörung nachwirkt. Knapp vierzig Jahre ist es jetzt her, dass die Atomkatastrophe von Tschernobyl passiert ist. Sie wird sich in ein paar Wochen wieder jähren. Obwohl das über 1.000 Kilometer weg ist, haben wir nach wie vor massive radioaktive Belastung gerade im Bayerischen Wald. Die Pilze, auch die Wildschweine müssen nach wie vor entsorgt werden, weil sie nach wie vor strahlen. Und was will die AfD? – Sie will die ganze Technik wiederum in Gang setzen. (Zuruf von der AfD: Jawohl!) Sie will auf kleine Atomkraftwerke setzen, obwohl es auf der ganzen Welt momentan noch kein einziges funktionierendes gibt. Mir kommt es so vor, als ob die AfD in einem Auto ohne Motor sitzt und aufs Gas tritt. Genauso kommt mir das bei der AfD mit ihrer Atomkraft vor. Sie bringen einfach nichts Neues. Sie haben immer das Gleiche. Es bleiben viele Fragen offen. Wie gesagt, bis dato funktioniert kein einziges Mini-Atomkraftwerk. Auch die Wirtschaftlichkeit, die Sie angesprochen haben, ist in keiner Weise gegeben. Es gibt Berechnungen, dass Strom aus diesen Mini-Atomkraftwerken zwischen 50 Cent und 80 Cent kostet. Bei der Windenergie haben wir Gestehungskosten von 5 Cent bis 10 Cent. Da muss ich ganz ehrlich sagen: SMR-Strom ist deutlich teurer, die Windkraft wirtschaftlich und dementsprechend attraktiver. Der Zeitfaktor: Unter zwanzig Jahren baut doch keiner mehr ein Atomkraftwerk, alleine schon wegen der ganzen Genehmigungsphasen, Planungsphasen usw. Schauen Sie nach Frankreich oder England: jahrelange Verzögerungen, Verteuerungen um Milliardenbeträge. Dann sprechen Sie von wirtschaftlichem Strom, der nur durch Steuersubventionen billiger gemacht werden kann, was aber der Wirtschaft und auch den Bürgerinnen und Bürgern nichts bringt. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und den GRÜNEN sowie Abgeordneten der CSU und der SPD) Das Gleiche gilt für die Aussage, dass der Müll umgewandelt wird und wir dann weniger Atommüll haben, dann brauchen wir kein Endlager mehr. (Zuruf von der AfD: Ja!) Das ist doch ein Ammenmärchen! Jeder weiß: Bei der Wiederaufbereitung, egal in welche Richtung, bleibt ein Rest übrig, der hochgiftig ist, giftiger als alles andere, (Widerspruch bei der AfD) und Jahrzehnte, Jahrhunderte strahlt. (Unruhe – Glocke des Präsidenten) Wir hinterlassen da vielen Generationen Müll. Das ist einfach unmöglich. Das geht nicht, dass wir den uns nachfolgenden Generationen so etwas hinterlassen. Das, was wir haben, reicht ohnehin schon. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und den GRÜNEN sowie Abgeordneten der SPD) Wir brauchen nicht noch mehr zu produzieren. Seien wir froh, wenn wir endlich ein Endlager finden, das wirklich sicher ist und funktioniert. Aber momentan haben wir die Standortentscheidung noch immer nicht. Das Problem ist nach wie vor ungelöst. Wir brauchen endlich Lösungen, nicht irgendwelche Ammenmärchen von kleinen Atomkraftwerken, die sowieso nicht funktionieren.

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