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Sebastian Friesinger

CSU 19.03.2026 Sitzungen 19/72

Sehr geehrtes Präsidium, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin als allererstes für Bayern da. Ich setze mich für bayerische Landwirtinnen und Landwirte ein. Ich setze mich vor allem für diejenigen Betriebe ein, die bereits investiert und sich Wissen angeeignet haben und die man zum Teil vor den Kopf gestoßen hat. Darum muss man ganz einfach weiter dranbleiben. Bayern steht nämlich in Sachen Biogas vor einer doppelten Herausforderung. Die Transformation hin zur klimaneutralen Energieversorgung bei gleichzeitiger Sicherstellung der Versorgungssicherheit mit Energie zum akzeptablem Preis ist die Aufgabe der Zukunft. Dieser müssen wir uns stellen. Die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten – wir haben es schon öfter gehört – hat uns insbesondere durch den Wegfall russischer Gaslieferungen die Dringlichkeit einer heimischen, flexiblen und grundlastfähigen Energiequelle – das ist sie allemal – schlagartig vor Augen geführt. Bei Biogas und Biomethan handelt es sich nicht um Technologien für die Zukunft, sie sind bereits jetzt funktionierende Realität in Bayern. Es gibt über 2.700 Biogas-Betriebe. Jede vierte Biogasanlage steht bei uns in Bayern. Das haben wir jetzt schon ein paarmal gehört. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie hat mit der Einspeiseinitiative Biogas Bayern im Mai 2025 einen Prozess ins Leben gerufen und gestartet, an dem Netzbetreiber, Anlagenbetreiber, Verbände, Wissenschaftler und alle drumherum beteiligt sind. Dazu zählen der Bayerische Bauernverband, mehrere Netzbetreiber und vor allem auch der Fachverband Biogas. Ziel ist es, den Anschluss von Biogasaufbereitungsanlagen ans Gasnetz deutlich zu beschleunigen und wirtschaftlicher zu gestalten. Dies erfolgt vor dem Hintergrund der Umsetzung der Gas-Binnenmarkt-Verordnung und der Gas-Binnenmarkt-Richtlinie sowie des Auslaufens der Gasnetzzugangsverordnung. Es bestehen Hemmnisse bei Transport und Einspeisung. Wir brauchen Initiativen, um das zu unterstützen und voranzutreiben. Es ist wichtig, dass wir uns auch einbringen. Der Sinn dieses Antrags ist es, dies beim Bund voranzutreiben, und zwar im positiven Sinn. Wir müssen Anträge im Bundesrat zur EEG-Novelle einbringen und uns beim Kraftwerkssicherheitsgesetz für eine flexible Strom- und Gasproduktion für heimisches Biogas einsetzen. Die Netzzugangsverordnung wird zurzeit immer nur verlängert. Wir brauchen aber Planungssicherheit für unsere Landwirte, um sie dazu zu bewegen, auch weiterhin zu investieren. Das würde für unsere Resilienz in Bayern einen wichtigen Beitrag leisten. Zudem wäre die Flexibilisierung mit Speichervorrichtungen – wir haben es schon gehört – und auch mit Akkus wichtig. Vor Ort können wir sehr viel unterstützen. Im Endeffekt ist es richtig, dies zu fordern. Ein Biogas-Cluster ist mit Sicherheit der richtige Weg, um das voranzutreiben. Mit Sicherheit gibt es noch große Herausforderungen, zum Beispiel einen Leitungsbau, der einen großen Kostenfaktor darstellt. Ich komme aus dem Raum Rosenheim. Wir haben ungefähr 115 Biogasanlagen. Im kleinen Kreis haben wir im Landkreis schon des Öfteren Gespräche geführt, wie wir das darstellen könnten. Wir können nicht bloß stolz sein, dass wir unser Herbstfest in Rosenheim mit regionaler Energie versorgt haben. Wir müssen auch für die Zukunft etwas voranbringen, damit die Landwirte weiter ihrer Tätigkeit nachgehen und ihr Wissen einbringen können. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Die Gasaufbereitung können größere Betriebe selber darstellen. Des Öfteren würde reines Biogas reichen. Das haben wir auch schon gehört. Wir brauchen nur die Leitungen dazu. Dies kann mit der Netzzugangsverordnung geregelt werden. Wir sollten wirklich zum Vorteil unseres Landes handeln. Aus diesem Grund ist dieser Antrag zu unterstützen. Biogas ist klimafreundlich, steuerbar und grundlastfähig. Es kann dezentral produziert werden und verringert die Abhängigkeit von Importen. Bei uns in Bayern sind die Landwirte bereit zu investieren. Das geht aber nur, wenn wir ihnen Planungssicherheit und eine Perspektive geben. Biogas ist ein zentraler Baustein für Versorgungssicherheit, für den Klimaschutz, von dem wir oft reden, und für die Resilienz. Stimmen wir dem Antrag für die Zukunft der landwirtschaftlichen Familienbetriebe zu, die sich in diesem Bereich bis jetzt massiv engagieren und sich Wissen angeeignet haben. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN)

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