Ludwig Hartmann
Bitte schön. Staatsminister Hubert Aiwanger (Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie): Auch auf diese Frage könnten Sie sich die Antwort selbst geben, weil sie auf der Hand liegt. Sie haben zuvor die sofortige Fotodokumentation für jedes geschossene Reh gefordert. Das ist Ihrer Meinung nach richtig. Aber einmal im Jahr Rehgehörne vorzulegen, ist aus Ihrer Sicht völlig unzumutbar. (Zuruf des Abgeordneten Harry Scheuenstuhl (SPD)) Meine Damen und Herren, die Vorlage der Rehgehörne gewährleistet die Dokumentation des wildbiologischen Zustands der Population. Daran können der Fachmann und der Wildbiologe ablesen, ob der Bestand in Ordnung ist. Wenn in einem Revier nur kümmerliche Gehörne wie Korkenziehergeweihe, Knopfböcke usw. vorgelegt werden, lässt das auf Parasitenbefall im Bestand, Überpopulation oder eine falsche Bejagung der Muttertiere schließen. Wenn gesunde, gut entwickelte Gehörne vorgelegt werden, weiß man, dass der Bestand in Ordnung ist. Darüber hinaus ist die Pflichthegeschau Teil eines Wildtiermanagementsystems, das Sie garantiert einführen würden, wenn es nicht bereits existierte. Wir wollen sehen, in welchem Zustand sich das Wild befindet. Wir wissen, dass genau diese Hegeschauen für Jäger, Grundbesitzer, Bürgermeister, Landräte, Polizei, Bund Naturschutz und Forstbehörden die Plattform schlechthin sind, da alle vertreten sind. Das ist eine unbezahlbare Austauschplattform, auf der man sich einmal im Jahr zu aktuellen jagdpolitischen Themen austauschen kann. (Zuruf des Abgeordneten Harry Scheuenstuhl (SPD)) Genau diese Plattform wollen Sie streichen, (Harry Scheuenstuhl (SPD): Freiwillig!) auf der die Leute vor Ort reden. Sie wollen dafür ein Kontrollsystem einführen. Wir reden lieber vor Ort miteinander als durch staatliche Anweisungen von oben übereinander. (Anhaltender Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU)
