Ludwig Hartmann
Entschuldigung! Ich bitte um ein bisschen mehr Ruhe im Saal. Staatsminister Hubert Aiwanger (Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie): Sie greifen sich einige Tierarten heraus und meinen, damit den Tieren einen Gefallen zu tun. Das Gegenteil ist der Fall. Die Tiere sind in der Hand des Jägers über Jahrhunderte nicht in Gefahr geraten. Wenn man sie Ihnen in die Hand gibt, weiß ich nicht, was dann passiert. Ich will hier nicht das Thema Sand und Sozialismus als Parabel oder als Vergleich aufstellen, dass nach einer gewissen Bewirtschaftung durch gewisse Leute selbst der Sand in der Wüste knapp wird. (Unruhe bei den GRÜNEN und der SPD) Meine Damen und Herren, lassen Sie diese Tiere im Jagdrecht. Das nächste Thema ist die Fallenjagd. Ja, auch die regeln wir neu, indem automatisch künftig jeder, der den bayerischen Jagdschein macht, auch die Sachkunde für die Fallenjagd hat. Warum machen wir das? – Weil hier immer mehr Tiere, auch neu zugewanderte Tiere wie Waschbären in Städten, mit der Falle gefangen werden müssen. Wenn der Jäger hierzu nicht die Kompetenz hat, wer soll es dann machen? – Sollen das wieder irgendwelche Wildmanager mit Bund-Naturschutz-Armbinde machen? Wir sagen hier ganz klar: Auch hier sind die Jäger gefordert. Wenn sich Naturschutzleute nützlich machen wollen: Bitte, tun Sie das. Jetzt gehe ich noch auf das Thema Fischotter ein. Auch hier hat sich eine gewisse Organisation wieder nicht mit Ruhm bekleckert. Es ist das alte Spiel: Deutsche Umwelthilfe und Bund Naturschutz klagen gegen unsere Fischotterverordnung bezüglich der jagdlichen Umsetzung mit der Fallenjagd. Obwohl wir Wildmelder und Fallenmelder reingeschrieben haben – sobald die Klappe runterfällt, bekommt der Jäger sein Signal aufs Handy und weiß, dass er sofort raus muss –, sagen Ihre Ankläger wieder, das sei nicht selektiv genug und dies und jenes dürfe man nicht tun. (Widerspruch bei den GRÜNEN) Wissen Sie, was Sie damit erreichen? – Bitte geben Sie das an die Organisationen weiter: Sie erreichen das Gegenteil von Artenschutz. Sie betreiben Artenvernichtung; und zwar sehen wir bei der Überpopulation der Fischotter, dass die letzten Huchenvorkommen – das ist ein Fisch, falls Sie das nicht wissen – weggefressen werden; die letzten Bachforellen werden weggefressen, die letzten Teichhühner werden weggefressen, der letzte Teichwirt wird am Ende seinen Teich aufgeben, und damit verschwindet das Biotop für Amphibien. Aber all das ist Ihnen offenbar völlig egal, und hier wird dagegen geklagt. (Toni Schuberl (GRÜNE): Es braucht eine rechtmäßige Verordnung!) Deswegen müssen wir hier dranbleiben. Wir werden weiterhin versuchen, auch beim Fischotter, wie bei jeder anderen Tierart, ein vernünftiges Management einzuführen, damit wir auch den Fischotter, genauso wie den Wolf, genauso wie das Reh, genauso wie den Fuchs und genauso wie den Eichelhäher, so bejagen, wie es sinnvoll ist. Ich glaube, dass dieser Gesetzesvorschlag rundum abgewogen und sinnvoll ist. Deswegen bitte ich Sie um Ihre Zustimmung zu diesem sehr sinnvollen und sehr abgewogenen Gesetzentwurf, der gut für Wald, Wild, Jäger und Grundbesitzer ist. Vielen Dank dafür! (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU)
