Dr. Ute Eiling-Hütig
Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen! Simone, ich bin froh, dass du am Anfang festgestellt hast, was die Lehrkräfte alles leisten; denn das tun sie. Dafür gebührt ihnen größter Dank; denn die Herausforderungen werden tatsächlich nicht weniger, sondern mehr. Der Freistaat begegnet diesen Herausforderungen und unterstützt die Schulfamilie auf allen Ebenen. Bayern ist Bildungsland. Wir wissen alle, dass jeder dritte Euro unseres Staatshaushalts in die Bildung fließt. Fakt ist auch, dass wir im Freistaat im Augenblick so viele Lehrkräfte wie noch nie haben. Trotzdem ist natürlich klar, dass gleichzeitig die Herausforderungen und auch die Anzahl der Schülerinnen und Schüler extrem gestiegen sind. Dem müssen wir natürlich begegnen. Deswegen ist es sicherlich bedauerlich, dass wir 2026 ein Stellenmoratorium haben, über das wir alle nicht glücklich sind. Aber ich gebe eines zu bedenken: Jeden Euro, den wir einnehmen, können wir nur einmal ausgeben. Nur einmal! Ein Drittel eines jeden Euros fließt in die Bildung. Wir werden bei den Stellen weiter zulegen. Wir schaffen mit dem Doppelhaushalt 1.500 zusätzliche Lehrerstellen und 400 Stellen für pädagogische Unterstützungskräfte. Bis 2029 werden weitere 9.000 Stellen für Lehrkräfte und Unterstützungskräfte geschaffen. Diese Investitionen schaffen Qualität. Bayern verfügt über ein qualitativ hochwertiges, differenziertes und bewährtes Schulsystem von der Grundschule bis zur Universität. Das wird auch bundesweit anerkannt. In den bundesweiten Vergleichsstudien schneiden bayerische Schülerinnen und Schüler traditionell überdurchschnittlich ab. Ja, das ist ein Verdienst der Lehrkräfte, die diese Leistung erbringen. Selbstverständlich haben wir uns darüber Gedanken gemacht, wie man diese Lehrkräfte entlasten kann. Ich nenne Ihnen nur zwei Beispiele, nämlich das Aufwachsen der multiprofessionellen Teams und die Schulsozialpsychologen. Uns muss aber auch klar sein, dass wir 6.000 Schulen haben. Wir werden es nicht schaffen, an jeder dieser Schulen ein multiprofessionelles Team einzurichten oder dort einen Schulpsychologen zu beschäftigen. Diese Instrumente werden über mehrere Schulen verteilt werden müssen. Aber auch hier steigern wir unsere Kapazitäten. Wir haben die verpflichtenden Sprachstandserhebungen eingeführt. Das geschah natürlich vor dem Hintergrund, dass Kinder, die in die Schule kommen, über ein möglichst gleiches Sprachniveau verfügen sollen. Letztlich führt das aber auch zu einer Entlastung der Lehrkräfte, die diese Schülerinnen und Schüler in der ersten Klasse vor sich sitzen haben und mit ihnen dann einen entsprechenden Unterricht durchführen können. Natürlich kann man immer noch mehr machen, und es könnte alles schneller gehen. Aber, wie gesagt: Ich kann einen Euro, den ich einnehme, nur einmal ausgeben. Wir haben beim Thema Digitalisierung auf ein Vier-Säulen-System umgestellt. Das ist nur ein Beispiel für die Reduzierung von Bürokratie. Ich könnte noch viele weitere solcher Beispiele nennen, aber so viel Zeit haben wir heute nicht. Das ist ein Vorreitermodell. Andere Bundesländer sind ganz neidisch, dass das bei uns jetzt so schnell geht. Das ist auch eine Entlastung für die Schulleitungen. Bei uns wird die Gleichwertigkeit der beruflichen und der akademischen Bildung hochgehalten. Beide werden als gleichwertig erachtet und gleichermaßen geschätzt. Bayern setzt mit der dualen Berufsausbildung auf ein international extrem anerkanntes Erfolgsmodell. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Wir sichern damit hoch qualifizierten Nachwuchs unter dem Leitgedanken: Jedes Talent zählt. Ein vielfältiges und differenziertes Förderangebot unterstützt Schülerinnen und Schüler entsprechend ihren Begabungen und Interessen in ihrem individuellen Lernprozess. Darauf legen wir größten Wert. Eine tragende Säule der schulischen Arbeit ist das umfassende Unterstützungsnetzwerk an den Schulen, ob das Beratungslehrkräfte, Schulpsychologinnen und Schulpsychologen, Schulsozialpädagoginnen und Schulsozialpädagogen oder pädagogische Unterstützungskräfte sind, die in multiprofessionellen Teams sehr eng mit den Lehrkräften zusammenarbeiten. Ja, wir haben steigende Herausforderungen, und ja, ich habe gerade einige Instrumente genannt, mit denen wir diesen begegnen. Aber ganz ehrlich: Wir bekommen nicht mehr Lehrkräfte, wenn wir ständig so schlecht über diesen Beruf reden. Dann will das keiner mehr studieren. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Ich sehe die Schulen nicht am Limit. Ich sehe, dass wir Herausforderungen haben, denen wir begegnen. Deswegen ist mir nicht darum bange, dass Bayern Bildungsland Nummer eins in Deutschland bleibt. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN)
