Kristan Freiherr von Waldenfels
Vielen herzlichen Dank, Herr Vizepräsident. – Herr Kollege Scheuenstuhl, liebe Kolleginnen und Kollegen! Tatsächlich haben der Altmühlsee mit einer Größe von 4,5 Quadratkilometernund der gesamte Naturpark Altmühltal mit 1,4 Millionen Besuchern im Jahr 2024 eine wesentliche, eine große Bedeutung, nicht nur für alle Einwohnerinnen und Einwohner in Nürnberg – und sogar in Stuttgart –, Erlangen und Fürth, in der ganzen Region, sondern sie sind auch ein großer touristischer Magnet im Freistaat. Deswegen hat bereits im Jahr 2010 der damalige Umweltminister Dr. Markus Söder zu einer Seenlandkonferenz geladen. Es wurden umfangreiche Maßnahmen ergriffen. Unter anderem wurden die Kläranlagen weiter oberhalb der Altmühl saniert und verbessert. Dadurch ist die Sichttiefe im See besser geworden, es konnten mehr Wasserpflanzen gedeihen, und insgesamt sind die Blaualgenbelastung und damit die Cyanobakteriengefahr zurückgegangen. Die Einführung von Phosphor in den See ist um vier Tonnen jährlich reduziert worden. Aber es ist auch klar, dass sich aufgrund der Wassertemperaturerhöhung im Zusammenhang mit dem Klimawandel um vier Grad Celsius in den letzten Jahren die Gefahr wieder verstärkt hat, weil bei höherer Wassertemperatur mehr Phosphor freigesetzt wird. Deswegen hat nicht zuletzt im vergangenen Jahr das Wasserwirtschaftsamt Ansbach im Januar und Juli zu entsprechenden Fachtagungen eingeladen, an denen über 100 Teilnehmer aus den Ämtern für Landwirtschaft, den Ämtern für Ländliche Entwicklung, von einem halben Dutzend Universitäten, aus den Kommunen und von allen Beteiligten vor Ort teilgenommen haben. Es wurde ein umfangreiches Maßnahmenpaket erarbeitet, und Maßnahmen wurden bereits im letzten Jahr umgesetzt. An den Wasserpflanzen wurden Schutznetze angebracht. Insgesamt wurden bereits über 750 Kubikmeter phosphorhaltiger Schlamm aus dem See entnommen. Die Maßnahmen laufen in diesem Jahr weiter, wenn der Altmühlsee wieder aufgefroren ist. Im Moment, Herr Scheuenstuhl, geht das leider nicht. Der Badebereich wurde weiterhin abgetrennt, wie das auch vor Ort gewünscht war. – Sie haben selber angesprochen, dass die Badetage beeinträchtigt waren. – Die baulichen Maßnahmen dafür wurden bereits vergeben – teilweise sind sie ausgeschrieben, und die Vergabe steht unmittelbar bevor –, für den Einbau von Fundamenten und eine Schwimmwand. Gleichzeitig wird eine Wasseraufbereitung im Bereich der Badegäste eingebaut. Diese wird im April, also noch vor der Badesaison, in Betrieb gehen. Meine sehr verehrten Damen und Herren, es ist, denke ich, also deutlich, dass der Freistaat Bayern weder in finanzieller Hinsicht noch in der Frage der Geschwindigkeit seiner Aufgabe zur Sicherung des Altmühlsees und des Altmühltals nicht nachkommen würde. Man geht auch an die Ursache heran. So hat man im vergangenen Jahr 2025, Herr Kollege Scheuenstuhl, 100.000 Euro allein zur Renaturierung der Altmühl ausgegeben und um dafür zu sorgen, dass Sedimente nicht so häufig eingetragen werden. Ergänzend hat man mit den Universitäten und Hochschulen, die involviert sind, verschiedene Förderprogramme laufen, um Sedimente zu entnehmen und daraus dann Erkenntnisse über den Phosphoreintrag zu gewinnen; insbesondere auch nach der Schneeschmelze wird das von wissenschaftlicher Relevanz sein. Ein weiterer Punkt, der in Ihrem Antrag aufgeworfen wird, ist die Frage, ob denn dafür weitere Förderprogramme etabliert werden können. Diese bestehen ebenfalls schon. Das zweistufige Förderprogramm zur Gewässeruntersuchung mit einem Forschungsschwerpunkt an der Landesanstalt für Landwirtschaft, der LfL, ist nur ein Beispiel. Insofern, denke ich, ist doch klar und deutlich, dass der Freistaat Bayern bereits umfangreiche Maßnahmen umgesetzt hat, nämlich alle, die in den entsprechenden Fachtagungen angesprochen wurden, und keine Kosten und Mühen scheut, um die Zukunft des Altmühlsees und damit dessen touristische Qualität auch als Naherholungsgebiet für die Anwohnerinnen und Anwohner zu sichern. Insofern betrachte ich diesen Antrag als unerheblich und plädiere für Ablehnung. (Beifall bei der CSU sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER – Norbert Dünkel (CSU): Sehr gut!)
