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Florian Köhler

AfD 10.02.2026 Sitzungen 19/70

Sehr geehrter Herr Vizepräsident, sehr geehrte Damen und Herren! Herr Stümpfig, Sie müssen schon ein bisschen sorgsamer mit unseren CSUlern hier im Haus umgehen. Das sind sensible Geschöpfe. Wenn diese der Lobby für fossile Energien auf den Leim gegangen sein sollen, dann gestatten Sie mir festzustellen, dann haben Sie zu oft mit einem Trauzeugen von Robert Habeck angestoßen. Die GRÜNEN wollen in diesem Jahr 1,8 % der bayerischen Landesfläche für Windräder verplanen. Damit treiben sie eine ideologiegetriebene Energiewende voran. Diese schadet Bayern, anstatt uns zu nützen. Das ist nicht mehr als ein weiterer Angriff auf unsere Heimat, unsere Wirtschaft und unsere Umwelt. Sie beschreiben in dem Gesetzentwurf als Lösung – ich zitiere –: "Beim Klimaschutz ist größtmögliche Geschwindigkeit geboten, um die Erderwärmung noch auf 1,5 Grad begrenzen zu können." Faktencheck: Der mit Abstand größte Emittent war 2024 China mit 15,5 Milliarden Tonnen CO -Äquivalenten. Das waren rund 30 % der globalen Emissionen. Dahinter folgen die USA, Indien, Russland und sogar Indonesien. Indonesien hat einen höheren CO -Ausstoß als Deutschland. Liebe GRÜNE, anstatt es hier bei uns mit Deindustrialisierung zu versuchen, wäre es wesentlich sinnvoller, dass Ihre Klientel auf ein paar Flüge nach Bali in Indonesien verzichtet. Aber zurück zum Gesetz. Bayern ist ein windarmes Land. Die durchschnittliche Auslastung von Windrädern liegt hier im Vergleich mit küstennahen Regionen bei etwa 20 %. Dennoch soll dieser Entwurf den Ausbau forcieren, was automatisch zu einer "Verspargelung" unserer Landschaft führt. Mich stört an diesem Gesetzentwurf noch viel mehr, dass eine Abhängigkeit entsteht, die im Widerspruch zum Energieautonomie-Märchen der GRÜNEN steht. Kaum ein europäisches Land kann heute eine Windkraftanlage mit eigenen Ressourcen bauen. Materialien wie Balsaholz, das für viele Rotorblätter verwendet wird, stammen aus tropischen Regionen wie Ecuador, oft auch illegal abgeholzt. Hier gibt es keinen Aufschrei. Die Kunst- und Verbundstoffe in den Rotorblättern sind weder recycelbar, noch können sie ohne Schadstofffreisetzung entsorgt werden. (Florian von Brunn (SPD): Stimmt doch nicht!) Sonst schreien sie immer nach einem Endlager und dergleichen. Hier ist es Ihnen völlig egal. Mit der Elektronik, die in einem solchen Windrädchen enthalten ist, brauche ich gar nicht anzufangen. Bevor eine einzige Kilowattstunde Ökostrom fließt, beginnt für jedes Windrad eine weltumspannende Transportkette. Rotorblätter mit über siebzig Metern Länge kommen mit schwerölbetriebenen Spezialschiffen über die Ozeane. Ein einziges dieser Frachtschiffe aus China stößt mehr Schwefeldioxide aus als Zigtausende Autos zusammen. Die typische Route aus China oder Indien nach Europa umfasst zwischen 20.000 und 25.000 Kilometern. Ganz abgesehen – wenn man Ihrem Gesetzentwurf folgt – von den Waldrodungen, die es mit sich bringen wird. Bayern ist das waldreichste Bundesland und beherbergt fast ein Viertel der gesamten Waldfläche der Bundesrepublik. Etwa 35 % von Bayern sind bewaldet. Abgesehen von der Gefahr für viele Tiere und einem enormen Flächenverbrauch, auch bei der sogenannten Ertüchtigung von Transportwegen, vergessen die GRÜNEN wieder eines, nämlich das Mikroklima. Dies hat ja auch Auswirkungen direkt vor Ort. Studien aus China, den USA und Europa zeigen, dass große Windparks lokale Luftschichten durchmischen, trockene Luft nach unten transportieren und so die Bodenfeuchtigkeit reduzieren. Darüber gibt es mittlerweile Hunderttausende Satellitenanalysen von Einzelanlagen. Sie wollen trotzdem 1,8 % unserer Landesfläche für genau das hergeben. Sie machen Politik für ein Wolkenkuckucksheim, aber eines ist dabei auch klar: Dieses Wolkenkuckucksheim sucht seine Bewohner noch; denn die Bayern und die Deutschen werden es nicht sein. Diese können sich Ihre grüne Energiepolitik nicht mehr leisten. Windkraft produziert zwar Strom, aber sie verursacht auch hohe Kosten, Eingriffe und Belastungen, die Sie gerne verschweigen. Man muss Windkraft nicht grundsätzlich ablehnen, was ich auch nicht tue, aber wir müssen die Rolle realistisch einordnen. In bestimmten Regionen mag diese sinnvoll sein. Windenergie ist aber keine Grundlage für eine stabile, sichere und bezahlbare Energieversorgung. Wer wäre ich, dass ich dem Ministerpräsidenten hier widersprechen würde, aber Markus Söder hat erst heute gesagt, er bedauere es, dass die Kernkraftwerke vom Netz gegangen sind. Ein Trostpflaster trotz der Ankündigungen von Markus Söder bleibt den GRÜNEN ja noch: Es wird sich sicherlich irgendein Ministeriumsmitarbeiter finden, der Ihren Gesetzentwurf noch abschreibt und dann trotzdem über die Staatsregierung einbringt. (Beifall bei der AfD)

Alle Reden von Florian Köhler Protokoll ↗