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Mia Goller

GRÜNE 05.02.2026 Sitzungen 19/69

Kommt es in der Nacht zu einem Zusammenstoß, dann endet das für den Igel entweder tödlich oder mit einer schweren Verletzung. Während in der Staatskanzlei Pandas ohne Rücksicht auf die Kosten zur Symbolfigur werden, kämpfen Igelstationen in Bayern jeden Tag mit einer Realität, die man eigentlich kaum aushält: Schwer verletzte Tiere, offene und tiefe Wunden, stundenlange Pflege, weil nachts Mähroboter unterwegs sind. (Martin Wagle (CSU): Man kann die Mähroboter igelfreundlich programmieren!) Und das alles ist vermeidbar. Ich war in Igelstationen und habe mir das angeschaut. Ich habe die verletzten Tiere gesehen. Ich muss Ihnen sagen: Das muss jetzt endlich aufhören! (Beifall bei den GRÜNEN) Heute geht es um Privatgärten, in denen der Rasen problemlos tagsüber gemäht werden kann, und zwar ohne Leid für die Tiere, ohne Risiko und ohne Zeitaufwand. Unser Gesetzentwurf ist deshalb klar und fair: Nachts wird nicht gemäht – es sei denn, es gibt Schutzmaßnahmen, die sicherstellen, dass Wildtiere nicht verletzt werden. Dafür braucht es keine Bürokratie und auch keine Kontrolle an der Hecke, sondern einfach nur einen Mindeststandard an Verantwortung – Anstand eben. Dass die CSU dabei schon von "Blockwarttum" gewarnt hat, überrascht mich nicht. Wenn die Argumente fehlen, wird gerne haltlos übertrieben. Ich kann Sie beruhigen: Ich möchte keine Bürgerwehr zum Igelschutz gründen. (Tanja Schorer-Dremel (CSU): Na ja!) Ich möchte, dass es klare Regeln gibt. Wir haben schon gehört, dass es verfassungsrechtliche Bedenken gibt. Diese sind unbegründet. Unser Gesetzentwurf ist verfassungsrechtlich sauber. (Prof. Dr. Winfried Bausback (CSU): So, so!) Das Argument, Aufklärung reiche aus, hält der Realität leider nicht stand. Wenn Igelstationen heute schon am Limit arbeiten, dann zeigt das vor allem eines: Gute Leute tun ihr Bestes; der Schaden ist aber weiter groß. Wir alle müssen uns also fragen: Wollen wir weiter an einem Problem vorbeireden, das wir längst kennen, oder wollen wir handeln, und zwar dort, wo es ganz einfach möglich ist, und dort, wo es einen großen Unterschied macht? Viele Kommunen von Eichenau bis Köln haben längst bewiesen, dass klare Regeln wirken. Sie stärken das Bewusstsein, schaffen Verlässlichkeit und schützen Tiere, ohne die Menschen zu belasten. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Bayern diskutiert seit nunmehr 14 Monaten darüber, ob der Schutz der Igel ein Fall für Informationsbroschüren ist, die eigentlich niemand liest, oder ob wir hier im Plenum jetzt endlich mal Verantwortung übernehmen. Ich sage es Ihnen ganz deutlich: Der Igel braucht nicht Social-Media-Kampagnen, sondern sichere Nächte, in denen er nicht unter die Messer von Mährobotern geraten kann. (Beifall bei den GRÜNEN) Der Igel braucht Politikerinnen und Politiker, die den Schneid haben, endlich etwas gegen dieses Gemetzel zu unternehmen. Ich bitte Sie: Stimmen Sie unserem Gesetzentwurf zu. Der Gesetzentwurf ist ganz einfach und schützt Igel. Der stachlige bayerische Igel ist vielleicht nicht so niedlich wie der Pandabär, aber er gehört einfach zu Bayern dazu. – Vielen Dank. (Beifall bei den GRÜNEN)

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