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Jenny Schack

CSU 28.01.2026 Sitzungen 19/68

Sehr geehrter Herr Vizepräsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich war ausgesprochen gern in der Verwaltung, habe dort super gern gearbeitet und habe dort wunderbare Menschen kennengelernt, die engagiert waren, die gewissenhaft gearbeitet haben. Ich kann wirklich sagen: Die Verwaltung, der öffentliche Dienst, alle Menschen, die dort beschäftigt sind, sind das Rückgrat unseres Freistaats. Ja, wir brauchen Wettbewerb. Wir brauchen im Wettbewerb Nachwuchskräfte. Der demografische Wandel zeigt sich überall, und er zeigt sich natürlich auch dort. Jetzt kann man sagen: Ein wunderbarer Antrag der SPD; denn Sie haben erkannt, dass etwas getan werden muss. Die Analyse und die Problembeschreibung sind möglicherweise richtig, allerdings haben Sie die passende Lösung nicht gefunden – im Gegenteil. (Arif Taşdelen (SPD): Das steht alles im Antrag, Frau Kollegin! – Unruhe) Was hier gefordert wird – wir haben ja auch schon im Ausschuss darüber gesprochen –, haben wir längst in die Realität umgesetzt. – Wollt ihr eure Zwiegespräche im Ausschuss weiterführen? (Arif Taşdelen (SPD): Wir setzen die Ausschusssitzung fort! Entschuldigung!) – Wunderbar. Ich fange noch einmal an: Wir haben im Ausschuss deutlich gemacht, dass wir seit Jahren daran sind, das, was Sie gefordert haben, umzusetzen. Wir haben das Karriereportal "Sei-daBay". Wir haben begleitende Kampagnen. Wir haben jetzt ein "Sei-daBay" mobil. Damit ist man auch an den Schulen unterwegs, um für den öffentlichen Dienst zu werben. Die passgenaue Ansprache ist entscheidend. Einfach pauschal hinzugehen, wie das die SPD gerne hätte, ressortübergreifend hinzugehen, quasi mit der Gießkanne überall ein bisschen Geld, am besten für Personal, Werbung und Ähnliches, auszuschütten, funktioniert nicht. Das wird Streuverluste haben. Am Ende wird sich zeigen, dass das sehr, sehr teuer ist, aber nicht sehr viel bringen wird. Im Hinblick auf die sozialen Medien sagen wir alle: Da müssen wir mehr rein. Wir müssen mehr tun. Dort sehen wir, dass Behördenkanäle, die zentral und groß sind, vielleicht gar nicht unbedingt die kleinen Zielgruppen ansprechen. Erfolgreicher sind spezialisierte Kanäle einzelner Bereiche. Dort können wir die jungen Menschen mit bestimmten Interessen, die beispielsweise zur Polizei, zur Finanzverwaltung oder zur Justiz gehen wollen, abholen. Ich habe es mir vorhin noch einmal ganz konkret angeschaut. Möglicherweise ist die Zahl der Follower in der kurzen Zeit der hitzigen Debattenkultur heute schon gestiegen. Das Finanzministerium hat jedoch ungefähr 7.500 Follower, das Digitalministerium 4.600 Follower und das Innenministerium immerhin 33.500 Follower. Die Angaben betreffen Instagram und sind immer roundabout. Sie können auch gerne woanders nachschauen. Dann gibt es die kleineren und spezielleren Behörden, beispielsweise die Polizei in München. Diese hat 200.000 Follower. Sie wollen überall mit der Gießkanne drübergehen und sagen: Die Großen sind genau das, was wir brauchen. – Das ist es eben nicht. Nachwuchswerbung ist dann wirksam, wenn sie differenziert, nicht groß und beeindruckend ist, Herr Taşdelen. Das Gegenteil suggerieren Sie mit Ihrem SPD-Antrag. Das muss für die Zielgruppe nicht attraktiv sein. Ein zentraler Punkt des Antrags ist ein verpflichtender Tag des öffentlichen Dienstes an allen bayerischen Schulen. Das klingt super. Wenn wir die Zeit hätten und nichts anderes unterrichten müssten, könnten wir das vielleicht auch machen, vor allem wenn wir das Geld und das Personal hätten. Das ist jedoch realitätsfern. Die Schulen leisten bereits umfangreiche berufliche Orientierung, übrigens bewusst ergebnisoffen und in jede Richtung. Wenn der Freistaat mit der Einführung dieses Aktionstags nun für sich selbst Werbung machen würde, würde das mit diesem Grundsatz brechen. Andere Bereiche würden zu Recht sagen: Das geht nicht. – Ich bin Mitglied des Wirtschaftsausschusses. Ich weiß ganz genau, dass das Handwerk oder die Pflege sagen würden: Das hätten wir auch gern. – Unabhängig vom organisatorischen Aufwand ist das eine tolle Idee, aber in der Umsetzung vielleicht nicht bis zu Ende gedacht. Hinzu kommt noch der organisatorische Kraftakt. Das spare ich mir. Ich sage lieber, was funktioniert. Wir haben gezielte Schulbesuche und Messeauftritte. Es gibt den Girls' Day und inzwischen auch den Boys' Day. Das alles gibt es bereits. Das habe ich eben schon erklärt. Moderne Kampagnen des Freistaats stellen bereits klar heraus, dass der öffentliche Dienst für Sicherheit, Bildung und soziale Stabilität steht. Wenn ich in meine Gemeinden schaue, finde ich keine Anzeige, mit der wir werben, in der nicht all das schon drinsteht. Ich kenne das auch aus dem Landratsamt. Sie haben Teilzeit angesprochen. Selbstverständlich wird mit Teilzeit geworben. Weiterhin kann auch mit Teilzeit geworben werden. Es ist nicht so, dass Teilzeit abgeschafft wird. Wir müssen auch mal die Kirche im Dorf lassen. – Sie beugen sich schon nach vorne. Ich weiß, es wird eine Zwischenfrage kommen. Der öffentliche Dienst ist extrem attraktiv. Das müssen wir vielleicht mehr herausstellen. Ich habe dort gearbeitet. Ich finde den öffentlichen Dienst mega attraktiv. Wenn ich nicht hier wäre, würde ich gerne weiterhin in meinem Landratsamt arbeiten. Das liegt vielleicht auch an den Menschen dort. Jede Gemeinde wirbt mit den Features, die der öffentliche Dienst bietet. Dazu zählt Sicherheit. Man ist dort langfristig angestellt und kann auch stabil Karriere machen. Wenn wir diesen Antrag annehmen würden, würden wir die Bürokratie wahnsinnig aufbauen. Wir würden ein Riesenmonster schaffen, das sich selber verwaltet. Am Ende des Tages würde es gar nicht so viel mehr machen als das, was wir ohnehin schon haben. Es braucht jedoch noch mehr Geld, noch mehr Verfahren und Ähnliches. Dort steht ganz viel über IT drin. Das haben Sie vorhin nicht angesprochen. Ich komme noch einmal zu der Schule und zu den Studiengängen. Dort ist es inzwischen möglich, übergreifend miteinander zu arbeiten. Das Lernen wird modern gestaltet. Es ist attraktiv, dorthin zu gehen. Die Frage lautet: Muss denn jetzt jeder promovieren? – Das steht auch in Ihrem Antrag. Ich weiß nicht, ob jeder promoviert haben muss, um in einem Landratsamt, bei der Polizei oder einer anderen Behörde zu arbeiten. Ich glaube nicht. Ich glaube, dass wir einfach wirklich gut ausgebildete Leute brauchen. Wir brauchen wirklich alle. Der Aufstieg in die 4. QE – das steht auch in Ihrem Antrag – ist bereits mit der modularen Qualifizierung möglich. Das können wir alles beiseitelegen. Was Sie fordern, ist bereits im Großen und Ganzen wirklich umgesetzt. Die Frage lautet nur: Wie kommunizieren wir das? – An dieser Stelle bin ich bei Ihnen. Wir müssen noch deutlicher sagen, dass der öffentliche Dienst ein extrem toller Arbeitgeber ist. Heute habe ich zufällig ein Gespräch geführt, da mich heute zwei Praktikanten begleitet haben. Eine Kollegin, die hier im öffentlichen Dienst angestellt ist, hat gesagt: Ich habe so viele Möglichkeiten im öffentlichen Dienst. Ich kann alles werden. Ich kann von A nach B, in die Tiefe, in die Breite, in die Höhe oder sonst wohin gehen – nicht physisch, sondern aufstiegstechnisch. Ich habe gar nicht gesagt, dass ich dazu heute eine Rede halte. Das ist genau das, was der öffentliche Dienst bietet. Deswegen ist das so toll. Vielleicht muss man das mehr kommunizieren. An dieser Stelle bin ich bei Ihnen. Aber all in all machen wir schon unsere Arbeit. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Fünfter Vizepräsident Markus Rinderspacher: Es gibt eine Zwischenbemerkung von Frau Kollegin Christiane Feichtmeier von der SPD-Fraktion.

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