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Kristan Freiherr von Waldenfels

CSU 28.01.2026 Sitzungen 19/68

Herr Vizepräsident, Frau Landwirtschafts- und Tourismusministerin, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen! Tatsächlich können wir, wenn wir über den bayerischen Tourismus sprechen – auf das Jahr 2024 schauend – über 40 Millionen Ankünfte nach Bayern und über 100 Millionen Übernachtungen verzeichnen. Wir haben insgesamt eine Bruttowertschöpfung – das, was die Gastronominnen und Gastronomen, die Betreiber von Ferienwohnungen und Hoteliers tagtäglich in Bayern leisten – in Höhe von fast 28 Milliarden Euro. 7 % aller bayerischen Arbeitsplätze liegen in diesem Bereich. Über 20 % aller deutschen Übernachtungen finden im Freistaat Bayern statt. Das ist eine unheimliche Leistung, die unseren Freistaat unheimlich beflügelt. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Ich bin auch, Frau Ministerin, unheimlich dankbar für die Mittel, für die wir gemeinsam kämpfen, 55 Millionen Euro insgesamt in der Tourismusförderung, unter anderem auch, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass mit den Besuchern natürlich auch gewisse Herausforderungen für die Regionen einhergehen. Das Bayerische Zentrum für Tourismus hat festgestellt, dass in der Tat Besucherlenkung dort am besten funktioniert, wo man – und das ist ein Punkt in Ihrem Antrag, Herr Kollege Stadler – die Bürgerinnen und Bürger nicht bevormundet, sondern sie geschickt leitet, indem wir einerseits über die Bayern Tourismus Marketing einen Monitor zur Verfügung stellen, damit man sieht, wie die Auslastung in den Tourismusregionen ist. Andererseits ist auch die Initiative, die das Ministerium ergriffen hat, entscheidend, indem man in einer gewissen Sichtbarmachung der Herausforderung für Natur und Umwelt und für die Menschen, die dort leben, eine Kampagne zu mehr Rücksichtnahme auch im Besuch durchgeführt hat. Am Ende des Tages ist es aber die Entscheidung des Marktes und auch der einzelnen Betreiberinnen und Betreiber, zum Beispiel dadurch, dass sie vergünstigte Angebote unter der Woche machen, dafür zu sorgen, dass eine Auslastung in entsprechender Weise erfolgt. Es ist ein bisschen komisch, Herr Stadler, aber ich habe das Gefühl, ich muss vielleicht noch einmal kurz darstellen, was eigentlich das Ziel Ihres Antrags ist. Sie formulieren nämlich zweierlei: Erstens sagen Sie, dass insgesamt noch verbleibende und gestrichene Mittel der Regierung von Niederbayern – 22 Millionen Euro, die Sie hier nennen – verwendet werden sollen, um ein Sommerangebot zu schaffen. Zweitens wollen Sie konkret, dass der Freistaat Bayern noch weitere Maßnahmen zur Besucherlenkung in diesem Sinne ergreift. Das muss ich richtigstellen: Tatsächlich ist es so, dass erstens die Regierung von Niederbayern noch keinen einzigen Euro gestrichen hat. Dies erfolgt erst bei Erteilung des Verwendungsnachweises. Zweitens ist es so, dass die Gesamtfördermittel nicht auf 23, sondern auf 6 Millionen Euro dotiert sind. Diese Mittel kommen aus der Seilbahnförderung und verbleiben auch in diesem Topf, wenn diese Mittel nicht abgerufen werden sollten. Den dritten und letzten Punkt habe ich schon angesprochen, nämlich die Tatsache, dass der Freistaat Bayern nicht bevormundend tätig wird, sondern die Bürgerinnen und Bürger durch die Leitung im Tourismus und die Tatsache, dass der freie Markt entscheidet, durch Vergünstigungen unter der Woche einen gewissen Ausgleich über die Saison erreichen. Eines ist für mich zum Schluss entscheidend, und auch das Bayerische Zentrum für Tourismus hat das festgestellt: Wenn wir dafür sorgen wollen, dass wir im Freistaat Bayern noch einen weiteren Aufwuchs des Tourismus erleben, ohne gleichzeitig bei den Destinationen an den verschiedenen Stellen eine zu hohe Überlastung zu haben, sollten wir den gesamten Freistaat anschauen und die Fördermittel dann zum Beispiel auch in Nordbayern und in Franken verwenden, um dort neue touristische Destinationen aufblühen zu lassen. So erreichen wir, dass der große Erfolg, der tagtäglich von den Bayerinnen und Bayern, die in der Gastronomie und in der Hotellerie tätig sind, fortgeschrieben werden kann. Dieser Antrag wird uns dabei nicht weiterhelfen. Deswegen plädiere ich für Ablehnung. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN)

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