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Laura Weber

GRÜNE 28.01.2026 Sitzungen 19/68

Dann schaut sie mal genauer hin und sieht, dass immer weniger drin ist, in der Packung Schokolade, im Müsli. Es ist immer weniger drin, und die Preise werden auch immer höher. Ich weiß nicht, wer das Wort "Shrinkflation" schon gehört hat. Ich finde, man sollte es wissen, man sollte sich damit beschäftigen; denn es ist nichts anderes als Betrug. Das heißt, es gibt Produkte, immer mehr Produkte, mittlerweile Tausende von Produkten im Supermarktregal, wo nach und nach weniger Inhalt drin ist. Die Packungsgrößen sind noch die gleichen. Teilweise werden auch minderwertige Inhaltsstoffe zugesetzt. "Shrinkflation", man kann es auch "Schrumpfflation" nennen, wenn es das besser macht, ist eine Mogelpackung oder eben Betrug. Und hier gibt es keinen Aufschrei. Das wird einfach so hingenommen. Auf Bundesebene ist mal ein kleiner Satz dazu gefallen. Es gibt keinen Aufschrei. Was wäre, wenn es das Auto wäre und man nur die Hälfte davon bekäme, oder ein anderes Produkt oder wenn im Handy der Akku fehlen würde? Denn das nimmt tatsächlich Ausmaße an: Teilweise bekommt man bis zu 50 % weniger für das gleiche Geld. Bei Lebensmitteln ist das ganz besonders dreist und fies, weil jeder Lebensmittel braucht, gerade Familien brauchen sie besonders. Das heißt, ein großer prozentueller Anteil vom Einkommen geht für Lebensmittel drauf. Lebensmittel sind kein Luxus, kein Nice-to-have, und insbesondere bei Familien mit geringen Einkommen schlägt das wirklich zu Buche. (Beifall bei den GRÜNEN) Für Lebensmittel werden auf der einen Seite rund 20 % des Einkommens ausgegeben. Das heißt, bei einer bekannten Schokoladenmarke bekommt man mittlerweile 50 % weniger für das gleiche Geld, weil die Schokolade einerseits teurer gemacht wurde und auf der anderen Seite weniger in der Verpackung drin ist. 50 % weniger, zum Beispiel bei der Schokolade oder beim Orangensaftgetränk! Es sind keine Haselnüsse mehr drin oder Palmöl statt Sonnenblumenöl. – Das alles ist unter dieser Mogelpackung zu verstehen. Auf der anderen Seite gibt es die Lebensmittelindustrie, große Lebensmittelindustriekonzerne – doch! Sie schütteln den Kopf, aber so ist es –, die gerade über die Corona-Zeiten riesige Gewinne gemacht haben, insgesamt ein Plus von 25 %. In manchen Jahren sind die Gewinne sogar bis zu 80 % gestiegen. Für die Menschen steigen die Kosten, die Mieten explodieren. Wir müssen da hinschauen, wir müssen das Leben in Bayern bezahlbar machen oder alles dafür tun, dass es bezahlbar bleibt. (Beifall bei den GRÜNEN) Darum geht es in unserem Antrag. Wir brauchen mehr Verbraucherrechte, mehr Verbraucherschutz, mehr Transparenz, gerade auch bei den Lebensmitteln. Ich habe gerade angeführt, warum. Das heißt, wir brauchen eine verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln und eine sichtbare Kennzeichnung. Viele europäische Länder machen uns das schon vor, und da müssen wir dringend nachziehen. Wir brauchen eine gute Preisvergleichbarkeit. Dafür könnte man eine App bereitstellen. Das fordern wir. Außerdem muss man das Kartellrecht konsequent anwenden, damit man weiß, wo das Geld hinfließt, und da Transparenz reinkommt. (Beifall bei den GRÜNEN) Wir haben von vielen Seiten gehört, auch von Lebensmitteleinzelhandelskonzernen, aber auch von Landwirten, dass da eine absolute Intransparenz herrscht. Da können wir nicht weiter zuschauen. Liebe CSU, liebe FREIE WÄHLER, geht auf allen Ebenen auf eure Kolleginnen und Kollegen zu, setzt euch für Verbraucherrechte, für Transparenz ein, damit wir diesem Betrug ein Ende setzen. (Beifall bei den GRÜNEN)

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