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Carolina Trautner

CSU 11.12.2025 Sitzungen 19/67

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Mit Apotheken ist es ein bisschen so wie mit alten Freunden: Sie sind besonders wertvoll und hochgeschätzt, und man darf sie nie für allzu selbstverständlich nehmen. (Beifall bei der CSU sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER) Man merkt erst dann, was man verloren hat, wenn sie plötzlich nicht mehr da sind. Unsere Apotheken leisten tagtäglich eine unschätzbar wertvolle Arbeit und einen unverzichtbaren Beitrag zur Gesundheitsversorgung unserer Bevölkerung. Mit großer Fachlichkeit und mit großer Verantwortung beraten sie Patientinnen und Patienten individuell, klären über Wechselwirkungen auf, erkennen Risiken, stellen Rezepturen her und vieles mehr. Tagsüber, nachts und auch am Wochenende sind sie für uns da. Sie sind da, wenn wir sie brauchen – zuverlässig, kompetent, wohnortnah, niedrigschwellig erreichbar und in der Regel ganz ohne Terminvereinbarung. Leider hat das Apothekensterben schon lange begonnen, und es macht mich traurig, wenn wir den Fakt erkennen müssen, dass in Deutschland die Apothekendichte im Durchschnitt geringer ist als in Europa. Die Apotheken brauchen also dringend unsere Unterstützung. An dieser Stelle möchte ich ein großes Dankeschön an unsere Gesundheitsministerin Judith Gerlach sagen, dass sie den ersten Bayerischen Apothekengipfel einberufen hat. Das war ein wichtiges Signal; denn damit zeigen wir, dass wir mit unseren Apothekerinnen und Apothekern in Bayern am gleichen Strang ziehen. (Beifall bei der CSU sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER) Im Koalitionsvertrag auf Bundesebene wurden wichtige Vereinbarungen zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken festgeschrieben. Unser Fraktionsvorsitzender war beteiligt und hat darauf geachtet. Das unterstützen wir ausdrücklich und begrüßen es sehr. Das muss jetzt auch in den vorliegenden Referentenentwürfen zur angedachten Apothekenreform abgebildet werden. Deshalb muss in unseren Augen an zentralen Punkten noch wesentlich nachgesteuert werden. Essenziell ist hierbei die versprochene Anhebung des Apothekenfixums auf 9,50 Euro, um die wirtschaftliche Situation nachhaltig zu verbessern. (Beifall bei der CSU sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER) Seit 2013 wurde das Honorar nicht mehr angehoben, obwohl es in dieser Zeit Tarifsteigerungen gab, höhere Energie- und Sachkosten, Mieterhöhungen und die Inflation. Die wirtschaftliche Grundlage der Apotheken hat sich dadurch stark verschlechtert. Eine unzureichende Vergütungsstruktur ist also Fakt, und deshalb muss dringend nachgebessert werden, und das jetzt und nicht erst übermorgen. Unverhandelbar muss auch weiterhin gelten: keine Apotheke ohne Apotheker. Eine Vertretungsbefugnis der PTA muss weiterhin ausgeschlossen werden. Meine Damen und Herren, das ist keine geringe Wertschätzung des PTA-Berufes. Sie sind ganz besonders wertvolle Mitarbeiter in den Apotheken. Ihre Verdienste wollen wir nicht schmälern. Es gibt aber wichtige Dienstleistungen, die ausschließlich von approbierten Apothekern erbracht werden können. Ich nenne beispielsweise die Abgabe von Betäubungsmitteln, die Beratung bei komplexen Therapien und die Einschätzung von bedenklichen Wechselwirkungen von Arzneimitteln, zu denen es auch die Nachfrage beim Arzt braucht, ob das so beabsichtigt ist oder ob man sich gemeinschaftlich darauf verständigt, auf etwas anderes zurückzugreifen. Das sind pharmazeutische Fertigkeiten, die nur im Studium vermittelt werden. (Beifall bei der CSU sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER) Ich kann leider nicht auf alle Punkte unseres Antrags ausführlich eingehen; aber klar ist, dass unbedingt auch dokumentationsbezogene und bürokratische Vorgaben deutlich reduziert werden müssen, um im Alltag zu entlasten. Ich kann Ihnen sagen: Das geht ohne Abstriche bei der Qualität, das ist möglich. Auch die Abgabe und der Austausch von Arzneimitteln muss erleichtert werden. Dabei braucht es ein bisschen mehr Vertrauen in die profunde Sachkenntnis der Apothekerschaft; diese hat sie während der Corona-Pandemie längst bewiesen. Ebenso dürfen Nullretaxationen aus formalen Gründen nicht mehr stattfinden. Grundlegend ist auch das Fremdbesitzverbot für Apotheken, das aufrechterhalten werden muss. Es geht dabei um die persönliche Verantwortung des Pharmazeuten, der frei- und heilberuflich tätig ist. Die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung wird nämlich damit von den Vorgaben Dritter abgekoppelt, die sich ausschließlich an der Gewinnmaximierung orientieren. Nachdem ich schon ausgeführt habe, wie verantwortungsbewusst und kompetent unsere Apothekerinnen und Apotheker ihre zentrale Rolle bei der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung einnehmen, versteht es sich, glaube ich, ganz von selbst, dass die Strukturen in Vor-Ort-Apotheken für Präventionsleistungen ausgeweitet und gefördert werden sollen und müssen. Diese Fachkompetenz wird insbesondere in Zeiten des demografischen Wandels und in Zeiten, in denen wir alle für unsere eigene Gesundheit mehr Verantwortung übernehmen müssen, wichtiger sein denn je. Es ist gefragt, dass der Apotheker mit seiner Kompetenz unterstützt; denn er gehört als moderner Heilberufler zu den ersten Ansprechpartnern vor Ort. (Beifall bei der CSU sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER) Darüber hinaus darf ich zum Schluss bekräftigen, dass wir an der Forderung nach einem Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel festhalten. Es braucht einen fairen Ordnungsrahmen, um Wettbewerbsnachteile für Vor-Ort-Apotheken auszugleichen. Zusammenfassend möchte ich betonen, dass wir uns bis zum heutigen Tag auf unsere Apothekerinnen und Apotheker stets verlassen konnten. Sie haben schon allein deshalb unsere verlässliche Unterstützung mehr als verdient. Wir brauchen sie. Danke für Ihre wertvolle Arbeit – ich komme zum Anfang meiner Rede zurück –, die wir nicht für selbstverständlich nehmen! (Beifall bei der CSU sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER)

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