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Michael Piazolo

FREIE WÄHLER 10.12.2025 Sitzungen 19/66

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Diese Rede von gerade eben hat gezeigt, warum es dieses Center braucht, meine sehr verehrten Damen und Herren, und zwar so schnell wie möglich. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN, der CSU, den GRÜNEN und der SPD – Christoph Maier (AfD): Was sagt denn der Bruder von Hubert Aiwanger dazu? – Heiterkeit bei der AfD) Ich frage mich und überlege, ob sich die Geschäftsführer zusammensetzen sollten und ob wir zu diesem Thema eine namentliche Abstimmung durchführen; denn jeder sollte sich überlegen, diesem Antrag zuzustimmen. Jeder Name, der nachher nicht (Widerspruch und Zurufe von der AfD) unter diesem Antrag steht, ist ein Name der Schande, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN, der CSU, den GRÜNEN und der SPD) Ich begrüße auch die Ehrengäste. Ich freue mich, Frau Knobloch, dass Sie hier sind und mit dieser Kraft, die Ihnen innewohnt, jeden Tag kämpfen. Sie sehen und hören ja auch, wie dringend das notwendig ist. Yad Vashem – jeder, der dort schon mal war – es ist auch gerade erwähnt worden –, ist betroffen und kommt als anderer zurück. Das macht etwas mit einem. Diese Gedenkstätte ist hervorragend konzipiert. Die Leute vor Ort sind nicht nur Forscher; sie sind Experten, die in der ganzen Welt ihresgleichen suchen. Ich war das erste Mal mit 16 Jahren dort und war tief beeindruckt von genau diesen Bildern, die geschildert worden sind, das letzte Mal vor ziemlich genau drei Jahren. Das ist ein Erinnerungsort, in dessen Zentrum die Halle der Namen steht. "Yad Vashem" heißt "Denkmal und Namen". Genau das soll es sein: Den vielen Namenlosen – über fünf Millionen Namen sind dort verzeichnet – soll ein Name gegeben werden. Sie sollen wieder zur Person werden. Das zeigt der Name. Deutschland – ich sage das – trägt historische Verantwortung, die nicht endet, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der CSU, den FREIEN WÄHLERN, den GRÜNEN und der SPD) Das, was damals geschehen ist, war ein Menschheitsverbrechen, ein Zivilisationsbruch ohnegleichen. Deshalb tun wir als Fraktionen gut daran, diesen Antrag zu unterstützen, ein Bildungszentrum außerhalb Israels hier in Deutschland zu errichten, nach Möglichkeit hier in Bayern, nach Möglichkeit in München, von Bildungsexperten aus Yad Vashem. Was ist das für ein Zeichen, diese Vereinbarung, die geschlossen worden ist, schon in der letzten Legislatur der Bundesregierung, jetzt niedergelegt im Koalitionsvertrag! Das sind alles deutliche, gute Zeichen. Es gibt drei mögliche Standorte – das ist erwähnt worden –: Bayern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen. Es ist übrigens kein Neubau geplant; das ist auch nicht nötig. Es geht um die inhaltlichen Ziele, die uns seit vielen Jahren beschäftigen. Wir wollen hier die besten Experten weltweit. Sie sollen dazu beitragen, den wiedererstarkten – von welcher Seite auch immer – gefährlichen Erscheinungen, dem Antisemitismus, der leider wiederauflebt, und den Verharmlosungen bezüglich Holocaust und Schoah entgegenzuwirken. Dafür ist dieses Center gedacht. Deshalb kämpfen wir dafür. Deshalb ist es wichtig, dass die Lehrkräfte in den Schulen dadurch unterstützt werden, dass hier die Lücke gefüllt wird – auch das ist erwähnt worden –, die die Zeitzeugen jetzt hinterlassen haben. Ganz entscheidend ist es – deshalb geht es auch um neue didaktische Konzepte –, für jede Generation das Gedenken wieder neu zu denken und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Genau das macht man dort vor Ort. Deshalb heißt es, dass wir es wollen. Ich freue mich, dass die Fraktionen von CSU und FREIEN WÄHLERN, aber auch der GRÜNEN und der SPD, sich gemeinsam entschlossen haben. Ich kann nur an jeden die Aufforderung richten, auch an Sie von der AfD, das zu unterschreiben. Die Entscheidung soll im nächsten Jahr fallen, 2026, die Arbeit in zwei bis drei Jahren beginnen, in enger Partnerschaft mit Yad Vashem. München – es ist schon genannt worden – bietet da einiges, Bayern bietet einiges. Es ist gut, dass wir hier einen breiten Schulterschluss haben. Was mir wichtig wäre – Nordrhein-Westfalen hat es übrigens gemacht –: Ich fände es gut, wenn wir eine gemeinsame Reise nach Israel organisieren, nicht nur mit Abgeordneten, sondern auch Vertretern aller Gewalten in Bayern, aus der Justiz, aber auch aus der Verwaltung, um ein Zeichen zu setzen, dass wir das hier wollen, dass wir hier wirklich ein entsprechend kraftvolles Zeichen nach Israel senden, aber auch an die Bevölkerung hier. Es gibt sicher auch Argumente für andere Bundesländer, aber ich glaube, die Argumente für Bayern und für München, die genannt worden sind, sind gut. Ich sage es noch einmal deutlich: Es gibt kein Vergessen in der Erinnerung. Wir werden weiter erinnern. Das, was geschehen ist, was hier von Deutschland und von Deutschen ausgegangen ist, bleibt eine historische Verantwortung, meine sehr verehrten Damen und Herren. Deshalb ist das ein wichtiger Antrag, ein zentraler Antrag genau zum richtigen Zeitpunkt, noch kurz vor der Pause. Er bekommt hoffentlich die Bedeutung, die er verdient. (Beifall bei der CSU, den FREIEN WÄHLERN, den GRÜNEN und der SPD)

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