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Julian Preidl

FREIE WÄHLER 29.10.2025 Sitzungen 19/62

Sehr geehrter Herr Vizepräsident, sehr geehrte Damen und Herren! Der vorliegende Dringlichkeitsantrag folgt einem bekannten Schema der GRÜNEN: Wenn die Gesellschaft – bildlich gesprochen – mehr und mehr verlernt, Brände eigenständig zu löschen, soll der Staat unverzüglich mit dem Löschhubschrauber vorsichtshalber über jedes Haus fliegen. Beim heutigen Thema der Bildung gilt dies für die Elternhäuser in unserem Freistaat. Gefordert werden mal wieder neue Bildungsangebote. Ihr Motto ist: Sie wollen den Bildungs-Löschhubschrauber losschicken und ihn vorsichtshalber über alle Elternhäuser fliegen lassen. Aber nicht überall brennt, raucht oder funkt es. Vielleicht ist irgendwann auch einmal zu viel überflutet. Es muss auch in unserem Freistaat langfristige, echte Chancengleichheit geben, die bis ans Ende denkt. Die sich bundesweit verschlechternde Tendenz von Jahr zu Jahr zeigt neben dem Handlungsrahmen auf staatlicher Ebene auch, dass wir die Selbstwirksamkeit der Eltern nicht außer Acht lassen dürfen. Hysterie und Mentalität getreu dem Motto "Der Staat hat die alleinige Verantwortung" verkennt die Wurzeln des Problems. Der Anlass des Antrags waren die jüngsten Ergebnisse des IQB-Bildungstrends. Das Skurrile an diesem Antrag ist Folgendes: Die Ergebnisse zeigen, dass es Defizite in den naturwissenschaftlichen Fächern gibt, aber die GRÜNEN bemängeln im Antrag, dass ausgerechnet die Fächer Kunst, Musik und Werken an den bayerischen Schulen gekürzt worden sind. Danke für diese Vorlage. Wir haben natürlich schon einige Maßnahmen getroffen wie beispielsweise im Rahmen der Pisa-Offensive im Frühjahr 2024. Im Übrigen hat das auch der Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbandes Ulrich Babl positiv erwähnt. Ich zitiere: Die stärkere Fokussierung auf die Kernbereiche Sprache und Mathematik, Lesen, Schreiben und Rechnen sei ein wichtiger und notwendiger Schritt. Allerdings würden diese Maßnahmen ihre Wirkung naturgemäß erst mit zeitlicher Verzögerung zeigen. Werte Kolleginnen und Kollegen, Ihr Pflicht- und Regulierungswahn ist kein Mittel für Chancengleichheit in unserer Gesellschaft. Wir brauchen auch mehr Verantwortung für unsere Lehrkräfte. Ich gebe einmal einen kurzen Auszug von den Angeboten, die es schon jetzt in unserem Staat gibt. Hier wären beispielsweise die Familienstützpunkte zu nennen. Hier gibt es ein flächendeckendes Netz an wohnortnahen Familienstützpunkten, über 240 in ganz Bayern. Sie bieten niedrigschwellige Bildungs- und Beratungsangebote an. Dann gibt es noch die Elternbildung in Bayern, Netzwerke und Programme wie Elternbildung digital, Elterntalk Bayern, Familienbildung vor Ort. Weiter gibt es noch die Erziehungs- und Familienberatung, also kostenlose psychologische und pädagogische Beratungsstellen in öffentlicher und freier Trägerschaft. Die Themen sind Entwicklungsfragen, Erziehungsschwierigkeiten, Trennung, Medienkonsum, Übergang an die Schule, familiäre Belastungen. Dann gibt es auch noch die Frühen Hilfen und die KoKi-Netzwerke. Der Freistaat Bayern stellt bereits zahlreiche Feuerlöscher bereit, und deswegen lehnen wir den Antrag ab. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN)

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