Anton Rittel
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Der Antrag der AfD ist für mich ein Schaufensterantrag. Damit soll symbolisch dargestellt werden, im dualen System würde nichts getan. Aber wir haben ein sehr gutes duales System. Ich finde das sehr gut bei uns, und wir werden auf der ganzen Welt dafür beneidet. 300 Berufe stehen im dualen System zur Auswahl, in denen man praktisch und theoretisch ausgebildet werden kann. Die Messe "Berufsbildung" in Nürnberg ist eine der größten Messen im deutschsprachigen Raum. Sie findet vom 8. bis 11. Dezember erneut statt. Leider ist da unser Dreitageplenum. Wer aber will, kann sich fortbilden und sich das am Montag anschauen. In dem Antrag wird gefordert, dass der Bau von Auszubildenden-Wohnheimen gefördert werden solle. Man merkt schon, dass sich manche nicht ganz so gut mit dem Antrag auseinandergesetzt haben, bevor sie ihn geschrieben haben. Seit Februar 2024 unterstützt der Freistaat den Bau von bereits drei Projekten mit einem Fördervolumen von 7,15 Millionen Euro. Für weitere Projekte sind Anträge gestellt. Es wird also bereits in Wohnheime investiert. Ich kenne viele Betriebe, die Mitarbeiterwohnungen stellen, in denen die Arbeiter wohnen können, wenn sie keine Wohnung haben. Zu diesen Betrieben habe ich ebenfalls gehört, als ich noch Angestellte gehabt habe. Zur Forderung der Beseitigung von Ausbildungskosten und versteckter Materialkosten: Ich habe zwei Lehren im dualen System gemacht. Ich habe selbst einen Betrieb gehabt und habe ihn immer noch. Aber ich habe noch keinen Betrieb gefunden, der Kosten für das Material verlangt hat, an dem ein Lehrling zum Beispiel mit der Feile arbeitet oder das er zu Übungszwecken zusammenschweißt. Auf der anderen Seite wollen wir Bürokratie abbauen. Diese würde man schaffen, wenn man für das Material der Lehrlinge Zuschüsse gibt. Jeder Meister oder jeder Betrieb, der einen Lehrling einstellt, weiß, dass Material zu Übungszwecken zur Verfügung gestellt werden muss. Zur Forderung von Stipendienprogrammen für Hochbegabte: Ich weiß nicht, ob das bekannt ist, aber es gibt den Meisterbonus, der gleichgestellt mit dem Master mit 3.000 oder 5.000 Euro gefördert wird. Ich bin zudem ab und zu auf einer Veranstaltung, auf der die besten Gesellen geehrt werden und ihnen von einer Hochschule ein Stipendium gesponsert wird. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wer das bezahlt, ob das vom Freistaat, der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer gezahlt wird. Aber ich weiß, dass diese Gesellen ein Stipendium gewinnen können. Das war zu der Zeit schon so, in der ich meine Lehre gemacht habe. Ich habe das Stipendium leider nicht gewonnen. Es handelt sich also um einen Schaufensterantrag. Alles, was Sie fordern, gibt es eigentlich schon. Zur Forderung der Entrümpelung der Vielzahl an Berufsorientierungs- und Bildungsmaßnahmen: Ich habe zuerst gedacht, Sie sprechen davon, dass man vielleicht eine Wohnung entrümpeln müsse. Man muss sich einmal mit dem Sachverhalt auseinandersetzen. Das sind Maßnahmen des Bundes, also der Bundesagentur für Arbeit und teilweise auch des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Wir können da also nichts machen. Im Freistaat Bayern sind dafür drei Ministerien zuständig: das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Bildung, das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales und das Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration. Warum sind daran so viele Ministerien beteiligt? – Das ist genau das, was Sie angesprochen haben. Wir wollen alle Leute ansprechen und fördern. Wir müssen im dualen System darauf achten, wie wir die draußen arbeitenden Leute behandeln. Wir dürfen den Handwerksberuf nicht abwerten. Das wäre für die Gesellschaft wichtig. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU)
