Mia Goller
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Heute hat mich ein bisschen geärgert, dass wir schon wieder so einen Schmarrn-Antrag von der AfD auf der Tagesordnung haben. (Beifall bei den GRÜNEN sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER und der SPD) Aber jetzt freut es mich ein bisschen, weil ich gerade eine so schöne Rede von der CSU gehört habe. Lieber Herr Dierl, vielen Dank. Ich würde Sie sehr gern mal zu uns in den Landwirtschaftsausschuss einladen, damit wir gemeinsam diskutieren können. Es tut einfach gut, wenn wir sehen: Die Staatsregierung bleibt dabei, 30 % Bio. Während wir da heute diskutieren, arbeiten in Bayern Bäuerinnen und Bauern dauernd daran, Landwirtschaft und Klimaschutz zusammenzubringen mit neuen Ideen, Mut und Verantwortung. Diese Leute zeigen: Ökologisch zu wirtschaften heißt nicht, dass man zurückgeht in die Vergangenheit, wie es die AfD sich wünschen würde, sondern es heißt, in die Zukunft zu gehen. Ich habe heute wieder gehört, dass die AfD behauptet, Ökolandbau ist unrealistisch und keiner mag Bio usw. Aber das Gegenteil ist der Fall. Die Nachfrage ist nämlich richtig groß. Deutsche Handelsketten wie Aldi ziehen inzwischen Bioprodukte aus Österreich ab, weil sie sie bei uns in Deutschland verkaufen wollen, weil es bei uns zu wenig Bio gibt. In "Der Standard" vom 12. September 2025 steht: Aldi importiert immer mehr Fleisch und Milch aus Österreich. In Linz bleiben die Bioregale leer. (Zuruf von der AfD) Die Zahlen sprechen für sich: Der Bedarf an frischen Biolebensmitteln stieg in Deutschland im ersten Halbjahr um über 9 %, bei Joghurt um 25%, bei Geflügel um 23 %. Das zeigt ganz klar: Die Leute in Bayern wollen Bio. Die Menschen wollen Nachhaltigkeit und handeln auch danach. Der ökologische Landbau ist keine Ideologie, sondern eine Erfolgsgeschichte bayerischer Landwirtschaft. (Beifall bei den GRÜNEN sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER und der SPD) Wir haben heute hier wieder gehört: Wer Bio mag, mag keine konventionellen Landwirtinnen und Landwirte. – Das ist ein totaler Schmarrn, wie dieser Antrag. Wenn wir 30 % Biobauern und -bäuerinnen haben, dann haben wir 70 % konventionelle Bäuerinnen und Bauern. Denen soll es auch gut gehen. Das ist doch ganz klar. Die brauchen wir genauso wie die Biolandwirtschaft. (Beifall bei den GRÜNEN sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER) Die bayerische Landwirtschaft versorgt uns, hält die Regionen lebendig und ist offen für Neues, wenn die Rahmenbedingungen wirklich stimmen. Wir brauchen also alle. Wir brauchen die, die biologisch arbeiten, und die, die Schritt für Schritt immer ökologischer werden. Das Ziel von 30 % Ökolandbau bis 2030 ist keine grüne Idee. Das ist ganz einfach von den Bürgerinnen und Bürgern entschieden worden. Über 1,7 Millionen Menschen haben es mit dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" gefordert. Die haben damit ein klares Zeichen gesetzt für mehr Artenvielfalt, für lebendige Böden, für eine Landwirtschaft mit Zukunft. Das ist gelebte Demokratie. Dafür steht Bayern. (Beifall bei den GRÜNEN sowie Abgeordneten der SPD) Sehr geehrte Damen und Herren, wer das Ziel heute infrage stellt, der stellt nicht nur den Ökolandbau infrage, sondern auch den Willen der Menschen in Bayern. Es ist wichtig, dass wir uns große Ziele setzen; denn wer kein Ziel hat, der weiß einfach nicht, wo er hinläuft. Wir GRÜNE wissen, wo wir hinlaufen. Wir kennen unseren Weg und gehen den Weg gemeinsam mit allen Bäuerinnen und Bauern, damit Landwirtschaft in Bayern stark bleibt, ökologisch, wirtschaftlich und menschlich. (Beifall bei den GRÜNEN) Wir von den GRÜNEN in Bayern lehnen diesen Gesetzentwurf der AfD mit großer Freude ab. (Beifall bei den GRÜNEN)
