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Anna Rasehorn

SPD 21.10.2025 Sitzungen 19/61

In Deutschland sind es 19,5 % der 15-Jährigen, die mindestens einmal in ihrer Schullaufbahn sitzen geblieben sind. Das liegt deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 9,4 %. Besonders bemerkenswert ist – ich werde nicht auf Schweden eingehen – Finnland. Auch hier liefert der Pisa-Test regelmäßig hervorragende Ergebnisse. Auch dort kennen sie kein Sitzenbleiben. Wir sehen: Ein erfolgreiches Bildungssystem kommt auch ohne Sitzenbleiben zurecht. Denn was passiert? – Schüler:innen verlieren ihr vertrautes Umfeld, ihre Freund:innen, ihr Selbstvertrauen, ihre psychische Gesundheit, und ihre Chancen auf ein erfolgreiches Leben stehen auf dem Spiel. Wir hatten es gerade gehört: Schüler:innen haben Schwächen und Lernrückstände, aber sie müssen das ganze Schuljahr wiederholen. Studien sagen, dass es durch Wiederholung besser werden kann, allerdings in den Bereichen, in denen Defizite vorhanden sind, und nicht durch das ganze Schuljahr; denn das demotiviert und holt keine Rückstände auf. Es ist vor allem auch teuer. Das Wiederholen eines Schuljahres schlägt nach neuesten Zahlen, nach der "dpa" mit 11.300 Euro zu Buche. Das sind fast 500 Millionen Euro pro Jahr – Geld, das besser in eine individuelle Förderung, in kleinere Klassen, in Schulpsycholog:innen investiert wäre. Seit Jahren, seit Jahrzehnten fordern wir, dass dieses pädagogisch fragwürdige Instrument endlich abgeschafft wird. Während wir es in Bayern noch fordern, geschieht das in den anderen Bundesländern schon. Berlin hat das Sitzenbleiben abgeschafft. Hamburg schafft es schrittweise ab. (Unruhe)

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