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Gabriele Triebel

GRÜNE 21.10.2025 Sitzungen 19/61

Verehrtes Präsidium, verehrte Kolleginnen und Kollegen! "Das hat uns doch auch nicht geschadet." – Dieser Satz kommt immer wieder reflexartig, wenn es um pädagogische Neuerungen wie das Abschaffen von Exen oder wie heute um das Abschaffen des Sitzenbleibens geht. Die eigene Erfahrung, auch wenn sie vom Ministerpräsidenten Söder höchstpersönlich gemacht wurde, ist schön und gut. Es ist aber schon längst wissenschaftlich bewiesen, dass Sitzenbleiben schadet. Lassen Sie uns die Fakten anschauen: Sitzenbleiben wirkt sich nicht leistungsfördernd aus, im Gegenteil. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse des weltweit wohl bekanntesten Bildungsforschers John Hattie belegen ganz klar einen negativen Effekt des Sitzenbleibens. Das heißt, Sitzenbleiben bremst die Leistung der Schüler:innen aus. Laut Hattie wirkt sich Sitzenbleiben in allen Fächern negativ auf die soziale und emotionale Anpassung des Verhaltens, das Selbstkonzept und die Einstellung zur Schule aus und führt häufig zu Schulabbrüchen. Erstens. Das Sitzenbleiben bringt also wenig neues Wissen, dafür mehr negatives Selbstbild und mehr Schulversagen. (Beifall bei den GRÜNEN) Zweitens. Sitzenbleiben ist ungerecht. Ein nicht hinzunehmender Fakt ist die Benachteiligung von Schüler:innen mit Migrationshintergrund. Obwohl diese nur 28,5 % der Gesamtschülerschaft ausmachen, stellen sie fast 40 % der Klassenwiederholer:innen. (Anhaltende Unruhe)

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