Verena Osgyan
Sehr geehrter Herr Präsident, Kolleginnen und Kollegen! In einer Gesellschaft, die sich in einem wirklich tiefgreifenden demografischen Wandel befindet, klingt es auf den ersten Blick natürlich sehr charmant, wenn gesagt wird: Ein Programm für Altersforschung muss auf den Weg gebracht werden. Ich kann mich meinem Vorredner Herrn Oetzinger nur anschließen: Dass es sich bei der Altersforschung um ein wichtiges Thema handelt, wurde in Bayern längst erkannt. Ich möchte nicht wiederholen, welche Initiativen wir in Bayern bereits alle haben. Stellvertretend nenne ich das Zentrum für Altersforschung der LMU und das Institut für Biomedizin des Alterns an der FAU, die in Bayern tätig sind und auch international schon sehr bekannt sind. Man hat den Eindruck, dass Sie von der AfD sich tatsächlich bei keiner bayerischen Universität erkundigt haben, was denn eigentlich schon gemacht wird und vor allem wo die Forschungsdesiderate denn wirklich liegen. Um zu sagen, wir brauchen mehr Altersforschung, muss nämlich auch bekannt sein, in welche Richtung wir weitergehen müssen, welche Gelder dafür benötigt werden. Man muss sich mit den Expertinnen und Experten unterhalten und sich schlaumachen. Bevor man weitere Initiativen fordert, sollte man auf jeden Fall zunächst einmal die bereits gestarteten Projekte evaluieren und dann identifizieren, wo noch Forschungslücken vorhanden sind. Mit einem Antrag wie diesem hier, der aus einem Satz besteht und wolkig auf irgendwelches Zeug aus den USA referenziert, kann man an dieser Stelle nichts anfangen. Wenn wir hier im Parlament damit beschäftigt sind – erst im Ausschuss und dann hier im Plenum –, erwarte ich schon, dass ein Mindestmaß an Recherche zugrunde gelegt wird, bevor ein solcher Antrag gestellt wird. Er ist einfach völlig unkonkret; er ist völlig schwammig; es ist unklar, welche Schwerpunkte gebildet werden sollen. Man kann sich gerne weiter mit der Altersforschung beschäftigen, dann aber bitte konkret und fundiert und in naher Zukunft vielleicht auch über den Haushalt statt mit einem Satz. (Beifall bei den GRÜNEN) Fünfter Vizepräsident Markus Rinderspacher: Da war noch eine rechtzeitige Meldung zu einer Zwischenbemerkung. – Frau Osgyan, kommen Sie bitte noch einmal nach vorne, eine Meldung zu einer Zwischenbemerkung des Herrn Abgeordneten Jurca, AfD.
