Ferdinand Mang
Sehr geehrte Damen und Herren! In dieser Debatte streiten wir uns über den Antrag der AfD, die Altersforschung zu unterstützen. Die Altersforschung wird in wenigen Jahrzehnten nicht mehr und nicht weniger als dem größten Traum der Menschheit den Weg ebnen: einem langen, gesunden, selbstbestimmten Leben. Weltweit forschen Wissenschaftler daran, nicht nur die Leiden des Alterns zu lindern, sondern sogar das Altern an sich zu stoppen, ja sogar umzukehren. Das klingt wie aus einem Film, ist doch seit Jahren reale Forschung. Mag dieses Forschungsziel für viele noch wie eine ferne Utopie klingen, liegt es doch an uns, heute hierfür die Weichen zu stellen. Gerade ein Land wie Bayern, das keine großen Rohstoffvorkommen besitzt, sondern seinen Wohlstand der Innovation und dem Erfindergeist seiner Bewohner verdankt, darf in dieser Entwicklung nicht vergreisen. Gerade in einem Land, in dem die Pflegeversicherung nicht einmal ansatzweise ausreicht, um den Pflegebedürftigen in unserer Gesellschaft ein würdiges Leben im Alter zu ermöglichen, oder auch angesichts der Demografiekatastrophe, die die familienfeindliche Politik in unserem Land verursacht hat, sollte die Altersforschung einen hohen Stellenwert haben. (Gülseren Demirel (GRÜNE): Sie wissen schon, dass das ein Landesparlament ist und kein Zirkuszelt, oder?) Ich habe das bereits vor fünf Jahren zum selben Thema ausgeführt. Die Zukunft unserer Wirtschaft wird nicht am Dienst vor dem Rechner bestehen, sondern am Dienst für den Menschen. Es steht auch nicht zur Debatte, ob das geschieht oder nicht – es wird geschehen –, sondern nur, wer davon profitieren wird und wann. Wenn wir uns weiter auf diesem Forschungsgebiet zurücklehnen, dann wird passieren, was auch sonst immer geschieht: Internationale Großkonzerne werden Forschungsdurchbrüche erzielen, und in den Genuss deren Erfolge wird nur die kleine, sehr vermögende Elite kommen. Diese dürfen im größten Luxus ihre ewige Jugend genießen, während sich das deutsche Volk bis an sein Lebensende abrackern und zu guter Letzt mit allen Alterskrankheiten und Gebrechen auf seinen Tod hinvegetieren darf. (Zuruf des Abgeordneten Tim Pargent (GRÜNE)) Ich würde allerdings nicht hier stehen, wenn ich in mir keine kleine Flamme der Hoffnung auf Einsicht tragen würde. Nachdem die Regierungskoalition nach vielen Jahren endlich den Forderungen der AfD nachgegeben hat, Forschungsgelder in die Phagentherapie zu investieren, hoffe ich weiterhin, im nächsten Haushalt auch eine Position für die Altersforschung zu finden. Da fordere ich auch Söder auf, nicht Elon Musks Raketen auf den Mars nachzujagen, auch wenn viele Menschen sich beide dort wünschen würden, sondern mit frischem Mut auch Neues zu wagen. Geld wäre ironischerweise momentan ja genug vorhanden. Aber wenn die nun anstehende Megaschuldenorgie in Berlin stattgefunden hat, werden wir keine finanziellen Spielräume für die Zukunft mehr haben, sondern uns nur noch überlegen, wie wir die gigantischen Schuldenberge jonglieren, ohne dass uns die gesamte Wirtschaft um die Ohren fliegt. Daher mein Appell: Geben Sie sich auch um Ihretwillen einen Ruck – Sie allesamt werden schließlich auch nicht jünger – und boostern doch einmal Söder, sich für solche Forderungen zu begeistern. Machen Sie das doch Söder schmackhaft. Er könnte als neuer junger Mann in jugendlicher Frische sein zweites Staatsexamen ablegen oder in bester Verfassung höchstselbst zum Mars fliegen und zuletzt noch in ferner Zukunft all die Science Fiction im wahrsten Sinne des Wortes selbst erleben, von der er nachts in seinem Bettchen träumt. Auf geht‘s! (Beifall bei der AfD)
