Marina Jakob
Es ist spannend zu hören, dass Frau Schulze unseren Änderungen im Dritten Modernisierungsgesetz die Schuld am Klimawandel weltweit gibt. (Florian von Brunn (SPD): Fake News!) Sie hat ausführlich wiedergegeben, (Anhaltende Unruhe – Glocke der Präsidentin) dass unsere minimalsten Änderungen schuld am Klimawandel seien. Wenn es tatsächlich so einfach wäre, dann könnten wir darüber noch einmal reden; aber so einfach ist es nicht. (Unruhe) Der Klimawandel findet weltweit statt. Wir ergreifen unzählige Maßnahmen in Bayern und in Deutschland, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, (Zuruf des Abgeordneten Florian von Brunn (SPD)) und im Gegensatz zur rechten Seite leugnen wir ihn nicht. Die Gletscher schmelzen, aber nicht wegen der Beschneiungsanlagen. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN sowie Abgeordneten der CSU) Ja, auch wir wollen, dass die nächsten Generationen in unserem Land gut leben können, und dazu gehört ein nachhaltiger, ein ganzheitlicher Tourismus. (Florian von Brunn (SPD): Den fördern Sie ja gerade nicht!) Was ist ein ganzheitlicher, nachhaltiger Tourismus? – Es ist nicht so einfach, dass man die Beschneiungsanlagen abschafft und dann hat man einen nachhaltigen Tourismus. (Zuruf des Abgeordneten Toni Schuberl (GRÜNE)) So einfach geht das nicht. Wir müssen das ganzheitlich betrachten. Wir bauen Beschneiungsanlagen, wir modernisieren Lifte, um energieeffizienter, CO -reduzierter Ski fahren zu können. Aber es geht nicht nur um den Winter, sondern die Seilbahnen sollen auch im Sommer betrieben werden. Ein Ganzjahrestourismus ist das Ziel der Bayerischen Staatsregierung, und dabei unterstützt auch das Bayerische Zentrum für Tourismus. Wir wollen, wir brauchen Gaskraftwerke. Kollegin Schulze hat gerade die Gaskraftwerke kritisiert. Auch die Ampel-Regierung hat erkannt, dass wir Gaskraftwerke leider brauchen, um gerade in Zeiten zunehmender erneuerbarer Energien die Netze zu stabilisieren. Wir bauen die Gaskraftwerke nicht, um die Kohlekraftwerke zu ersetzen, sondern sie dienen der Netzstabilität und weiter nichts. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN) Die "Süddeutsche Zeitung" hat ein ganz einfaches und klares Beispiel gebracht, was wir ändern würden. In Garmisch-Classic, dem schönen Skigebiet bei uns vor Ort, wird eine Seilbahn ersetzt. Die hat jetzt statt sechs acht Plätze. Sonst verändert sich nichts. (Lachen des Abgeordneten Florian von Brunn (SPD)) Mit der Änderung, die wir jetzt angehen, wird ganz klar: Es ändert sich nicht viel, außer dass der Sessellift rechts und links einen Platz mehr hat. Warum soll denn dann von vorne begonnen werden und noch einmal eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden? (Florian von Brunn (SPD): Über ein Drittel mehr Beförderungskapazität!) Das macht für jeden vernünftigen Menschen keinen Sinn. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN) Die neuen Anlagen verbrauchen weniger CO . Oft haben sie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Sie sind nachhaltiger, sie sind leiser, und sie schonen die Tier- und die Pflanzenwelt vor Ort. Lassen Sie mich noch eines zum gelenkten Tourismus sagen. Ich habe es vorhin schon kurz angesprochen: Wir haben doch alle in der Corona-Zeit gesehen, was passiert, wenn wir keinen Seilbahnbetrieb haben. Die Menschen sehnen sich nach der Natur. Sie sehnen sich nach der Pflanzen- und Tierwelt. Sie waren überall in den Bergen. Die Tierwelt hatte absolut keine Ruhe mehr. Nur durch die Seilbahnen können wir den Tourismus gezielt dorthin lenken, wo er auch verträglich ist, wo er auch toleriert wird. (Zuruf des Abgeordneten Florian von Brunn (SPD)) Glauben Sie mir eines: Die Tiere passen sich dem an. Vor Kurzem – ich fahre selber gerne Ski – habe ich im Skigebiet neben dem örtlichen Jäger gesessen, der mir erklärt hat: Schauen Sie, sobald die Touristen um 16 Uhr weg sind, halten sich da oben die Gams und die anderen Tiere auf und suchen sich ihre Sonnenplätze am frühen Abend oder am späten Nachmittag. Die finden ihren Platz und können sich dort anpassen. – Außerdem frage ich: Ist denn in Österreich alles so viel schlimmer? (Florian von Brunn (SPD): Ja!) Betoniert denn Österreich seine Berge zu, wie Sie es uns vorwerfen? – Nein, eben nicht. In Österreich sind die Schwellenwerte teilweise noch viel geringer als die, die wir in Bayern haben. (Anna Rasehorn (SPD): Deswegen stehen sie vor dem EuGH!) Deswegen sage ich: Unsere minimalen Änderungen im Dritten Modernisierungsgesetz sind nicht das Ende der Natur und der Tierwelt in den Bergen. Sie streuen den Menschen Sand in die Augen, (Johannes Becher (GRÜNE): Einfach unnötig! – Weitere Zurufe) Sie verwirren sie, Sie schüren Ängste, die gar nicht bestehen müssten. Es sind minimale Änderungen, die beim Ausbau des nachhaltigen Tourismus in Bayern gut verträglich sind. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN sowie Abgeordneten der CSU)
