Laura Weber
Sehr geehrter Herr Vizepräsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Man sieht ganz deutlich, wo die Prioritäten gesetzt werden. (Volkmar Halbleib (SPD): Ja, so ist es!) Es ist ein erfolgreiches Programm, das zu 100 % in die Gesundheit unserer Kinder fließt. (Michael Hofmann (CSU): Das ist doch keine soziale Gerechtigkeit!) – Es fließt zu 100 % in soziale Gerechtigkeit, und – das hat gerade Ruth Müller beschrieben, aber ich weiß es auch aus meiner Erfahrung im Elternbeirat und auch beim Mitschnippeln – gerade Kinder, die wenig Geld daheim haben, die wenig mit Obst und Gemüse in Berührung kommen, – – (Widerspruch des Abgeordneten Michael Hofmann (CSU)) – Doch, das ist so. (Michael Hofmann (CSU): Danach unterscheiden Sie doch gerade nicht!) – Ja, genau; aber hören Sie mir zu. Hören Sie mir erst einmal zu. (Michael Hofmann (CSU): Ich höre doch zu, das ist ja das Problem!) – Gerade die, die wenig mit Obst und Gemüse in Berührung kommen, die nicht die gesunden Snacks in ihrer Brotbox haben, freuen sich über dieses Programm. (Zuruf des Abgeordneten Michael Hofmann (CSU)) Hier werden die Prioritäten klar nicht dafür gesetzt, dass Kinder besser versorgt sind. – Herr Schnürer, es wird hier von politischer Bevormundung gesprochen, weil man Obst und Gemüse anbietet, damit unsere Kinder eine bessere Versorgung in der Schule haben. Also, ich weiß nicht: Sie haben vorher schon gesagt, Obst und Gemüse ist nicht Ihr Ding. Vielleicht sollten Sie einmal jemand anderen bei diesem Thema einmal reden lassen. (Beifall bei den GRÜNEN) Dann kommen wir noch zum Haushalt. Es gibt so viele Zahlen. Wissen Sie zufällig, was das volkswirtschaftlich bedeutet? – 15 % der Kinder haben Adipositas oder sind übergewichtig. (Michael Hofmann (CSU): Was lösen wir damit?) – Ja, doch, es ging darum, dass es zu viel kostet, dass wir zu viel Geld hineinstecken. (Michael Hofmann (CSU): Wissen Sie, wie schlimm Karies ist? – Zuruf der Abgeordneten Petra Guttenberger (CSU)) Wir haben einen Antrag zum Doppelhaushalt gestellt. (Unruhe – Glocke des Präsidenten) Da ging es nur um 500.000 Euro und nur darum, den Inflationsausgleich für Obst und Gemüse zu leisten. 100 Milliarden Euro betragen in Deutschland die volkswirtschaftlichen Kosten durch Adipositas und durch Übergewicht. (Zuruf des Abgeordneten Martin Wagle (CSU)) Da ein paar Millionen Euro mehr zu zahlen, macht Sinn. Es ist einfach enttäuschend, und enttäuschend ist vor allem, (Anhaltende Unruhe – Glocke des Präsidenten) dass ein erfolgreiches Programm, das gut für unsere Kinder ist, gut für die – – (Michael Hofmann (CSU): Das war nie als Vollversorgungsprogramm gedacht!) – Darum geht es gar nicht. (Michael Hofmann (CSU): Doch!) – Nein, ich spreche nicht davon. Ich spreche da von Millionen Euro. (Anhaltende Unruhe) Das Programm ist gut für die Gesundheit, gut für die sehr oft regionale und saisonale Landwirtschaft, gut auch für das Ziel Ihrer Staatsregierung, bis 2030 30 % Bio in der Landwirtschaft zu erreichen. (Martin Wagle (CSU): Das Programm gibt es ja noch!) Dies ist also rundum ein Erfolgsprogramm. Ist es uns das nicht wert, zum Beispiel einen Inflationsausgleich zu leisten oder mehr hineinzustecken, (Michael Hofmann (CSU): Keine Vollversorgung!) damit mehr Geld in dieses Programm fließt? Das Problem ist, dass das Geld nicht ausreicht. Hier hat jemand von der Bundesregierung gesprochen. Es ist aber ein europäisches und ein bayerisches Programm, kein Bundesprogramm. Jetzt geht es darum, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern mehr Geld in dieses Programm fließen zu lassen. (Zuruf des Abgeordneten Martin Wagle (CSU)) Es geht um die Investition in die Gesundheit unserer Kinder. Das sollte uns die Gesundheit unserer Kinder wert sein. Wir müssen dieses Erfolgsmodell uneingeschränkt weiterführen und brauchen mehr Geld, um die fehlenden Mittel auszugleichen. Wir unterstützen den Antrag der AfD. (Lachen bei der CSU, den FREIEN WÄHLERN und der AfD – Beifall bei den GRÜNEN – Unruhe) – Der SPD, genau. Na ja, ein Versprecher kann passieren. Wir unterstützen den Antrag der SPD.
