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Nicole Bäumler

SPD 01.04.2025 Sitzungen 19/47

Herr Präsident, verehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich spreche heute für die Kinder, die beim Lesenlernen ins Stolpern geraten. Ich spreche für die Schülerinnen und Schüler, die mit Deutsch eine für sie neue Sprache meistern müssen, und ich spreche für die Jugendlichen, die besondere Unterstützung brauchen, um ihre Potenziale, die sie alle haben, entfalten zu können. Diese Kinder und Jugendlichen haben ein Recht auf Bildungsgerechtigkeit und ein Recht darauf, dass wir ihnen die Hilfe an die Seite stellen, die sie eben brauchen. Genau diese Hilfe hat einen Namen: Förderlehrkräfte. Wir alle wissen, dass diese pädagogischen Fachkräfte unersetzbare Arbeit an unseren Grund-, Mittel- und Förderschulen leisten. Sie sind Brückenbauerinnen und Brückenbauer für unsere Kinder und Jugendlichen. Sie unterstützen beim Lesen, beim Schreiben, beim Rechnen oder eben auch bei Deutsch als Zweitsprache. Sie fördern individuell dort, wo der Unterricht im Klassenverband an seine Grenzen stößt. (Beifall bei der SPD sowie Abgeordneten der GRÜNEN) Verehrte Kolleginnen und Kollegen, wir haben 1.200 Förderlehrkräfte für ungefähr 4.000 Schulen. Dass diese Rechnung nicht aufgeht, muss ich nicht sagen. Wir haben Regionen wie Schwaben, die deutlich unterversorgt sind. Wir haben einen ganzen Schwung von Förderlehrkräften, der jetzt dann zeitnah in den Ruhestand geht. Wir haben einfach steigende Bedarfe. Unser Antrag ist ein Handlungsplan der Vernunft und der Solidarität. Wir fordern zwei weitere Ausbildungsinstitute an strategisch günstig gelegenen Orten, damit junge Menschen ihre Ausbildung zur Förderlehrkraft dort absolvieren können, wo sie leben und später hoffentlich auch arbeiten wollen und wo sie gebraucht werden. Wir wollen die Zugangsvoraussetzungen dahin gehend öffnen, dass auch Menschen mit Berufserfahrung im pädagogischen Bereich den Zugang zu dieser Ausbildung finden können und ihre Kompetenzen, die sie ja haben, ganz klar einbringen können. Wir müssen aus unserer Sicht die Kapazitäten am bestehenden Institut in Bayreuth ausbauen. Die Staatsregierung argumentiert, dass alles irgendwie schon in Arbeit sei. Aber warum soll in Augsburg nur eine Außenstelle des Instituts in Freising entstehen? Warum müssen wir über diesen Antrag diskutieren, wenn eigentlich alles gut wäre? – Das ist es ja nicht. Die Wahrheit ist: Wir brauchen eben nicht nur punktuell Verbesserungen. Nein, wir brauchen wirklich eine systematische Offensive für unsere Förderlehrkräfte. (Beifall bei der SPD sowie Abgeordneten der GRÜNEN) Jede Grundschule, jede Mittelschule und jede Förderschule sollte mindestens eine Förderlehrkraft haben. Das ist keine Luxusforderung. Nein, das ist eine Notwendigkeit für ein gerechtes Bildungssystem. Werte Kolleginnen und Kollegen, ganz besonders von den Regierungsfraktionen, denken Sie doch mal an die Schulen in Ihren Stimmkreisen. Denken Sie an die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer, die ohne Unterstützung Kinder und Jugendliche mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen unterrichten müssen. Denken Sie an die Familien, die sich mehr Förderung für ihre Kinder wünschen; und das nicht, weil es irgendwelche besonderen Wünsche sind, sondern weil diese Kinder genau diese Förderung brauchen. Wenn Sie das alles bedenken, dann führt doch eigentlich kein Weg daran vorbei, dass Sie unserem Antrag heute zustimmen. (Beifall bei der SPD) Als Lehrerin und als Sozialdemokratin sage ich: Wir dürfen die Kinder und Jugendlichen, die Förderbedarf haben, nicht zurücklassen. Jedes Talent verdient Förderung. Junge Menschen haben ein Recht auf bestmögliche Bildung; unabhängig von ihrer Herkunft, von ihrem Elternhaus, von ihrem Wohnort oder von den persönlichen Herausforderungen, die sie vielleicht haben. Die Förderlehrkräfte sind stille Heldinnen und Helden in unserem Bildungssystem. Sie verdienen unsere Anerkennung, unsere Unterstützung, und vor allem brauchen sie ganz dringend Verstärkung. Das ist Aufgabe und Verantwortung der Politik. (Beifall bei der SPD sowie Abgeordneten der GRÜNEN – Anna Rasehorn (SPD): Eine sehr gute Rede!)

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