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Martin Brunnhuber

FREIE WÄHLER 27.02.2025 Sitzungen 19/43

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte AfD-Fraktion! Das finde ich jetzt schon ein bisschen lässig, wenn man sagt: Na ja, gibt es denn keine anderen Probleme im Bildungssystem? – Sie haben auch nicht mit guten Anträgen geglänzt. Mir kommt es eher so vor, als wollte der eine Nichtschwimmer dem anderen Nichtschwimmer das Schwimmen beibringen. Das wäre auch keine glorreiche Idee. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN – Widerspruch bei der AfD) Jetzt zum Antrag: Ich finde den Antrag gar nicht schlecht, weil man einfach einmal die Fakten auf den Tisch legen kann. Die Fakten sind, dass keine Prüfungsvorbereitung ohne eine pädagogisch gut ausgebildete Lehrkraft funktioniert. Anna, für dich wäre es vielleicht auch nicht schlecht gewesen, wenn du einen guten Mathelehrer gehabt hättest. (Anna Rasehorn (SPD): Das stimmt!) Ich war ein guter Mathelehrer und kann bestätigen, dass es nur geht, wenn gute Pädagogen zur Seite stehen. (Unruhe) Es kommt nicht auf die Quantität der Prüfungen an, die man zur Verfügung stellt, sondern auf die Qualität. Das ist das Wichtigste, und deswegen bedarf es gut ausgebildeter Pädagogen, die die Schüler wirklich heranführen. Ich war elf Jahre an der FOS und habe elf Jahre Abschlussklassen in Mathematik unterrichtet. Ich weiß, wie schwierig es die Schüler trotzdem noch haben, mit einem dezidierten Lösungsvorschlag alleine zurechtzukommen. Insofern ist der Ansatz, den wir befördern, ein Prüfungsarchiv für die pädagogisch gut ausgebildeten Lehrkräfte zur Verfügung zu stellen, der richtige, weil ganz gezielt Prüfungsvorbereitung betrieben werden kann und die Schüler optimal an die Abschlussprüfung herangeführt werden können. Dieses Prüfungsarchiv – Wolfgang Fackler hat es schon gesagt – ist vorhanden. Es sind jetzt mittlerweile über 8.000 Prüfungen eingestellt. Dieses Prüfungsarchiv befindet sich auf BayernCloud Schule, und es wird auch abgerufen. Natürlich sind Lösungsvorschläge und Erwartungshorizonte vorhanden. An diesen Erwartungshorizonten können sich die Lehrkräfte vor Ort entlanghangeln oder die Schüler durch die gesamte Prüfungsvorbereitung begleiten. Der nächste Punkt ist entscheidend: Eine kostenlose Bereitstellung der Prüfungen der letzten zehn Jahre funktioniert nicht, weil wir in Bayern bewusst auf Qualität gesetzt haben. Diese Qualität bedingt, dass wir moderne Prüfungen mit modernen Medien und modernen Inhalten gestalten. Diese modernen Inhalte – jetzt komme ich wieder zum Urheberrecht, das hat Wolfgang Fackler sehr gut ausgeführt – erlauben die Nutzung im Unterricht, also die Nutzung der Prüfungsvorbereitung durch den Lehrer; aber es erlaubt nicht uneingeschränkte Veröffentlichung. Das ist der entscheidende Punkt. Wenn wir ein Prüfungsarchiv kostenlos zur Verfügung stellen würden, dann würden wir damit die Qualität unserer Prüfungen schwächen. Meine Damen und Herren, das will niemand. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN sowie Abgeordneten der CSU) Insgesamt ist es aber so – damit komme ich jetzt fast zum Schluss meiner Rede –: Wir haben durch das Bereitstellen eines kostenlosen Prüfungsarchives Mehrkosten, die nicht bezifferbar sind, weil wir die Nutzungsrechte den Urhebern abkaufen müssten. Außerdem – das ist das Entscheidende – hätten die Lehrkräfte, die die Prüfungsaufgaben erstellen, einen enormen Mehraufwand. Wir müssen uns zu Recht fragen: Wollen wir immer mehr Reglementierung? Wollen wir immer mehr Bürokratie? Oder sagen wir einfach: So, wie es jetzt ist, ist es gut? Meines Erachtens besteht auch gar kein Bedarf für diesen Antrag. Fazit: Erstens. Prüfungsvorbereitung braucht professionelle Lehrkräfte. Diese haben wir. Ich kann von mir sagen: In Mathe habe ich es immer sehr gut geschafft. Liebe Anna Rasehorn, ich hätte es bei dir sicher auch gut geschafft. (Anna Rasehorn (SPD): Ich habe in Mathe zehn Punkte geschafft!) Zweitens ist ein Archiv mit 8.000 Prüfungen bereits vorhanden. Wir haben also gar keinen Bedarf, zusätzlich noch etwas zu machen. Moderne Prüfungen brauchen moderne Medien. Alles spricht gegen eine Veröffentlichung, weil das Urheberrecht dagegenspricht. Dieser Antrag führt zu mehr Regulierung durch den Staat. Wir müssen von diesem Denken, von dieser Überreglementierung und Überregulierung, wegkommen. Wir brauchen so viel Staat wie nötig und so wenig Staat wie möglich. Deswegen müssen wir diesen Antrag ablehnen. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN sowie Abgeordneten der CSU)

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