Laura Weber
Von den Schultoiletten zum Schulessen – ich habe ChatGPT mal gefragt, ob er einen charmanten Übergang findet. Also: Wenn man gut und gesund isst, muss man weniger Zeit zum Beispiel auf einer maroden Schultoilette verbringen. – Das hat ChatGPT gesagt. (Zurufe) – Ja, mein ChatGPT ist charmant und humorvoll. Zum Schulessen: Ab 2026 kommt der rechtliche Anspruch auf Ganztagsbetreuung. Das heißt, dass nach und nach deutlich mehr Grundschulkinder in der Schule sind und auch zu Mittag essen. Wir wissen alle, dass die Gesundheitsdaten gerade bei Kindern und Jugendlichen immer dramatischer werden. Die Zahlen von Adipositas oder Diabetes steigen. Das sind, in Euro ausgedrückt, jedes Jahr 71 Millionen Euro Gesundheitskosten. Das liegt auch daran, dass die Qualität des Essens in den Ganztagseinrichtungen immer noch zu fett, zu salzig und zu ungesund ist. Das sagen Studien. Deswegen müssen wir hier dringend etwas tun. Wir können etwas tun. Gerade die verpflichtende Ganztagsbetreuung können wir als Chance nutzen und Standards und Rahmenbedingungen festlegen. (Beifall bei den GRÜNEN) Bei uns in Bayern gibt es viele gute Ansätze und engagierte Menschen, die hart dafür kämpfen, dass Kinder in Kitas und Schulen ein gutes Essen bekommen. Gerade auch bei mir in der nördlichen Oberpfalz gibt es wahnsinnig engagierte Leute, die sich dafür einsetzen, die sich um Maßgaben und Standards kümmern und diese selbst definieren müssen. Ich glaube, sie können Unterstützung gebrauchen, sodass es ihnen erleichtert wird. Damit komme ich zu dem Antrag. Es braucht pädagogische Konzepte, vertiefte Qualifizierungsangebote und einheitliche Standards, die der Staat definiert. Es gibt auch schon eine gute Vorlage. Die DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in Schulen enthalten alle Grundsätze für ein gesundheitsförderndes Verpflegungsangebot in der Schule. Zusammen mit den Kriterien für nachhaltige Ernährung bringen diese Standards auch regionale und biologische Verarbeitungs-, Vermarktungs- und Belieferungsstrukturen voran. Das wäre auch ein enormer Gewinn für die bayerischen landwirtschaftlichen Betriebe. Die Bayerische Ernährungsstudie wurde im November vorgestellt. Frau Kaniber, unsere Staatsministerin, ist anwesend. In der Studie wird genau das, was die DGE beschreibt, festgestellt, nämlich dass es verbindliche Qualitätsstandards braucht und dass unsere Kinder weniger Zucker, weniger Fett und weniger Salz im Essen haben müssen. (Beifall bei den GRÜNEN) Es wird auch viel darüber geredet; es passiert aus meiner Sicht allerdings viel zu wenig. Frau Staatsministerin Kaniber, vielleicht können Sie dazu auch noch etwas sagen: Bei den Schulen kommt weniger gesundes Essen an. Das EU-Schulprogramm, nach dem Kinder wöchentlich frisches Obst, Gemüse oder frische Milchprodukte bekommen sollen, ist gekürzt worden. Ich habe von verschiedenen Schulen gehört, dass Sie weniger Lebensmittel bekommen, um sie an die Kinder zu verteilen. Wenn schon gespart werden muss, dann bitte unter keinen Umständen bei unseren Kindern; denn unsere Kinder haben kaum eine Lobby. Dazu kommt, dass das Essen nicht unbedingt teurer sein muss. Besonders die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind entsprechend der KuPS-Studie – Kosten- und Preisstrukturen in der Schulverpflegung – ausgestaltet. Das ist eine Studie, die zweifelsfrei zeigt: Wenn diese Qualitätsstandards eingehalten werden, wird das Essen nur wenige Cent teurer. Das heißt, man kann durch Regionalität und eine intelligente Speiseplangestaltung sehr viel machen. Natürlich kann man auch durch weniger Fleisch sehr viel machen, was alle Studien besagen, dass es gut für unsere Kinder wäre. – Lassen Sie uns deshalb die Chance ergreifen und das Essen als wichtigen Bildungsauftrag begreifen und vorangehen. (Beifall bei den GRÜNEN)
