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Markus Büchler

GRÜNE 04.02.2025 Sitzungen 19/41

Herr Präsident, Kolleginnen und Kollegen! Zum vorliegenden Antrag hat mein Vorredner alles gesagt. – Lieber Martin, vielen Dank dafür. – Ein Problem haben wir allerdings schon: Bayern hat wunderschöne Reiseziele und ist ein touristisches Land. Bayern profitiert von unzähligen Großveranstaltungen, die wir genießen dürfen. Davon profitiert auch unser Tourismusgewerbe. Die Anreise ist jedoch, abgesehen von einigen Sonderzügen, die eher Sonderfälle sind, problematisch. Im ganzen Alpenvorland und teilweise auch im Bayerischen Wald haben wir die Situation, dass die Tagesausflügler nicht nur zu Sonderveranstaltungen, sondern bei schönem Wetter in der Regel auch mit dem Auto anreisen, weil die Kapazitäten des öffentlichen Verkehrs begrenzt sind. Die Ortschaften sind deshalb zugeparkt, und die Bevölkerung leidet unter dem riesigen Autoverkehr, der von Tagesausflüglern verursacht wird. Das gilt insbesondere für viele Großveranstaltungen – das Neujahrsspringen wurde gerade angesprochen. Ich glaube deshalb, dass wir unser Angebot an Sonderzugfahrten systematisch ausweiten sollten. Wir können auch ein eindeutig größeres Angebot vonseiten der Bayerischen Eisenbahngesellschaft vorhalten, soweit dies die Infrastruktur zulässt. Damit können wir den Menschen eine Reise ohne Auto zu ihrem Ausflugsziel oder zu den Veranstaltungen anbieten. Wir können uns durchaus von unseren Nachbarn etwas abspicken. Sehen wir einmal kurz über den Gartenzaun zu unseren Nachbarn nach Österreich. Ich war letztes Jahr im Sommer auf einem Musikfestival in Linz mit 70.000 Leuten. Solche Veranstaltungen haben wir auch in Bayern. Diese Veranstaltung dauerte natürlich bis in die Nacht hinein. In der Nacht hat die ÖBB auf dem Linzer Hauptbahnhof Sonderzüge im Stundentakt bereitgestellt, mit denen die Leute nach Wien oder Salzburg fahren konnten. Die ÖBB hat dies groß beworben mit den Worten: "ÖBB – wir bringen dich sicher heim". Das war ein super Service, der sogar kostenlos im Festivalticket inbegriffen war. Solche Angebote sind natürlich nur möglich, wenn auch die entsprechende Infrastruktur dafür vorhanden ist. Auf eingleisigen Strecken, bei denen die Kapazität bereits ausgereizt ist, geht das natürlich nicht. Aber am Wochenende kann es schon sein, dass auch auf solchen Strecken noch Kapazitäten vorhanden sind. Ein anderes Beispiel: In Baden-Württemberg gibt es den Freizeitexpress, der in den Sommermonaten an den Wochenenden zu schönen Ausflugszielen fährt. Dort besteht die Möglichkeit, mit historischen Zügen, aber auch mit modernen Fahrzeugen Sonderfahrten zu unternehmen. Hier handelt es sich um ein Freizeitangebot alternativ zum Automobil. Alle Menschen können mitfahren, sodass die Fahrt sehr kostengünstig ist. Die Fahrten werden vom Bundesland organisiert. Wir sollten uns auch in Bayern überlegen, ob der Freistaat ein solches Angebot aufziehen und bewerben sollte. Ein letztes Beispiel: Die Schweiz ist ebenfalls ein schönes Nachbarland. Für Ausflüge in die Berge gibt es dort sehr viele Zugangebote, die auch den Radtourismus berücksichtigen. Dort werden Züge mit Radabteilen vorgehalten, sodass die Leute mit dem Zug auf den Berg und dann mit dem Radl wieder herunterfahren können oder umgekehrt. Von diesen Reise- und Touristikangeboten profitiert die örtliche Wirtschaft, und die Ortschaften sind vom Reiseverkehr entlastet. Ich denke, in dieser Hinsicht haben wir in Bayern noch Luft nach oben, auch wenn die Fallbeispiele, die Martin Wagle gerade aufgezählt hat, gut funktionieren. Ich könnte mir jedoch in Bayern, auf diesen Maßnahmen aufbauend, wesentlich mehr Angebote vorstellen, zum Wohle der Wirtschaft, der Touristik, aber auch der Bevölkerung vor Ort. (Beifall bei den GRÜNEN)

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