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Marina Jakob

FREIE WÄHLER 30.01.2025 Sitzungen 19/40

Sehr geehrtes Präsidium, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte meine Rede mit einer Frage beginnen: Wer ist denn schon einmal unter einem Windrad im Wald gestanden? – Ich glaube nämlich, von der rechten Seite niemand. (Prof. Dr. Ingo Hahn (AfD): Ich, ich, ich! – Harald Meußgeier (AfD): Ich! – Heiterkeit bei der AfD) Wenn Sie dort gewesen wären, dann hätten Sie gesehen, dass dort nach kurzer Zeit ein ganz tolles neues Kleinbiotop entsteht; dass da Pflanzen sind, die jetzt auf einmal Licht haben, wo vorher im Fichtenwald oft kein Licht am Boden war; dass dort durch den Bau von Windkraftanlagen eine ganz neue Biodiversität entsteht. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU) Wenn Sie dort gewesen wären, dann wüssten Sie auch, dass wir in Bayern Spitzenreiter sind. Wir brauchen am wenigsten Platz, den wir wirklich zubetonieren müssen. In Bayern sind das nur 0,35 Hektar. Der Bund braucht im Schnitt wesentlich mehr. Dann brauchen wir noch ungefähr ein Drittel Hektar, den wir natürlich befestigen müssen, um den Kran aufzustellen und die ganzen Anlagen zu bauen. Der wird dann aber wieder renaturiert. Jeder Baum, der aufgrund einer Windkraftanlage gefällt werden muss, wird an anderer Stelle wieder aufgeforstet. Meistens haben wir – Sie wissen es, wenn Sie im Wald waren – noch Fichtenmonokulturbestände. Was wird aufgeforstet? – Genau das, was der Kollege Meußgeier gesagt hat: ein klimaresilienter Wald, Mischwald, Laubwald, Fichtenwald – weil die Fichte natürlich auch noch dazugehört –, Nadelholz. Wir haben Platz, wir schaffen Licht. Dadurch haben wir eine höhere Biodiversität. Sie sagen, das Landschaftsbild werde zerstört. – Na ja, was ist denn mit den Kohleabbaugebieten? Ist es da so viel schöner, als wenn ab und zu ein Windrad dasteht? (Zuruf von der AfD) Sie haben wieder einmal den Infraschall erwähnt. – Wenn man einmal in ein Auto steigt, dann hat man genauso viel Infraschall-Belastung, wie wenn man ein Jahr lang direkt neben einem Windrad stehen würde. Ja, Schlagschatten ist ein Problem. Deswegen wollen wir es im Wald, weit weg von der Wohnbebauung; aber Schlagschatten wird nur so genehmigt, dass er nur wenige Stunden im Jahr überhaupt auf ein Grundstück fallen wird, auf dem ein Haus steht. Herr Prof. Hahn, ich komme zum Dauerthema Vögel: Ich kann immer wieder nur die gleichen Argumente nennen, weil Ihre einfach nicht nachhaltig und auch nicht stichfest sind. Vögel sind in Gefahr: durch Katzen, durch Autos, durch das ganz normale Leben. Es gibt Flugkorridore, die von Windkraftanlagen freigehalten werden für die Vögel. Wir achten darauf. Nachts müssen die Anlagen wegen der Fledermäuse abgestellt werden, was das aus meiner Sicht ein bisschen auflockern wird. Am Tag haben wir die PV-Anlagen. Wenn keine Sonne scheint, ist die Windkraftanlage eine perfekte Ergänzung dazu. Sie könnte noch viel mehr produzieren, wenn wir sie auch nachts noch länger laufen lassen würden. Wir haben sehr viele Fledermäuse. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN) Sie zweifeln wieder einmal den menschengemachten Klimawandel an. Dann befassen Sie sich einmal mit den richtigen Studien von richtigen Professoren und nicht von irgendwelchen Schwurblern. (Zuruf des Abgeordneten Ferdinand Mang (AfD)) Der menschliche Einfluss ist einer von vielen Faktoren, die das Klima verändern. Seit 150 Jahren haben wir den größten Anstieg beim CO -Ausstoß seit der Industrialisierungszeit. Er ist unwahrscheinlich beschleunigt worden. Wir müssen CO reduzieren. Deswegen müssen wir weg von der Energiegewinnung aus Kohle- und Gaskraftwerken. Dass wir die Atomkraftwerke überall abgestellt haben, zweifle ich gar nicht an. Wir hätten sie definitiv noch eine Weile laufen lassen können, bis wir genügend PV-Anlagen und Windräder haben, und dann hätten wir sie abstellen müssen. Wir möchten trotzdem nicht, dass unsere Kinder, Enkel- und Urenkelkinder sich mit dem Atommüll beschäftigen müssen, für dessen Endlagerung wir jetzt noch gar keine Lösung haben. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN) Nichtsdestoweniger ist die Genehmigung zum Bau eines Windrads kein Freifahrtschein, die Natur nicht beachten zu müssen. Trotzdem müssen Gutachten erstellt werden. Es werden bestimmte Orte herausgesucht. Ich baue nicht einfach morgen eine Windkraftanlage in den Staatswald, und dann steht die da für immer. Deswegen sind wir dafür: Die gehören in den Wald. Von den örtlichen Kommunen werden ausgewiesene Gebiete vor Ort ausgesucht. (Zuruf von der AfD) Da gehören Sie hin, da haben Sie einen guten Platz. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Biodiversität durch die Windkraftanlagen im Umfeld steigt. Gehen Sie noch einmal hin, schauen Sie sich noch einmal das Richtige an. Ich lade Sie auch gerne ein, mit mir dahin zu gehen. Dann zeige ich Ihnen, wie schön es dort sein kann. Wir lehnen den Gesetzentwurf ab. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN)

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